Nach der Spionage-Affäre ermittelt nun auch Englands Fußballverband gegen den FC Southampton. Das kündigte die Football Association (FA) am Donnerstag an. Anders als die English Football League (EFL), die die Saints aus den Aufstiegs-Playoffs der zweiten Liga ausgeschlossen hat, kann die FA auch Strafen und Sperren gegen Einzelpersonen aussprechen.
Wie britische Medien berichten, könnte eine mögliche Sperre auch den deutschen Teammanager Tonda Eckert treffen, sofern bewiesen wird, dass er den Undercover-Einsatz vor dem Halbfinal-Hinspiel beim FC Middlesbrough angeordnet hat. Dasselbe gilt für den technischen Direktor Johannes Spors.
Southampton und Eckert droht Ärger
Im Rahmen der Untersuchungen der EFL tauchten laut „The Athletic“ belastende WhatsApp-Nachrichten von Eckert an Analysten auf. Der 33-jährige Deutsche soll behauptet haben, er habe nicht gewusst, dass eine solche Spionage in England gegen die Regeln verstoße. Spieler Southamptons sollen derweil rechtliche Schritte vorbereiten, nachdem ihnen durch den Ausschluss mögliche Prämien entgehen würden.
Am Mittwoch war der Einspruch Southamptons gegen den Ausschluss aus den Playoffs abgewiesen worden. Damit steht die Entscheidung, dass der Klub nicht zum Endspiel in Wembley antreten darf. Stattdessen spielt Middlesbrough am Samstag gegen Hull City (16.30 Uhr/Sky) um den letzten Platz in der Premier League.
Vor dem ersten Duell mit Boro war ein Klubmitarbeiter der Saints dabei beobachtet worden, wie er das Training des Gegners ausspionierte. Middlesbrough legte daraufhin Beschwerde ein – mit Erfolg.
Southampton, das zudem mit einem Vier-Punkte-Abzug in die kommende Saison starten muss, hatte anschließend gleich mehrere Verstöße eingeräumt. Demnach sei nicht nur Middlesbrough ausspioniert worden, sondern im Verlauf der Saison auch Oxford United und Ipswich Town.

