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90PLUS » WM 2026: Ex-FIFA-Präsident Blatter ruft Fans zum Boykott auf
WM 2026

WM 2026: Ex-FIFA-Präsident Blatter ruft Fans zum Boykott auf

Till Gabriel
27.01.26, 20:19
Till Gabriel
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Einst stand Sepp Blatter als FIFA-Präsident selbst stark in der Kritik. Der WM 2026 kann jedoch auch der Schweizer wenig abgewinnen.

Der langjährige Funktionär, in dessen Amtszeit beim Weltverband unter anderem die umstrittene Vergabe der WM 2022 an Katar fiel, schloss sich in den sozialen Medien der Kritik des Anwalt Mark Pieth an, der zuvor deutliche Worte gegen das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada fand.

„Was wir im Inland beobachten – die Marginalisierung politischer Gegner, Misshandlungen durch Einwanderungsbehörden usw. – ermutigt Fans kaum, dorthin zu reisen“, sagte Pieth im Gespräch mit dem Tages-Anzeiger: „Für Fans gibt es nur einen Ratschlag: Meiden Sie die Vereinigten Staaten! Im Fernsehen haben Sie sowieso eine bessere Sicht. Bei ihrer Ankunft müssen Fans damit rechnen, dass sie sofort nach Hause geschickt werden, wenn sie sich gegenüber den Behörden nicht korrekt verhalten.“ Blatter pflichtete ihm bei: „Ich denke, Mark Pieth hat Recht, diese Weltmeisterschaft in Frage zu stellen.“

WM-Kritik: Infantino verteidigt Ticketpreise

Die Endrunde steht nicht nur wegen der innenpolitischen Lage in den USA und den geopolitischen Machtfantasien von US-Präsident Donald Trump stark in der Kritik. Auch die hohen Ticketpreise sorgen bei den Fans aus den teilnehmenden Ländern für Unmut. Blatter-Nachfolger Gianni Infantino verteidigte die horrenden Summen jüngst. „Aktuell stehen die USA bei den Ticketanfragen an erster Stelle. An zweiter Stelle folgt Deutschland, an dritter England, weil jeder kommen und dabei sein möchte“, betonte der Funktionär, der einen engen Draht zu Trump pflegt: „Jedes Spiel wird ausverkauft sein.“

Infantino hatte 2015 die Nachfolge seines Landsmanns Blatter angetreten. Mittlerweile steht der 55-Jährige ähnlich in der Kritik wie der mittlerweile 89 Jahre alte Vorgänger, gegen den es immer wieder Korruptionsvorwürfe gab. Auch der langjährige UEFA-Präsident Michel Platini – selbst alles andere als frei von Kontroversen – stellte sich zuletzt gegen Infantino. Dieser sei zu „eher zu einem Autokraten geworden“, betonte der frühere Weltklassestürmer aus Frankreich.

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