In knapp einer Woche startet die Fußball-WM in Nordamerika, 12 Jahre nach dem großen Triumph der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien. Oliver Bierhoff war als Teammanager damals maßgeblich am Erfolg beteiligt – und rechnet der DFB-Auswahl auch in diesem Jahr Chancen ein.
Es ist die erste WM ohne Oliver Bierhoff, nachdem der 58-Jährige noch in Russland und Katar als DFB-Direktor tätig war und das Aus seiner Nationalmannschaft in der Vorrunde gleich doppelt mit ansehen musste. Im Jahr 2014 feierte er hingegen seinen wohl größten Erfolg in der Funktion als Teammanager, als die damals betitelte „Mannschaft“ den WM-Titel im Maracana holte.
Nun, knapp 12 Jahre später, möchte die DFB-Auswahl erneut um den großen Welttitel kämpfen. In einem Interview mit der FAZ hat Bierhoff die Chancen des Teams von Julian Nagelsmann nun im Vorfeld des Turniers bewertet.
Bierhoff blickt positiv auf anstehende WM: „Alles ist möglich“
Der ehemalige DFB-Manager stellte klar, dass grundsätzlich „alles möglich“ sei. Allerdings schob der gebürtige Karlsruher folgende Bedingung hinterher: „Wenn Deutschland wieder wie bei früheren Erfolgen durch Geschlossenheit, durch Disziplin und durch Teamgeist lebt, und wenn die Mannschaft im Lauf des Turniers auch Vertrauen tankt.“
Dann, findet Bierhoff, ist mit der deutschen Nationalmannschaft in jedem Fall zu rechnen. Bis zum Finale am 19. Juli in New York ist allerdings noch ein weiter Weg zu gehen. Denn für den einstigen Fußballstar ist auch klar, dass Deutschland nicht zu den Top-Favoriten auf den WM-Titel gehört. „Es gibt natürlich starke Konkurrenz mit den Franzosen, den Spaniern, den Portugiesen, den Argentiniern“, heißt es im Interview. Insbesondere vor Titelverteidiger Argentinien warnt der Europameister von 1996.
Derweil hat sich Bierhoff im selben Atemzug auch zur heiß diskutierten Personalie Manuel Neuer geäußert: „Ich glaube, wenn man alle Bundesligaspieler fragen würde, würden wahrscheinlich 90 Prozent sagen: Ich möchte Manuel im Tor haben, weil er immer noch Weltklasse ist und mit seiner Persönlichkeit wahnsinnig viel bewegen kann. Deswegen ist er noch nie infrage gestellt worden.“

Allerdings ist weiterhin unklar, ob der Routinier aufgrund seiner Wadenverletzung im Auftaktspiel gegen Curacao am Sonntag in einer Woche auflaufen kann. Schon beim DFB-Pokalfinale, was der FC Bayern für sich entschied, fehlte der Keeper wegen genannter Muskelproblematik.

