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90PLUS » Zwischen Finaltrauma und WM-Vorfreude: Havertz schaut nach vorn
WM 2026

Zwischen Finaltrauma und WM-Vorfreude: Havertz schaut nach vorn

90PLUS
31.05.26, 10:10
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Kai Havertz
Foto: Getty iMages

Kai Havertz verließ Budapest stimmungstechnisch noch „ein bisschen angeschlagen“, der Blick nach vorne hellte die Miene des deutschen Nationalspielers aber schnell auf. Den Schmerz über das im Elfmeter-Krimi verlorene Finale der Champions League sollte erst die Meisterfeier mit dem FC Arsenal am Sonntagnachmittag in London vergessen machen, hinzu kam die „Riesenvorfreude“ auf das baldige Wiedersehen mit den Kollegen bei der DFB-Auswahl.

„Ich habe mir schon ein paar Videos auf YouTube angeguckt von den Jungs. Ich kann es kaum erwarten, zu den Jungs zu stoßen. Jetzt ein, zwei Tage nochmal Pause und dann geht es am Dienstag los“, sagte Havertz nach dem 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paris Saint-Germain bei Sky. Eine Chance auf einen zweiten Titel in dieser Saison gibt es ja noch, wenn auch eine eher geringe.

Im vorletzten WM-Test des DFB-Teams am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF) in Mainz gegen Finnland fehlte Havertz noch, doch seine zentrale Rolle in den Planungen von Bundestrainer Julian Nagelsmann für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) steht außer Frage – der 26-Jährige untermauerte dies nicht zuletzt mit seiner Leistung im Finale von Budapest.

Havertz will mit der DFB-Elf angreifen

Havertz nutzte gleich die erste Chance des Spiels mit einem wuchtigen Abschluss zur Führung für Arsenal (6.) – als erster Deutscher hat er nun in zwei Champions-League-Endspielen getroffen: 2021 war er für den FC Chelsea der entscheidende Mann beim Finalsieg über Manchester City (1:0) gewesen.

Havertz bleibt ein Mann für besondere Momente. Der Treffer sei „natürlich ein Top-Gefühl, aber trotzdem bringt es mir jetzt nicht sehr viel, muss ich sagen.“ Schließlich bleibt Arsenals Traum vom ersten Triumph im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb vorerst unerfüllt – trotz der Rekordzahl von 226 Spielen im Landesmeister-Pokal oder in der Champions League. Schon das Endspiel 2006 hatten die Gunners mit Jens Lehmann im Tor gegen den FC Barcelona verloren (1:2).

„Es ist sehr schwer zu akzeptieren, wenn man über den gesamten Wettbewerb hinweg so konstant ist und das Finale dann im Elfmeterschießen verliert“, sagte Teammanager Mikel Arteta. Arsenal hatte die beste Defensive des Wettbewerbs gestellt und kein einziges Spiel verloren – auch das Finale ging nach dem Ausgleich durch Weltfußballer Ousmane Dembélé per Foulelfmeter (65.) ohne Sieger nach 90 Minuten in die Verlängerung und entwickelte sich schließlich zum Elfmeter-Krimi.

Der eingewechselte Eberechi Eze und Verteidiger Gabriel verschossen, Havertz tröstete beide noch auf dem Feld. „Es ist keine einfache Situation, ich weiß es selber. Deswegen kann da jeder stolz auf sich sein“, sagte er. Arteta pflichtete ihm bei: „Es ist ein Privileg, diese Mannschaft zu trainieren, wie sie dieses Wappen trägt und wie viel sie investiert. Wir haben einen großen Titel gewonnen und den größten verpasst.“

Arsenal müsse nun „durch diese Emotionen hindurchgehen. Wenn du Schmerz empfindest, dann geh durch diesen Schmerz. Wenn du denkst, dass du etwas hättest anders machen können, dann lerne daraus“, sagte der Spanier.

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