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90PLUS » Vorbild Marokko: Diesen „Dark Horses“ ist bei der WM 2026 einiges zuzutrauen
WM 2026

Vorbild Marokko: Diesen „Dark Horses“ ist bei der WM 2026 einiges zuzutrauen

Till Gabriel
03.06.26, 17:20
Till Gabriel
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Marokko, WM 2026
Foto: Getty Images

Hinter den üblichen Verdächtigen tummeln sich bei der WM 2026 einige Nationen, die für große Überraschungen sorgen könnten.

Wenn es darum geht, wer in wenigen Wochen den goldenen Pokal in den Himmel recken darf, fallen in der Regel die Namen von Ländern wie Frankreich, Spanien oder England. Der Kreis der Mitfavoriten besteht aus Brasilien, Argentinien, Deutschland. Portugal und co. –  die üblichen Verdächtigen eben. Doch abseits der Top-Nationen gibt es einige vermeintliche Außenseiter, die für jeden Gegner unangenehm sind und selbst weit kommen können.

Überrascht Marokko wie bei der WM in Katar?

2022 hat Marokko eindrucksvoll gezeigt, wieviel man als „Dark Horse“ erreichen kann. Die Nordafrikaner warfen Spanien und Portugal in Katar aus dem Turnier, zogen als erste afrikanische Mannschaft ins Halbfinale einer WM ein und freuten sich am Ende über den vierten Platz. Auch 2026 ist der Mannschaft um PSG-Star Achraf Hakimi einiges zuzutrauen.

Marokko
Foto: Getty Images

Denn neben dem Kapitän und Aushängeschild ist das Team von Trainer Mohamed Ouahbi hochkarätig besetzt. Routinier Yassine Bounou (Al-Hilal) hütet nach wie vor das Tor, in der Abwehr stehen Hakimi erfahrene Akteure wie Nayef Aguerd (Marseille) und Nouassir Mazraoui (ManUnited), aber auch Talente wie Chadi Riad (Crystal Palace) zur Seite.

Das Prunkstück der Löwen vom Atlas ist das Mittelfeld. Hier ziehen Routinier Sofyan Amrabat (Real Betis) und Lille-Wunderkind Ayyoub Bouaddi die Fäden, für die kreativen Momente in der Offensive sorgen Real-Star Brahim Diaz und Stuttgarts Bilal El Khannous. Abde Ezzalzouli von Betis, Chemsdine Talbi (Sunderland) und Frankfurts Ayoube Amaimouni-Echghouyab sorgen für die nötige Geschwindigkeit. Das einzige, was Marokko zu einem echten Geheimfavoriten fehlt, ist ein Mittelstürmer von internationalem Format. Die eingeschworene Truppe kann aber wie 2022 einigen Favoriten ein Bein stellen.

Österreich: Mit Rangnicks Pressing, aber ohne Baumgartner

Auch Österreich ist längst kein „geheimer Geheimtipp“ mehr. Die Alpenrepublik hat sich unter Trainer Ralf Rangnick enorm weiterentwickelt und wusste schon bei der EM 2024 trotz des Ausscheidens im Achtelfinale zu überzeugen. Die erste Qualifikation für eine Weltmeisterschaft seit 1998 war schließlich der Lohn für die jahrelange Aufbauarbeit des deutschen Trainers.

Der Kader ist durch die Bank solide bis gut besetzt, echte Schwachstellen gibt es nicht. Für ÖFB-Legenden wie David Alaba (Real Madrid) und Marko Arnautovic (Roter Stern) wird das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada wohl das letzte große Aufgalopp im Nationaldress sein.

In einer Gruppe mit Algerien, Argentinien und Jordanien muss der zweite Platz das Ziel sein. In der K.O.-Phase ist mit dem überfallartigen Rangnick-Pressing vieles möglich, auch wenn im Kader Spieler von absolutem Spitzenformat fehlen. Der verletzungsbedingte Ausfall von Leipzig-Star Christoph Baumgartner wiegt schwer.

Österreich
Foto: Getty Images

Elfenbeinküste setzt auf Bundesliga-Juwele

Schaut man sich das Aufgebot der Elfenbeinküste an, kann man kaum glauben, dass für diese Mannschaft beim letzten Afrika-Cup bereits im Viertelfinale Endstation war. Mit Yan Diomande von RB Leipzig, Hoffenheims Bazoumana Toure und Amad Diallo (ManUnited) stehen gleich drei spannende, junge Flügelspieler im Kader.

Auch die Defensive ist mit Evan N’Dicka (Roma) und Ousmane Diomande (Sporting) stark besetzt. Seko Fofana von Porto und Ex-Barca-Star Franck Kessie (Al-Ahli SFC) bilden physische eines der dominantesten Mittelfeldduos aller WM-Teilnehmer. Wie Marokko fehlt auch der Elfenbeinküste nur ein verlässlicher Goalgetter. Ange-Yoan Bonny (Inter) hat das Potenzial, muss den Beweis, dass er auf hohem Niveau regelmäßig treffen kann, aber erst noch erbringen. Dennoch: Übersteht man die knifflige Gruppe mit Deutschland, Ecuador und Curacao, kann es für die Ivorer weit gehen.

Türkei erstmals seit 2002 dabei

Lang ist’s her, dass die Türkei an einer Fußball-Weltmeisterschaft teilnehmen durfte. 2002 war die Nationalmannschaft zuletzt dabei und wurde damals in Japan und Südkorea sogar Dritter. Die Zeiten von Hakan Sükür und co. sind längst vorbei, unter Trainer Vincenzo Montella prägen neue Gesichter das Bild der Türkei.

Und die haben es in sich. Inter-Routinier Hakan Calhanoglu und Arda Güler (Real Madrid) zählten in der vergangenen Saison zu den besten Mittelfeldspielern der Welt. Güler war bei den Königlichen trotz eines Chaos-Jahrs der große Gewinner und wurde sogar zum besten jungen Spieler der Champions League gewählt. Auch der in Regensburg geborene Kenan Yildiz (Juventus) und Frankfurts Can Uzun zählen zu den größten Talenten der Welt auf ihren Positionen.  Einzig die Defensive genügt nicht höchsten Ansprüchen, ist aber ebenfalls mit erfahrenen Akteuren aus den europäischen Top-Ligen gespickt.

Türkei
Foto: Getty Images

In der Gruppenphase warten mit Gastgeber USA, Paraguay und Australien dankbare Aufgaben. Gelingt es der Türkei, in der Vorrunde mit souveränen Auftritten eine Euphorie zu entfachen, dürfen „Ay-Yildizlilar“ sogar von einer Medaille träumen.

„Dark Horse“ aus dem Fernen Osten: Japan bringt Potenzial mit

Vor vier Jahren stolperte die deutsche Nationalmannschaft bereits in der Gruppenphase über Japan und auch 2026 ist den Samurai Blue wieder zuzutrauen, den ein oder anderen Favoriten ins Straucheln zu bringen. Im März zeigte die Auswahl um Bayern-Verteidiger Hiroki Ito bereits, was sie zu leisten imstande ist und bezwang Thomas Tuchels Engländer mit 1:0.

Neben Ito sind aus der Bundesliga auch Mainz-Motor Kaishu Sano, Yukinari Sugawara (Werder), Kento Shiogai vom VfL Wolfsburg, Yuito Suzuki (Freiburg) und Ritsu Doan (Eintracht Frankfurt) Teil des Kaders. Sano ist mit einem Marktwert von 40 Millionen Euro sogar der wertvollste Akteur im Aufgebot von Hajime Moriyasu, dem mit Daichi Kamada (Crystal Palace), Daizen Maeda (Celtic) und Takefusa Kubo (Real Sociedad) weitere Top-Spieler angehören.

In der Gruppe treffen die Samurai Blue auf die Niederlande, Tunesien und Schweden. Kommt die Moriyasu-Elf wie in Katar gut aus den Startblöcken, ist der erstmalige Einzug ins Viertelfinale ein realistisches Ziel.

THEMENElfenbeinküsteMarokkoÖsterreichTürkeiWM 2026
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