Der Nahostkonflikt wirft nicht nur Fragen rund um die WM im Sommer auf. Schon bei den Play-offs könnte es zu Problemen kommen.
Seitdem Israel und die USA den Iran angegriffen haben, sind in der Region etliche Lufträume gesperrt, viele Touristen sitzen etwa in Dubai fest. Auch die WM-Play-offs sind wegen des Reisechaos in Gefahr. Der Irak, der als Reaktion auf die Angriffe ebenfalls von Iran attackiert wurde, befürchtet, nicht zum finalen Spiel um die WM-Teilnahme nach Mexiko reisen zu können.
Der irakische Fußballverband IFA steht in Kontakt mit der FIFA und hat nach Informationen des Guardian ein Schreiben erhalten, wonach der Luftraum für vier weitere Wochen gesperrt bleiben soll. Damit könnten rund 40% des Kaders nicht zum Endspiel der interkontinentalen Play-offs am 31. März nach Mexiko reisen. Dort soll der Irak eigentlich gegen den Sieger der Partie zwischen Surinam und Bolivien ein weiteres WM-Ticket ausspielen. Nationaltrainer Graham Arnold weilt derzeit in Dubai, auch seine Anreise steht noch in den Sternen.
Neben Reisechaos: Visa-Beantragung erschwert WM-Planung
„Wir sind momentan über die ganze Welt verstreut und versuchen, uns so gut wie möglich vorzubereiten“, zitiert der Guardian eine nicht näher genannte Quelle aus dem irakischen Nationalteam: „Wir müssen so planen, als ob das Spiel stattfinden würde, aber das scheint im Moment unwahrscheinlich. Wir stehen in Kontakt mit der FIFA, die das Spiel unbedingt austragen möchte, aber es gibt viele Hindernisse zu überwinden. Sie werden in Kürze eine Entscheidung treffen müssen.“

Als Alternative käme wohl nur eine Fahrt durch den Nordirak in die Türkei infrage, die Route gilt jedoch als gefährlich und wird daher wohl nicht als ernsthafte Option in Betracht gezogen. Neben dem Konflikt im Nahen Osten und den Konsequenzen für den Flugverkehr, bereitet dem IFA auch die Beantragung von Visa weiterhin Kopfschmerzen. Ein geplantes Trainingslager in Houston musste bereits abgesagt werden, da nicht alle Spieler ein US-Visum erhalten haben. Auch in Mexiko gestaltet sich die Visa-Beschaffung als schwierig.

