Die 0:2 Niederlage im Clasico gegen den FC Barcelona hat bei Real Madrid nicht nur sportlich tiefe Spuren hinterlassen. Während Barca mit dem Sieg die Meisterschaft perfekt machte, gerieten die Königlichen nach einer weiteren enttäuschenden Vorstellung heftig unter Beschuss. Vor allem in der ausländischen Presse fiel das Urteil über die Madrilenen schonungslos aus.
Dass Real im Camp Nou über weite Strecken chancenlos wirkte, verschärfte die ohnehin angespannte Lage zusätzlich. Nach turbulenten Wochen, internen Spannungen und anhaltenden Diskussionen über die Zukunft scheint das Bild einer Mannschaft entstanden zu sein, die ihren Mythos zunehmend verloren hat. Genau diesen Eindruck griffen zahlreiche Medien nach Abpfiff auf.
Real „zerstört ein Team“
In Spanien fiel das Urteil besonders deutlich aus. Die Marca schrieb, „Barca baut ein Team auf, Madrid zerstört es“ und sah in der Niederlage den Beleg für einen „inneren Riss“, der nun endgültig sichtbar geworden sei. Auch die AS fand harte Worte und bezeichnete den Auftritt der Königlichen als perfektes Sinnbild für „eine Saison ohne Geist und Seele“.
Auch die Mundo Deportivo sparte nicht mit Kritik und stellte fest, Real habe „zu keinem Zeitpunkt den Eindruck“ vermittelt, im Camp Nou wirklich für eine Überraschung sorgen zu können. Noch drastischer formulierte es die Gazzetta dello Sport, die von einer „selbstzerstörerischen Spirale aus Chaos, Anarchie und Depression“ schrieb.
In Portugal erklärte die A Bola, Real sei „ein Feuer, das Mourinho löschen muss“. Damit griff das Blatt zugleich die anhaltenden Spekulationen um eine mögliche Rückkehr des Portugiesen nach Madrid auf.
In England schrieb die Daily Mail von der „Schmach“, dem Erzrivalen den Titel ohne wirkliche Gegenwehr praktisch überlassen zu haben, während The Sun den Sieg Barcelonas als „demütigend“ für Real einordnete.
So wurde der Clasico aus Sicht von Real Madrid nicht nur zur sportlichen Enttäuschung, sondern auch zum Sinnbild einer Saison, die selbst nach dem Trainerwechsel von Xabi Alonso auf Alvaro Arbeloa nicht in geordnete Bahnen gelenkt werden konnte. Vielmehr entstand erneut der Eindruck, dass bei den Königlichen eher Egoisten als mannschaftliche Geschlossenheit den Ton angeben.

