In der Bundesliga war am Samstagnachmittag jede Menge Spektakel und Drama geboten. Während vor allem im Süden der Republik viele Tore fielen, wurde das Kellerduell zwischen Wolfsburg und dem HSV vom Elfmeterpunkt entschieden.
Wolfsburg – Hamburg
Verlieren verboten hieß es vor stimmungsvoller Kulisse beim Kellerduell zwischen Wolfsburg und dem HSV. Dabei war die tabellarisch brenzlige Lage beiden Mannschaften anzumerken, die Zuschauer in der Volkswagen-Arena sahen eine von Hektik und Fehlern geprägte Partie. Nachdem Daniel Elfadli im eigenen Strafraum mit zu hohem Bein zu Werke ging, brachte Christian Eriksen die Wölfe vom Punkt in Führung (22.). Im anderen Strafraum traf Moritz Jenz Luka Vuskovic, der selbst zum Elfmeter antrat und zum 1:1-Pausenstand traf (33.). Bitter für den VfL: Keeper Kamil Grabara hatte den Strafstoß unglücklich durch die Finger gleiten lassen.
Nach 57 Minuten war es Jonas Adjetey, der den nächsten Elfmeter zugunsten des HSV verursachte. Diesmal trat Jean-Luc Dompé in Spiel eins nach seiner Suspendierung an und brachte die Rothosen in Führung. Diese währte trotz Wolfsburger Aufbäumens bis zum Schluss. Während der HSV einen Befreiungsschlag feiert, werden die Abstiegssorgen beim VfL zunehmend ernster. Nach Abpfiff skizzierten Rudelbildungen und wütende Fans das Bild in der Volkswagen-Arena.
Mainz – Stuttgart
Während es für Mainz 05 um wichtige Punkte im Tabellenkeller ging, wollte der VfB Stuttgart Platz vier behaupten. Die Schwaben kontrollierten zunächst auch die Partie, übergaben Mitte des ersten Durchgangs das Zepter aber den Hausherren, die zur Pause auch nicht unverdient führten: Infolge einer Ecke war Kang-in Lee zur Stelle und köpfte zum 1:0 ein (39.)
Nach der Pause verpassten die 05er mehrfach das 2:0, was sich mit Anbruch der Schlussphase gleich doppelt rächte – weil Deniz Undav erst den Ausgleich für Ermedin Demirovic vorlegte (76.) und zwei Minuten später selbst nach Konter zur Stuttgarter Führung traf. Für den Schlusspunkt sorgte allerdings Danny da Costa, der nach einem Lattentreffer von Philipp Mwene goldrichtig stand und zum 2:2 einköpfte (90.+1.)

Freiburg – Leverkusen
Für beide ging es im Kampf um die europäischen Plätze um wichtige Punkte – eine dementsprechend rasante Partie lieferten sich der SC Freiburg und Bayer Leverkusen. Der Torreigen begann zwar erst nach etwas über einer halben Stunde, dafür dann aber richtig: Bei einer Direktabnahme schoss sich Vincenzo Grifo selbst an, wodurch die Kugel unhaltbar im Netz zappelte (34.). Mit einem präzisen Flachschuss gelang Christian Kofane die postwendende Antwort (37.) – die allerdings nicht lange währte, weil Yuito Suzuki nach einem schön gespielten Angriff die erneuten Freiburger Führung herstellte (43.). Für das Highlight des ersten Durchgangs sorgte Alejandro Grimaldo, der per direkt getretenem Freistoß zum 2:2-Pausenstand traf (45.+3).
Nach dem Seitenwechsel drehte Martin Terrier die Partie zugunsten der Werkself (52.), die direkt im Anschluss durch Kofane eine Riesenchance auf das 4:2 liegen ließ. Das sollte sich rächen, denn wenige Minuten vor Schluss traf Matthias Ginter nach starker Vorarbeit von Derry Scherhant in einer spektakulären Partie zum 3:3-Endstand.
Leipzig – Augsburg
RB Leipzig war nach zuletzt vier erfolglosen Heimspielen im Kampf um die Champions-League-Ränge zum Siegen verdammt, gegen defensiv gut organisierte Augsburger fiel den Sachsen offensiv aber wenig ein. Stattdessen scheiterte auf der anderen Seite Keven Schlotterbeck vom Punkt an Maarten Vandevoordt (23.). Besser machte es Robin Fellhauer, der freistehend aus elf Metern die Augsburger Halbzeitführung erzielte (39.).
Nach der Pause legte RB eine klare Leistungssteigerung hin und erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten, ehe der umtriebige Yan Diomande Schlotterbeck abhängte und mit Anbruch der Schlussphase den verdienten Ausgleich erzielte (76.). Bitter für die Gäste: In der Nachspielzeit bugsierte Arthur Chaves die Kugel über die eigene Linie und sorgte damit für den späten Leipziger Sieg (90.+2). Dabei hätte ausgerechnet Keeper Finn Dahmen mit der letzten Aktion des Spiels beinahe noch den Ausgleich erzielt.
Heidenheim – Hoffenheim
Mit acht Punkten Rückstand ans rettende Ufer zählten für Heidenheim nur die drei Punkte, während die TSG Hoffenheim ihre Ansprüche auf einen Champions-League-Platz untermauern wollte. Dabei machten sich die qualitativen Unterschiede zwischen den beiden Teams schnell auch auf dem Platz bemerkbar. Während die Hausherren offensiv kaum zum Zug kamen, erzielte Alexander Prass aufseiten der Kraichgauer einen Doppelpack (26./45.+1), sodass es schon zur Pause 0:2 stand.
Nach dem Seitenwechsel legte Fisnik Asllani das 3:0 nach. Der FCH gab sich zwar nicht auf und erzielte durch Luca Kerber den Anschluss (63.), ehe wenig später ein weiterer Treffer von Christian Conte wegen Abseits nicht zählte (70.). Allerdings legte Tim Lemperle in der Schlussphase das 4:1 nach und zog den Hausherren damit endgültig den Stecker (78.). Immerhin: Mit dem Anschluss zum 2:4 (84.) sorgte Doppelpacker Kerber in einer rasanten Partie für ein einigermaßen versöhnliches Ende – wenngleich sich die Heidenheimer davon natürlich nichts kaufen können.
Bundesliga: Die Ergebnisse und Torschützen vom Samstagnachmittag
Wolfsburg – Hamburg 1:2
Tore: 1:0 (22., Foulelfmeter), 1:1 (33., Foulelfmeter), 1:2 Dompe (58., Foulelfmeter)
Freiburg – Leverkusen 3:3
Tore: 1:0 Grifo (34.), 1:1 Kofane (37.), 2:1 Suzuki (43.), 2:2 Grimaldo (45.+3), 2:3 Terrier (52.), 3:3 Ginter (86.)
Mainz – Stuttgart 2:2
Tore: 1:0 Lee (39.), 1:1 Demirovic (76.), 1:2 Undav (78.), 2:2 da Costa (90.+1)
Leipzig – Augsburg 2:1
Tore: 0:1 Fellhauer (39.), 1:1 Diomande (76.), 2:1 Arthur Chaves (90.+2, Eigentor)
Heidenheim – Hoffenheim 2:4
Tore: 0:1 Prass (26.), 0:2 Prass (45.+1), 0:3 Asllani (49.). 1:3 Kerber (63.), 1:4 Lemperle (78.), 2:4 Kerber (84.)

