Die WM 2026 rückt immer näher. Derzeit steht das Turnier aber nicht wegen seiner sportlichen Bedeutung in den Schlagzeilen.
Viel mehr machen sich immer mehr Sorgen rund um die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada breit. Die politische Situation in den Vereinigten Staaten beunruhigt die Welt, in Mexiko kommt es nach dem Tod des Drogenbosses „El Mencho“ vielerorts zu Chaos und Gewalt.
Wie der Guardian aus England berichtet, sind es jedoch nicht nur die politischen Unruheherde, die die Verbände aus aller Welt beschäftigen. Demnach befürchten mehrere europäische Fußballverbände, dass sie durch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Die Gründe dafür sind offenbar ein ungewöhnlicher Kostenanstieg und Unstimmigkeiten bei den Steuerbefreiungen.
Erstmals mit 48 Teilnehmern: WM dauert länger als in Katar
Obwohl die FIFA ein Rekordpreisgeld von über 600 Millionen Euro ausgerufen hat, rechnen etliche Verbände, die die WM als wichtige Einnahmequelle ansehen mit einem Verlustgeschäft oder zumindest mit einem geringeren Gewinn. Dadurch würden wichtige finanzielle Mittel fehlen, die lokal in den Sport investiert werden sollen.
Zehn europäische Verbände haben diese Bedenken auf dem jüngsten UEFA-Kongress in Brüssel geäußert. WM-Teilnehmer erhalten von der FIFA wie in Katar 2022 umgerechnet rund 7,6 Millionen Euro und mehr als eine Million Euro zusätzlich, um die Vorbereitungskosten zu decken. Allerdings wurde mit den USA keine Vereinbarung über eine Steuerbefreiung getroffen, wie es bei WM-Ausrichtern eigentlich verbindlich ist. Zudem variieren die Steuersätze der einzelnen Bundesstaaten extrem. Die Verbände müssen sich in dem Zuge selbst um Steuerberatung kümmern und fühlen sich von der FIFA im Stich gelassen.

Weitere Kostentreiber sind erhebliche Reiseaufwand im Rahmen des Turniers in drei Ländern, der ungünstige Wechselkurs zum Dollar, die hohen Ticketpreise und die Dauer der Endrunde. In Katar lagen zwischen Eröffnungsspiel und Finale vier Wochen, das Turnier in Nordamerika wird mit seinen 48 Teilnehmern dagegen länger als fünf Wochen dauern.

