WM 2022 | Mit Hakimi, Bellingham und natürlich Messi: Die Top-Elf des Turniers

WM 2022
WM-Spotlight

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar fand am gestrigen Sonntag ein Ende. Argentinien gewann das beeindruckende Finale gegen Frankreich im Elfmeterschießen, weshalb sich logischerweise auch mehrere Akteure der „Albiceleste“ im Team des Turniers wiederfinden.

Argentinien und Frankreich dominieren die Elf des Turniers

Torwart: Yassine „Bono“ Bounou – Marokko

Die Geschichte der Marokkaner war einer der beeindruckendsten dieser WM. Mithilfe einer kämpferischen Mannschaftsleistung kamen die Afrikaner bis in das Halbfinale, wo gegen den Finalisten aus Frankreich allerdings Endstation war. Inmitten dieser Teamleistung gab es einzelne Akteure, die besonders hervorstachen. Bono spielte ein fabelhaftes Turnier und war bei jedem seiner Gegentore machtlos. Die Offensivreihen von u.a. Belgien, Spanien und Portugal fanden in dem Keeper vom FC Sevilla ihren Meister.

Verteidigung: Achraf Hakimi – Marokko

Neben dem – unserer Meinung nach – besten Keeper des Turniers, kommt auch der beste Rechtsverteidiger aus Marokko und heißt Achraf Hakimi. Der Verteidiger von Paris Saint-Germain glänzte mit seinem unbändigen Offensivwillen und kurbelte das Spiel seines Teams immer wieder an. Doch auch in der Defensive war stets Verlass auf den ehemaligen Dortmund-Profi, der mit einem starken Turnier seinen Marktwert weiter in die Höhe schießen lässt.

(Photo by KARIM JAAFAR/AFP via Getty Images)

Verteidigung: Josko Gvardiol – Kroatien

Mit zarten 20 Jahren bestätigte Josko Gvardiol eindrucksvoll seine Leistungen aus der Bundesliga – und setzte gar einen drauf. Spielaufbau, Zweikampfstärke, Intelligenz. Wenige Spieler bieten das Gesamtpaket des Kroaten an, der maßgeblichen Anteil am dritten Platz seines Heimatlandes besitzt. Einzig Argentinien und der famose Lionel Messi konnten den Linksfuß stoppen, was seine unfassbare Leistung aber nicht schmälern soll.

Verteidigung: Theo Hernandez – Frankreich

Zwar ging das Finale gegen Argentinien verloren, doch logischerweise besitzen auch die Franzosen mehrere Akteure aus dem Team des Turniers. Theo Hernandez startete zunächst auf der Bank, nahm jedoch schnell den Platz seines Bruders Lucas aufgrund einer Verletzung ein und wusste im Anschluss zu überzeugen. Der pfeilschnelle und robuste Linksfuß ist eine Macht auf der linken Außenbahn und geht immer wieder die Wege ins letzte Drittel. Im Halbfinale noch als Torschütze tätig, flachte seine Leistung im Endspiel allerdings ein wenig ab. Insgesamt gesehen jedoch ein starker Auftritt des 25-Jährigen bei diesem Turnier. Profitierte außerdem davon, dass es wenig dominante Linksverteidiger gab.

Mittelfeld: Enzo Fernandez – Argentinien

Den Titel des besten jungen Spielers der WM schnappte sich Weltmeister Enzo Fernandez und sicherte sich dementsprechend auch einen Platz in der Auswahl des Turniers. Der 21-Jährige, der vor der Saison zu Benfica wechselte, nahm bei der Auftaktniederlage gegen Saudi-Arabien noch auf der Bank Platz, war im Anschluss allerdings gesetzt. Sein Schlenzer gegen Mexiko brachte die „Albiceleste“ auf Kurs. Fernandez war der Dreh- und Angelpunkt im Aufbauspiel und kreierte viele Angriffe. Doch auch die Zweikampfquote von 60% sprechen für den schmächtigen Rechtsfuß. Europas Top-Vereine werden Fernandez spätestens jetzt auf der Liste haben.

Mittelfeld: Jude Bellingham – England

Der zweite und letzte Akteur aus der Bundesliga zeigte, warum – Gerüchten zufolge – Vereine dazu bereit sind, über 150 Millionen Euro für seine Dienste zu zahlen. Der 19-Jährige eröffnete die WM für England mit seinem Treffer zum 1:0 gegen Iran und hatte seinen Höhepunkt im Achtelfinale gegen den Senegal. Bellingham dominierte aus dem Zentrum das Spiel und gab bei den „Three Lions“ den Takt vor. Ständig anspielbar, viele clevere Aktionen. In seinem jungen Alter bewies sich der Dortmunder auf der größten fußballerischen Bühne.

(Photo by Richard Heathcote/Getty Images)

Mittelfeld: Luka Modric – Kroatien

Es gibt wenige Spieler, die eine solche Konstanz in ihren Leistungen haben, wie Luka Modric. Zusammen mit Kovacic und Brozovic gestaltete der 37-Jährige das Spiel seines Landes. Als Anführer ging er vorweg und zeigte einmal mehr, dass gerade in großen Spielen auf seine Person Verlass ist. 517 Pässe und eine Passgenauigkeit von 89 Prozent. Modric entwickelte und koordinierte Kroatien auf einen starken dritten Platz. Gerüchte um ein Ende seiner internationalen Laufbahn dementierte er direkt nach Abpfiff. Bei der Nations League und wohl auch bei der EM 2024 in Deutschland wird man den Mittelfeldstrategen weiterhin im Dienst beobachten können.

Mittelfeld: Sofyan Amrabat – Marokko

Der dritte Akteur des Überraschungsteams aus Marokko. Der Co-Kapitän machte sich durch seine Leistungen im defensiven Mittelfeld einen Namen. Zweikampf- und Laufstärke sowie Souveränität prägten das Spiel des Akteurs der Fiorentina. Gerade gegen die großen Gegner aus Spanien, Portugal oder auch Frankreich trumpfte Amrabat auf und ging vorweg. Ein Wechsel zu einem Top-Klub dürfte die Folge sein.

Sturm: Lionel Messi – Argentinien

Es ist die Vollendung einer großen Karriere. Im fünften Anlauf gewinnt Lionel Messi die Fußball Weltmeisterschaft und macht sich in Argentinien endgültig unsterblich. „La Pulga“ rappelte sich nach der Niederlage gegen Saudi-Arabien auf und zog das Spiel an sich, gewann im Anschluss sechs Man of the Match-Trophäen. Mit sieben Toren und drei Assists kürt sich Messi zum womöglich besten Fußballer aller Zeiten, gewann dazu auch die Trophäe zum besten Spieler des Turniers. Im Finale gegen Frankreich traf er zweimal und verwandelte den wichtigen ersten Elfmeter im Elfmeterschießen. Es ist die Krönung einer ganz besonderes Laufbahn eines einzigartigen Spielers.

(Photo by Lars Baron/Getty Images)

Sturm: Olivier Giroud – Frankreich

In weiten Teilen der Welt einfach ein enorm unterbewerteter Stürmer. Olivier Giroud unterstrich seine starke Form, die er in Mailand Woche für Woche unter Beweis stellt. Fünf Tore und drei Vorlagen stehen am Ende des Turniers auf seinem Konto. In Kombination mit Kylian Mbappe trumpfte der Franzose nicht nur als Verwerter auf, behält immer den Überblick für den besser positionierten Mitspieler. Einziger Wehrmutstropfen bleibt die Final-Niederlage und die frühe Auswechslung nach lediglich 40 Minuten aufgrund einer Systemumstellung Deschamps.

Sturm: Kylian Mbappe – Frankreich

Wäre das Finale anders ausgegangen, hätte Kylian Mbappe wohl nicht nur den Titel des besten Torschützen, sondern auch den des besten Spielers eingeheimst. Mit seinen 23 Jahren besitzt er bereits zwölf WM-Tore auf dem Konto und ist der aktuell wohl beste Spieler der Welt. Sein unglaubliches Tempo, seine Präzision im Dribbling und seine Coolness im Abschluss ist einzigartig im Fußball. Gerade in den großen Spielen, in den wichtigen Momenten war Mbappe da und erzielte alle drei Tore im Finale für die Equipe Tricolore. Allerdings reichten acht Treffer und zwei Vorlagen für seinen zweiten großen Wurf nicht aus.

Die Bank

Weltmeister Argentinien stellt zwar nur zwei Akteure in der Elf des Turniers, dafür rutschen gleich drei Akteure nur knapp an der Startelf vorbei und nehmen auf der Bank platz. Zudem war die Mannschaftsleistung ein entscheidender Faktor, wenige Spieler stachen komplett hervor. Emiliano Martinez gewann zwei Elfmeterschießen und rettete in der 119. Minute gegen Kolo Muani mit einer absoluten Monsterparade. Seine Leistung ist keinesfalls zu unterschätzen. Rodrigo de Paul überstrahlte seine eher durchwachsenen Leistungen bei Atletico und zeigte die Qualitäten, die er bereits bei Udinese Calcio mehrfach unter Beweis stellte. Nahuel Molina war einer der Konstanten in der Defensive und hatte seinen großen Moment beim 1:0 gegen die Niederlande.

Von Finalgegner Frankreich darf Antoine Griezmann nicht in Vergessenheit geraten. Der Atletico-Profi schlich sich immer wieder in die Halbräume und legte drei Treffer vor. Auch Dayot Upamecano spielte ein weitgehend brillantes Turnier, musste zwischenzeitlich aber krankheitsbedingt zusehen. Bruno Fernandes wusste bei Portugal zu überzeugen. Richarlison spielte ein starkes Turnier, musste sich, wie auch Cody Gakpo, allerdings im Viertelfinale vom Turnier verabschieden.

(Photo by Julian Finney/Getty Images)

Hendrik Wiese

Aufgewachsen mit dem Spielstil von Bastian Schweinsteiger bevorzugt Hendrik spielerische Dominanz und technisch ansehnlichen Fußball. Seit Dezember 2019 ist er für 90PLUS unterwegs, bevorzugt im deutschen Oberhaus.

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