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90PLUS » Santa Cruz gibt Tipps: Paraguay will DFB-Team ärgern
WM 2026

Santa Cruz gibt Tipps: Paraguay will DFB-Team ärgern

90PLUS
28.06.26, 20:05
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Roque Santa Cruz
Foto: Getty Images

Es ist kaum zu glauben, aber auch 19 Jahre nach seinem Abschied von Bayern München ist Roque Santa Cruz noch Fußball-Profi. Mit 44 Jahren spielt er in seiner Heimat Paraguay bei Nacional Asunción wie eh und je im Sturm, und seine Knie, beteuert er, fühlen sich dabei hervorragend an. Für das WM-Sechzehntelfinale gegen Deutschland allerdings zieht sich der TV-Experte für „Telemundo“ in den USA in die Rolle des Tippgebers zurück.

„Je körperlicher das Spiel wird, desto besser für uns“, sagte Santa Cruz der SZ. Die Favoritenrolle liege „klar“ bei Deutschland, aber er sieht auch Schwächen, an denen Paraguay ansetzen kann. „Man muss Deutschland dazu zwingen, viel zu arbeiten. Und ich hoffe auf hohe Temperaturen.“ Das klingt sehr nach dem Modell Ecuador.

Deutschland muss aufpassen

Dazu passt, dass der heutige Anführer Gustavo Gomez die Nation mit einer emotionalen Ansage auf den Showdown einschwört. Seine Mannschaft kämpfe „mit ganzer Seele, um den Namen unseres Landes ganz nach oben zu bringen“, schrieb der Kapitän bei Instagram: „Wir sind zurückgekehrt, um uns zu beweisen, und wir werden kämpfen bis zum Schluss.“ Denn wenn ein Paraguayer an etwas glaube, dann „ist nichts unmöglich“.

Die Temperatur stieg vor dem Sechzehntelfinale auch in der Heimat spürbar. „Der Traum geht weiter. Jetzt beginnt das Turnier so richtig“, schrieb die Asunción Times. Der Rumpelfußball der Gruppenphase, die Kritik an Trainer Gustavo Alfaro? Abgehakt.

Ecuador hat schließlich vorgemacht, dass auch kleine Nationen das große Deutschland schlagen können. Das sieht auch Alfaro so. „Natürlich wird es schwer, einen der Top-Favoriten auszuschalten. Aber es ist nicht unmöglich“, hatte der 63-Jährige schon nach dem 0:0 gegen Australien gesagt.

Die Nullnummer hatte durchaus für Kritik gesorgt, die Pressekonferenz nach dem Spiel sei „zeitweise angespannt“ verlaufen, schrieb die Zeitung Ultima Hora. Schon das 1:4 gegen die USA und das schmeichelhafte 1:0 gegen die Türkei hatten nicht gerade Begeisterung ausgelöst. Alfaro sah sich zu einer Verteidigungsrede veranlasst.

„Wisst ihr, wie schwer es war, sich für die WM zu qualifizieren? Wir stehen auf Platz 42 der Weltrangliste!“, sagte er. Seine Spieler seien international kaum bekannt: „Warum können sich unsere Spieler nicht durchsetzen? Ich spreche nicht einmal von Europa. Wir können uns auch in Brasilien oder Argentinien nicht durchsetzen.“

Tatsächlich spielen nur der am Montag (22.30 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Foxborough gelbgesperrt fehlende Diego Gómez (Brighton), der angeschlagene Innenverteidiger Omar Alderete (Sunderland) sowie die Angreifer Antonio Sanabria (Cremonese) und Julio Enciso (Straßburg) in Europa.

Bei der vorherigen WM-Teilnahme war das noch anders. 2010 hatte Paraguay mit Santa Cruz und dem BVB-Duo Lucas Barrios/Nelson Valdez das Viertelfinale erreicht, in dem es höchst unglücklich 0:1 gegen Spanien verlor. Danach scheiterten die Südamerikaner dreimal in Folge in der Qualifikation.

Nun also geht es gegen Deutschland. In Erinnerung ist noch das WM-Achtelfinale 2002 in Südkorea, das Oliver Neuville in der 88. Minute mit seinem Tor zum 1:0-Endstand entschied. 2013 trafen sich beide Teams wieder, der Test in Kaiserslautern endete 3:3.

Vielleicht klappt es ja mit dem ersten Sieg? Auch für Alfaro ist die rumpelige Gruppenphase jedenfalls abgehakt. „Jetzt beginnt eine völlig andere WM“, sagte er.

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