Es ist vollbracht. Schon am 32. Spieltag hat der FC Schalke 04 den Aufstieg in die Bundesliga fixiert. Königsblau reichte ein 1:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf mit dem goldenen Tor von Kenan Karaman, um im Anschluss an das Spiel in den Partymodus zu schalten.
67 Punkte aus 32 Spielen sind eine absolut gute Bilanz der Mannschaft von Trainer Miron Muslic. Und das ist umso beeindruckender, wenn man genau weiß, wie die letzte Saison verlief. Seinerzeit kämpfte man nämlich sogar zeitweise gegen den Abstieg.
Kluge Personalentscheidungen wie die Anstellung von Muslic, aber auch gute Transfers und ein großer Zusammenhalt innerhalb des ganzen Klubs waren maßgebliche Parameter für den Aufstieg in der noch laufenden Saison.
Schalke macht vieles richtig
Dass die 2. Bundesliga extrem kompliziert ist, das ist nicht neu. Der Aufstieg in einer solch engen und physisch guten Liga ist immer mit viel Arbeit verbunden. Es sind auch nicht immer die spielerisch besten Mannschaften, die sich am Ende durchsetzen. Spielerische Elemente sind essenziell, aber ohne die Basics und eine große Widerstandsfähigkeit ist das alles nicht möglich. Bei Schalke passte dahingehend alles – und war nacheinander.
Zunächst einmal legte Muslic viel Wert darauf, die Defensive zu stabilisieren. Mit Erfolg: Vor Torhüter Loris Karius formierte sich in der ersten Phase der Saison eine sehr gute Defensive. Schalke spielte kompromisslos, klärte die Bälle, wenn ein gewisses Risiko bestand, fußballerisch waren zunächst nicht oft Leckerbissen dabei. Aber das war in Ordnung, weil die Gegner von der Intensität durchgerüttelt wurden und Schalke am Ende schon in der Hinrunde sehr viele Wege fand, um die gegnerischen Teams zu zermürben.

Jedem war klar: Wenn diese defensive Grundstruktur als Basis einmal steht, dann kann darüber hinaus eine Weiterentwicklung stattfinden. In fußballerischer Hinsicht. Schalke wollte nicht die ganze Saison „destruktiv“ spielen, wobei das auch nicht immer eine Destruktivität war, die man in der Hinrunde gesehen hat. Es war quasi Mittel zum Zweck. Und das in den Leitplanken der eigenen Mittel.
Schalke-Aufstieg: Der Winter war entscheidend
Was Schalke im Winter machte, das war genau der nächste Schritt, den man brauchte. Die Königsblauen merkten vor der Winterpause, dass sich die Gegner immer besser auf die Intensität einstellen konnten. Deswegen brauchte es neue Impulse. Bei den finanziell recht klammen Schalkern ist das eine Herausforderung, die man nicht unterschätzen sollte. Doch wie Frank Baumann es geschafft hat, den Kader kostengünstig und trotzdem prominent zu verstärken, ist aller Ehren wert.
Es ist dabei nicht nur Edin Dzeko, der natürlich für Impulse sorgte, sondern alle Winterdeals passten und brachten neue Elemente in die Mannschaft ein, die bisher nicht oder nur unzureichend vorhanden waren. Adil Aouchiche und seine Technik, der Wille von Dejan Ljubicic und die Dynamik von Moussa Ndiaye: Alles musste sich kurz finden, aber im Endeffekt passte alles zusammen. Die Basis wurde schon im Sommer gelegt, in der Hinrunde verfeinert und im Winter wurde die nächste Ebene vorbereitet. All das mit einer Ruhe, wie man sie von Schalke gar nicht kennt.
Und die Widerstandsfähigkeit? Die zeigte Schalke in den Spielen, in denen Dzeko gesperrt oder verletzt fehlte, in denen man Rückstände überwinden musste, in denen man sich teilweise auch zurecht benachteiligt fühlte. Ein Sieg in Elversberg nach Unterzahl und Rückstand, ein Sieg in Paderborn nach 0:2-Rückstand und eben ohne Dzeko: All das schaffte Schalke. All das schaffte man nicht zufällig, sondern verdient. Und genau deswegen gibt es keinen Zweifel daran, dass der Aufstieg die logischste Konsequenz ist.

