Mit großem Jubel bei Arsenal endete die Saison in der Premier League. Auch in der Elf der Saison dominieren die Gunners das Bild.
Dass es in der sechsten kompletten Spielzeit unter Mikel Arteta endlich für den großen Wurf reichte, lag in erster Linie an der stabilen Defensive der Nordlondoner. Kein Wunder, dass die Gunners vier von fünf Plätzen in der Hintermannschaft besetzen. Bei Vizemeister Manchester City hielt dagegen die Angriffsreihe die Titelträume lange am leben.
Tor: David Raya
Im Tor führt kein Weg an Arsenals David Raya vorbei. Der Schlussmann des Meisters hielt 19-mal seinen Kasten sauber, bei 37 Einsätzen ist das mehr als die Hälfte. Gerade in der Schlussphase der Saison rettete der Spanier den Gunners mit seinen Paraden etliche Punkte. Der ehemalige Brentford-Keeper darf sich längst zu den besten Torhütern der Welt zählen.
Innenverteidiger: Gabriel und William Saliba
Auch in der Innenverteidigung dominiert der Champion. Arsenals Defensive suchte in dieser Saison seinesgleichen. William Saliba und Gabriel verkörpern schon seit Jahren Weltklasse, in der zurückliegenden Spielzeit machten aber beide nochmal einen Schritt nach vorne.

Während Saliba mit seinem Tempo und einer beeindruckenden Eleganz besticht, dominiert Gabriel mit physischer Präsenz, progressivem Spielaufbau und enormer Torgefahr bei Standards. Der Franzose und der Brasilianer sind ein eingespieltes Duo und dürften auch in den kommenden Jahren das Nonplusultra im Abwehrzentrum bleiben.
Außenverteidiger: Nico O’Reilly und Jurrien Timber
Hinten links schafft es der erste Spieler des Vizemeisters in das Team der Saison. Nico O’Reilly hat in der zurückliegenden Spielzeit einen kometenhaften Aufstieg hingelegt und sich unter Pep Guardiola zum besten Linksverteidiger der Premier League entwickelt. Defensiv agierte der Youngster stabil, dazu erzielte er fünf wichtige Tore. Auch im Carabao Cup stand der Nationalspieler mit einem Doppelpack im Finale im Mittelpunkt.
Auf der rechten Abwehrseite sind die Gunners wieder am Steuer. Jurrien Timber und Matheus Nunes von Manchester City lieferten sich ein enges Rennen, in dem die herausragende Hinrunde des Niederländers letztendlich den Ausschlag gab. Der 24-Jährige steuerte drei Tore und sechs Vorlagen zur ersten Gunners-Meisterschaft seit 2004 bei.
Mittelfeld: Declan Rice, Bruno Fernandes und Dominik Szoboszlai
Der fünfte (und letzte) Arsenal-Star findet sich im defensiven Mittelfeld wieder. Declan Rice bestach durch seine Zweikampfstärke und als Führungsspieler, war zudem an elf Treffern direkt beteiligt. Nach einem kleinen Durchhänger im Frühjahr fand der 27-Jährige rechtzeitig wieder in die Spur und führte seine Mannschaft zum Titel. Sein „It’s not done“ nach der Niederlage gegen ManCity genießt bei den Fans der Nordlondoner bereits Kultstatus.
Neben dem Engländer steht mit Dominik Szoboszlai ein ehemaliger Bundesliga-Profi. Der Ungar war in einer durchwachsenen Saison der Lichtblick beim FC Liverpool. Ohne den früheren Leipziger hätte die Mannschaft von Arne Slot die Champions League nicht erreicht. 36-mal stand er in der Startelf, kam dabei mal als Zehner, mal als Achter zum Einsatz und half sogar als Rechtsverteidiger aus.

Der beste Spieler der Saison spielt weder für Arsenal, noch für Manchester City. Bruno Fernandes hat sein bestes Jahr im Trikot von Manchester United hinter sich und war der Garant dafür, dass die Red Devils nach einer chaotischen Hinrunde und einem Trainerwechsel aufblühten. Der Lohn: ManUnited kehrte als Dritter in die Champions League zurück und Fernandes stellte mit 21 Vorlagen einen neuen Rekord in der Premier League auf.
Sturm: Antoine Semenyo, Erling Haaland und Junior Kroupi
Die Angriffsreihe dominiert der Vizemeister. Erling Haaland sicherte sich mit 27 Toren einmal den den Goldenen Schuh, auch wenn ihm in der Rückrunde ein wenig die Luft ausging. Dass der Norweger in der zweiten Saisonhälfte abbaute, fiel allerdings nicht besonders ins Gewicht, weil die Cityzens im Januar mit Antoine Semenyo nachlegten.
Der Ghanaer kam für 72 Millionen Euro von Ligakonkurrent Bournemouth und knüpfte unter Pep Guardiola nahtlos an die starken Auftritte in der Hinrunde an. Mit 17 Treffern schloss der Flügelstürmer die bisher beste Spielzeit seiner Karriere ab.

Ohne den Superstar mussten bei Bournemouth in der zweiten Saisonhälfte andere Akteure in die Bresche springen. Einer, der das auf grandiose Art und Weise tat, war Eli Junior Kroupi. Der 19-Jährige traf in seinem ersten Jahr im englischen Oberhaus 13-mal – Rekord für einen Teenager. Mit seinem Tor gegen Ex-Kollege Semenyo und ManCity am 37. Spieltag machte er Arsenal zum Meister.
Bank: Sunderland-Sensationen und City-Shootingstars
Natürlich gab es weit mehr als diese elf Spieler, die der Saison in der Premier League ihren Stempel aufdrücken konnten. Dass der AFC Sunderland als Aufsteiger in die Europa League einzog und nach über 50 Jahren wieder international startet, lag neben einer starken Mannschaftsleistung auch an Leistungsträgern wie Keeper Robin Roefs und Taktgeber Granit Xhaka. Der Schweizer wurde nach seinem Wechsel von Bayer 04 zu den Black Cats gleich zum Gesicht des Teams und bewies einmal mehr, dass er eine Mannschaft auf ein neues Level heben kann.
Neben dem bereits erwähnten Matheus Nunes und Winterzugang Marc Guehi startete bei Manchester City auch Rayan Cherki durch. Der Super-Dribbler, der einst fast bei Borussia Dortmund gelandet wäre, brauchte in der Premier League keine lange Eingewöhnungszeit. Sein Flair und seine technische Brillanz machen den Franzosen zu einer der Hauptattraktionen der Liga, mit zwölf Vorlagen und vier Toren war er neben Semenyo und Haaland der gefährlichste Akteuer der Skyblues.

Für den FC Chelsea endete die Saison in einem Fiasko. Die Trennung von Enzo Maresca erwies sich als großer Fehler, unter Nachfolger Liam Rosenior rutschten die Blues tief in die Krise. In der kommenden Saison spielt der stolze Klub nicht international. Nicht auszumalen, wo die Londoner gelandet wären, hätten sie mit Enzo Fernandez und Top-Neuzugang Joao Pedro nicht zwei Unterschiedsspieler in ihren Reihen gehabt, die die vielen personellen Fehler und Cole Palmers Formschwäche bestmöglich kaschierten.
Umso überraschender war daher, dass Joao Pedro nicht von Brasilien-Coach Carlo Ancelotti für die WM nominiert wurde. Brentfords Igor Thiago ballerte sich mit 22 Toren dagegen in die Selecao. Für Nottingham-Star Morgan Gibbs-White hatte Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel keinen Platz, mit 15 Toren und vier Assists war der 26-Jährige dennoch die prägende Figur der Tricky Trees und entscheidend am Klassenerhalt beteiligt.

