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WM2018-Vorschau: Gruppe H: Alle mit Ambitionen! Polen, Senegal, Kolumbien, Japan

13. Juni 2018

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WM2018-Vorschau: Gruppe H: Alle mit Ambitionen! Polen, Senegal, Kolumbien, Japan

Japan

Japan: Bloß nicht unterschätzen

Asiatische Teams genießen den Ruf relativ strukturiert, gut organisiert und laufstark zu sein. Bringt man dann noch eine gewisse individuelle Klasse mit, dann ist ein unangenehmer Gegner bereits fertig. Und genau das wollen und können die Japaner sein: unangenehm. Die Qualifikation verlief gut, in der ersten Gruppenphase gewann man 7 der 8 Spiele, kassierte insgesamt keinen Gegentreffer. Die zweite Gruppenphase verlief mit Gegnern wie Australien oder Saudi-Arabien deutlich schwerer, aber auch hier bestach die Defensive und auch hier konnte am Ende der Gruppensieg gefeiert werden. Und so soll es nun weitergehen.

Der endgültige Kader

TOR: Eiji Kawashima (Metz), Kosuke Nakamura (Kashiwa), Masaaki Higashiguchi (Gamba Osaka)

ABWEHR: Tomoaki Marino (Urawa Reds), Yuto Nagatomo (Galatasaray), Maya Yoshida (Southampton), Hiroki Sakai (Marseille), Gotoku Sakai (HSV), Gen Shoji, Naomichi Ueda (Kashima Antlers), Wataru Endo (Urawa Reds)

MITTELFELD: Makoto Hasebe (Frankfurt), Hotaru Yamaguchi (Cerezo Osaka), Gaku Shibasaki (Getafe), Keisuke Honda (Pachuca), Takashi Inui (Eibar), Genki Haraguchi, Takashi Usami (Düsseldorf), Ryota Oshima (Kawasaki Frontale),  Shinji Kagawa (BVB)

ANGRIFF: Shinji Okazaki (Leicester), Yoshinori Muto (Mainz), Yuga Osako (Köln)

 

Der Trainer: Akira Nishino

(Photo by Masahiro Ura/Getty Images)

Der frühere Mittelfeldspieler sieht ein wenig aus wie das asiatische Pendant zu DFB-Trainer Joachim Löw und ist erst seit 2018 als japanischer Nationaltrainer im Amt, übernahm den Posten von Vahid Halihodzic. Als Trainer konnte er bisher die J-League, den dazugehörigen Pokal und die asiatische Champions League gewinnen. Nishino gilt als innovativer Trainer, hat es aber schwer die japanische Mannschaft aufgrund der kurzfristigen Amtsübernahme nach seinen Wünschen zu formen. Immerhin: Ein starker Kader steht ihm zur Verfügung.

 

Die Wundertüte der Gruppe H

Das Ziel der japanischen Mannschaft ist es, wieder konstruktiveren Fußball zu spielen. Unter Halihodzic spielte man eher abwartend, legte viel Wert auf die Defensive und vernachlässigte zuweilen (nicht permanent!) das eigene Ballbesitzspiel, obwohl es für dessen Umsetzung eigentlich genügend ballsichere, technisch starke Akteure gibt. Nishino setzte bei seinen bisherigen Stationen auf ein gutes Spiel gegen den Ball, klare Abläufe im Ballbesitzspiel und phasenweise auf ein sehr aggressives Pressing mit einer hohen Präsenz im Angriffsdrittel. Nishino muss seine Vorstellungen nun in kürzester Zeit implementieren, damit Japan überraschen kann.

Die grundsätzliche Qualität im Kader ist nämlich vorhanden. In der Innenverteidigung steht beispielsweise mit Maya Yoshida in zuverlässiger Spieler im Aufgebot, der vor allem im Verbund mit dem aufbaustarken Ende eine gute Kombination darstellen würde. Links verteidigt Nagatomo, der sich gerne in die Offensive einschaltet, rechts stehen mit Hiroki (Marseille) und Gotoku (HSV) Sakai gleich zwei gute Spieler im Aufgebot. Im defensiven Mittelfeld nimmt Makoto Hasebe eine tragende Rolle ein, sorgt für die Balance, ist ein pressingresistenter Spieler, der den Ball gut verteilen kann. Auch hier stehen grundsolide Alternativen zur Verfügung, allen voran Yamaguchi, der mit seinen Vorstößen für Gefahr sorgen kann.

 

Spielmachende Elemente werden aufgeteilt

In der Offensive stehen verschiedene Spielertypen zur Verfügung. Einerseits schnelle, dribbelstarke Spieler wie Usami oder Inui, die sich vor allem in engen Räumen sehr wohlfühlen, andererseits ein Spieler wie Shinji Kagawa, der häufig durch Kombinationen positiv auffällt, oder aber Keisuke Honda, der zwar nominell häufig auf der rechten Seite agiert, aber selbst eher kreative Elemente einbringt als die klassischen Aufgaben eines Flügelspielers zu übernehmen. Diese Einbindung Hondas ist aber wichtig, denn so hilft er den Druck von Kagawa zu nehmen, der sich seinerseits dann mehr auf die Pressingarbeit konzentrieren kann.

(Photo by Masahiro Ura/Getty Images)

Die drei Angreifer der Japaner sind allesamt bundesligabekannt. Shinji Okazaki spielt mittlerweile für Leicester City, steht für eine hohe Arbeitsrate, kann auch auf den Flügel ausweichen und ist sowohl mit dem Fuß als auch mit dem Kopf stark. Yuya Osako vom 1. FC Köln ist spielstark, schnell und kann vor allem in Umschalt- oder Kombinationssituationen mit Kagawa & co. für Furore sorgen. Der dritte im Bunde ist Yoshinori Muto vom FSV Mainz 05, der ebenfalls eine gute Ballbehandlung hat und seine Mitspieler in Szene setzen kann, zudem instinktiv handelt und häufig ins Spielgeschehen eingebunden wird.

Prognose: Es wird schwer

Der japanische Kader ist ausgewogen, gut besetzt und kann überraschen. Allerdings sind die Polen und die Kolumbianer tendenziell stärker besetzt, dazu noch eingespielt. Japan muss auf die eigenen Stärken bauen und wird ein wenig Glück benötigen um in die K.O.-Runde einzuziehen. Den Senegal muss man schlagen, gegen Polen oder Kolumbien mindestens einen Punkt mitnehmen. Aufgrund der geringen Vorbereitungszeit von Nishino wird das Weiterkommen ein schwieriges, aber nicht unmögliches Unterfangen. 

 

90Plus-Tabellenprognose
  1. Kolumbien
  2. Polen
  3. Japan
  4. Senegal

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