Das unschöne Ende von Mesut Özils DFB-Karriere ist auch fast acht Jahre später noch Thema. Joachim Löw äußerte sich über seinen früheren Spielmacher.
Der langjährige Bundestrainer habe die „Presseerklärung und die Gründe“ nie gelesen. „Weil erstens war mir das zu lang und zweitens war ich in dem Moment enttäuscht, weil ich’s eigentlich nicht von ihm persönlich gehört habe“, sagte Löw in der ZDF-Dokumentation „Mesut Özil – zu Gast bei Freunden“.
Özils Stern ging bei der WM 2010 in Südafrika rasant auf. Es folgte der Wechsel zu Real Madrid, bei den Königlichen und später bei Arsenal zählte er jahrelang zu den besten offensiven Mittelfeldspielern des Planeten. Vor der WM 2018 wandte sich die deutsche Öffentlichkeit jedoch gegen den Regisseur, der sich – gemeinsam mit Ilkay Gündogan – mit dem umstrittenen türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan ablichten ließ.
Löw: Özil ist „einer der besten Nationalspieler, den Deutschland je hatte“
Als das Turnier dann mit dem Vorrundenaus statt der anvisierten Titelverteidigung endete, erklärte Özil in einem langen Statement seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft und dass „er nicht länger als Sündenbock dienen“ wolle. Auch der damalige DFB-Präsident Reinhard Grindel wurde vom früheren Schalker scharf kritisiert. So lange er „dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit verspüre“, wollte er nicht mehr für Deutschland spielen hieß es.

Bundestrainer Löw, der lange als Förderer Özils galt, zeigte sich seitdem immer wieder enttäuscht, dass der Spielmacher nicht das persönliche Gespräch mit ihm gesucht hatte. „Der Mesut lebt jetzt in der Türkei, ist weniger in Deutschland oder äußerst selten“, sagte Löw in der Doku und bezeichnete ihn als „einen der besten Nationalspieler, den Deutschland je hatte.“ Erst 2023 ist es laut Özil wieder zu einem Treffen der beiden Weltmeister von 2014 gekommen, das der heute 37-Jährige als „freundschaftlich“ bezeichnete.
2021 verließ Özil Arsenal nach acht Jahren, weil er unter Mikel Arteta kaum noch zum Zug kam. Es folgten kurze Stationen bei Fenerbahce und Istanbul Basaksehir, ehe der einst so geniale Spielmacher im März 2023 seine Karriere beendete. Seitdem polarisierte Özil mehrmals mit politischen Äußerungen, unter anderem zum Nahostkonflikt.

