WM 2022 | Füllkrug rettet das Remis, Fuller Deutschlands Achtelfinalhoffnung: So lief Turniertag 8

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Am achten Turniertag stand unter anderem der Gipfel zwischen Spanien und Deutschland auf dem Programm. Zuvor allerdings gab es eine dicke Überraschung in Gruppe E.

WM 2022: So lief der achte Turniertag

Zum Auftakt des 8. Turniertags stand das Parallelspiel der deutschen Gruppe an, zwischen Japan und Costa Rica. Vor der Pause gab es praktisch keine Torraumszenen. 0,02:0,03 lautete der xG. Für die zweite Hälfte brachte Hajime Moriyasu die beiden Bundesligaspieler Hiroki Ito (VfB Stuttgart) sowie Takuma Asano (VfL Bochum). Japan wurde nun wesentlich konkreter, was Druckphasen und Kontrolle der Partie anging. Bis auf einen Abschluss des defensiven Mittelfeldspielers Hidemasa Morita in Minute 46 war Keylor Navas jedoch noch immer kaum gefordert. Costa Rica stand ausschließlich defensiv. Selbst die wenigen guten Umschaltsituationen, die ihnen die Japaner gestatteten, spielten sie unsauber aus. Dann jedoch kam die 81. Minute: Morita produzierte einen zu kurzen Pass nach vorne, den Yeltsin Tejeda abfing und clever nach rechts zu Keysher Fuller legte. Costa Ricas wingback schlenzte die Kugel hoch in den linken Winkel. Shuichi Gonda machte nicht den optimalsten Eindruck. Der Schuss kam sehr zentral und rutschte ihm genau über die Fäuste weg. Sieben Minuten nach dem Gegentreffer bekam Daichi Kamada die Chance, nachdem sich Kaoru Mitoma entschlossen links an der Grundlinie durchsetzte. Keylor Navas hatte den Ball im Nachfassen. So besiegte Costa Rica Japan tatsächlich 1:0 und tat dem DFB-Team einen großen Gefallen, das, selbst im Falle einer Niederlage gegen Spanien, an diesem Sonntagabend nicht hätte ausscheiden können.

Am Nachmittag bekam es Belgien mit Marokko zu tun. Eine insgesamt recht highlightarme erste Halbzeit endete mit einem kuriosen Freistoßtor durch Hakim Ziyech, der den Standard aus spitzem Winkel aufs Tor zog und damit erfolgreich war. Allerdings lag eine Abseitssituation vor, sodass der Treffer nicht zählte. Doch die Marokkaner hatten Blut geleckt und wurden nach dem Seitenwechsel stärker. In einer Drangphase traf der eingewechselte Ex-Paderborner Abdelhamid Sabiri nahezu identisch wie vor der Pause Ziyech (73.) – diesmal zählte der Treffer, 1:0 Marokko. Von enttäuschenden Belgiern kam insgesamt viel zu wenig. Stattdessen machten die Nordafrikaner kurz vor Schluss in Persona Zakaria Aboukhlal den Deckel zum 2:0 drauf (90.+2). Damit steht Belgien im letzten Gruppenspiel gegen Kroatien mächtig unter Zugzwang.

WM 2022: Wie und warum wir berichten 

Am frühen Abend trat Vizeweltmeister Kroatien gegen Kanada an – und fand sich bereits nach 68 Sekunden in Rückstand. Alphonso Davies köpfte eine Flanke Tajon Buchanans von rechts ein. In der Anfangsphase war Kanada überlegen, schneller im Kopf und auf dem Platz. Es dauerte 36 Minuten, bis die Kroaten zum Ausgleich kamen: Ivan Perišić steckte vom linken Flügel für Andrej Kramarić durch, der ins lange Eck traf. Eine Minute vor der Pause hatte der Vizeweltmeister das Spiel komplett gedreht. Josip Juranović zog von rechts nach innen. Marko Livaja schnappte sich den freien Ball und traf unten links. Kanada wäre mit diesem Ergebnis sicher ausgeschieden gewesen und war nun gefordert. Stattdessen machte Kroatien alles klar. In Minute 70 chippte Mateo Kovačić auf die linke Seite zu Ivan Perišić, dessen Flanke rechts bei Andrej Kramarić an, der gegen zwei Mann fintierte und flach ins lange Eck traf. Mit der letzten Aktion des Spiels gab es sogar das 4:1. Kamal Miller unterlief im Duell mit dem eingewechselten Mislav Oršić ein schlimmer Stockfehler, sodass dieser, zusammen mit Lovro Majer, komplett frei durch war, nach rechts legte, Majer schob ein. Mit diesem Ergebnis ist Kanada eliminiert, Kroatien springt an die Tabellenspitze und hat am Donnerstag das Gruppenfinale gegen Belgien.

Zum Abschluss gab es noch den Höhepunkt des Tages, zwischen Spanien und Deutschland. Durch den costa-ricanischen Sieg war das DFB-Team von dem Druck, mit einer Niederlage sicher ausgeschieden zu sein, erlöst. Allerdings nicht von dem Druck, den die Spanier in der Anfangsphase ausübten. Manuel Neuer musste in Minute 7 einen Schuss von Dani Olmo an den Querbalken lenken. Erst nach gut 20 Minuten gelang es dem DFB-Team, sich stückweise Ballbesitzpassagen zu erarbeiten. Aus einer solchen entstand fünf Minuten vor der Pause ein Freistoß von halbrechts. Joshua Kimmich servierte, Antonio Rüdiger köpfte wuchtig ins rechte Eck ein. Da Aymeric Laporte allerdings rechtzeitig den Schritt raus machte, zählte der Treffer nicht und es ging mit dem 0:0 in die Pause. Deutschland kam besser in die zweite Hälfte, fand sich nach 62 Minuten dennoch in Rückstand. Sergio Busquets verlagerte nach links für Dani Olmo, der Jordi Alba bediente. Spaniens Linksverteidiger servierte mit Schnitt auf den kurzen Pfosten, wo der eingewechselte Álvaro Morata die Außenseite hinhielt und hoch ins kurze Eck traf. Deutschland wurde im Anschluss stärker. Doch sowohl Niclas Füllkrug als auch Jamal Musiala verpassten in Minute 73 jeweils den Ausgleich. Der fiel dafür zehn Minuten später: Leroy Sané steckte für Jamal Musiala durch, der sich stark gegen Rodri aufdrehte. Füllkrug nahm die Kugel mit und nagelte sie aus spitzem Winkel kompromisslos hoch ins lange Eck. 1:1! Dieses Ergebnis bedeutet, dass das DFB-Team Costa Rica bezwingen und hoffen muss, dass Spanien selbiges mit Japan tut.

Das passiert am morgigen Montag

Den Abschluss des 2. Spieltags machen die Gruppen G und H. Bereits um 11:00 Uhr trifft Kamerun im Al-Janoub Stadium auf Serbien. Beide verloren den Turnierauftakt: Kamerun 0:1 gegen die Schweiz und Serbien 0:2 gegen Brasilien. Anschließend steht um 14:00 Uhr im Education City Stadium das Duell zwischen Südkorea und Ghana an. Für die Koreaner gab es ein torloses Remis gegen Uruguay, während Ghana sich in einem unterhaltsamen Spiel Portugal 2:3 geschlagen geben musste. Gleich danach treten die jeweiligen Gewinner der beiden Gruppen an, Brasilien um 17:00 Uhr im Stadium 974 gegen die Schweiz und Portugal um 20:00 Uhr im Lusail Iconic Stadium gegen Uruguay.

Photo by JAVIER SORIANO/AFP via Getty Images

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