Ein ausverkaufter Betzenberg, 49.327 Zuschauer, 31 Fouls und ein Kapitän, der dem Gegenspieler ins Gesicht jubelt. An Derby-Temperatur hat es dem Südwestduell zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem Karlsruher SC nicht gefehlt. Nur an dem, was Punkte zu Siegen macht.
Feuer ab der ersten Minute
Die Tonlage war nach zwei Minuten gesetzt: Marlon Ritter grätschte Marcel Franke fair ab, jubelte ihm ins Gesicht und wurde dafür geschubst. Beide Trainer hatten unverändert aufgestellt – Torsten Lieberknecht vertraute nach dem 0:0 in Wolfsburg erneut der Dreierkette mit Maxwell Gyamfi, Jacob Rasmussen und Jan Elvedi, Maximilian Senft schickte dieselbe Elf wie beim 2:1 gegen Arminia Bielefeld auf den Platz.
Lautern hatte mehr Ball und die erste echte Chance: Naatan Skyttä lupfte in den Sechzehner, Mërgim Berisha behauptete clever, traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz (22.). Danach kippte die Partie. Kurz vor der Pause parierte Julian Krahl einen Volleyschuss von Moritz Broschinski aus 14 Metern, den Nachschuss setzte Egloff über das Tor.
Die erste Hälfte kostete beide Teams einen Angreifer. Skyttä musste in der 44. Minute unter Tränen vom Feld, Broschinski in der Nachspielzeit – für seinen Ersatzmann John Davis Meyer war es das Profidebüt.
Die zweite Hälfte gehörte den Gästen
Nach dem Seitenwechsel hatte Lautern noch einmal die größte Gelegenheit des Spiels: Ritter schickte den eingewechselten Ibrahim Kanaté, der Ball versprang ihm im vollen Tempo, den Abschluss aus spitzem Winkel klärte Karlsruhe vor der Linie (48.). Danach war der FCK weitgehend beschäftigt.
Rafael Pinto Pedrosa stand frei vor Krahl, der breit machte und parierte – und dabei ein Knie ins Gesicht bekam (53.). In der 68. Minute hielt er einen Distanzschuss von Christoph Kobald, in der 79. lenkte er einen 45-Meter-Freistoß von KSC-Keeper Hans Christian Bernat einhändig über die Latte. Sieben Paraden am Ende. Der Wert, der die Partie erklärt, ist trotzdem ein anderer: 1,06 zu 1,19 Expected Goals. Zwei Mannschaften, die je eine gute Halbzeit hatten, und keine, die daraus etwas machte.
Zwei Spieltage, eine Lücke
| 1. FC Kaiserslautern | Karlsruher SC | |
|---|---|---|
| 1. Spieltag | 0:0 bei VfL Wolfsburg | 2:1 gegen Arminia Bielefeld |
| 2. Spieltag | 0:0 gegen Karlsruher SC | 0:0 bei 1. FC Kaiserslautern |
| Punkte | 2 | 4 |
| Tore / Gegentore | 0 : 0 | 2 : 1 |
Der FCK hat nach zwei Spieltagen weder getroffen noch ein Gegentor kassiert – eine Bilanz, die im Fußball selten lange schön bleibt. Die Defensive mit Dreierkette und einem Torhüter in dieser Form ist offensichtlich belastbar. Vorne fehlt nicht die Bereitschaft, sondern der letzte Kontakt: Berisha am Außennetz, Kanaté im Verstolpern, Elvedi und Erencan Yardımcı in der Schlussphase ohne Zielwasser.
Karlsruhe steht bei vier Punkten und hat die Reihenfolge im Betzenberg-Spiel korrekt gedreht – nur eben ohne Ertrag. Am Freitag geht es für den KSC in der ersten Pokalrunde zu Preußen Münster.
Punkte ohne Tore
Ein Derby lebt von Intensität, eine Saison von Zählbarem. Der FCK hat nach zwei Spielen bewiesen, dass er nicht zu schlagen ist. Das reicht bis zu dem Tag, an dem jemand trifft.

