Die enormen Preise für WM-Tickets haben der FIFA eine Menge Kritik eingebracht. Präsident Gianni Infantino verteidigt die Summen.
Zwar sind die günstigsten Tickets schon für rund 60 Dollar zu haben, diese bilden nur einen kleinen Teil des Kartenkontingents. Im Durchschnitt müssen die Fans 500 Dollar blechen, um ein WM-Spiel ihrer Nationalmannschaft live in einem der Stadien verfolgen zu können. Laut Infantino sind diese Preise auf dem US-Markt angemessen.
„Wir haben über 6 Millionen Tickets verkauft, die Anfrage war unglaublich“, sagte der FIFA-Präsident auf einer Pressekonferenz vor dem Auftaktspiel zwischen Mexiko und Südafrika am Donnerstag (21 Uhr, ZDF/Magenta TV): „Da möchte ich allen Fans danken, die ein Ticket gekauft haben, um bei der WM dabei zu sein. Es ist ein tolles Event und eine Once-in-a-Lifetime-Experience. Unser Startpreis, der bei 60 Dollar liegt, ist der niedrigste aller Playoffs im US-Sport. Unser Durchschnittspreis liegt bei unter 500 Dollar und auch das ist weniger, als in den Playoffs.“
Infantino über WM-Tickets: „Denken an die, die keine Stimme haben“
Auf dem Zweitmarkt würden die Tickets natürlich für höhere Preise verkauft werden, räumte der umstrittene Funktionär ein, betonte aber: „Unsere Ticket-Preise sind angemessen. Sie wurden von vielen Experten analysiert und entschieden.“
Die Berichterstattung über die Ticketverkäufe missfiel dem Schweizer derweil sehr. „Wir haben 130.000 Tickets für je 60 Dollar verkauft und trotzdem keine positiven Nachrichten erhalten“, zitiert Bild Infantino: „Der Markt ist nun einmal so, wie er ist. In diesem Land ist es legal, Tickets auf dem Zweit- oder Schwarzmarkt zu verkaufen. Wir wollen aber jeden Dollar, den wir einnehmen, dem Fußball zurückgeben. Wir könnten auch alles nur im Pay-TV zeigen und hohe Fernsehgelder kassieren, aber wir wollen jedem Fußballfan die WM zugänglich machen. Wir denken an die, die keine Stimme haben.“

Bei der Pressekonferenz zur WM-Eröffnung wurden Erinnerungen an Infantinos bizarren Auftritt vor der WM 2022 in Katar geweckt. Damals irritierte der FIFA-Präsident mit Aussagen wie „Heute fühle ich sehr starke Emotionen, heute fühle ich mich als Katarer, heute fühle ich mich als Araber, heute fühle ich mich afrikanisch. Heute fühle ich mich homosexuell. Heute fühle ich mich behindert. Heute fühle ich mich als Arbeitsmigrant“.

