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90PLUS » Portugal vor dem WM-Achtelfinale: Gegen Spanien und die eigenen Fragezeichen
WM 2026

Portugal vor dem WM-Achtelfinale: Gegen Spanien und die eigenen Fragezeichen

Till Gabriel
06.07.26, 13:12
Till Gabriel
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Portugal
Foto: Getty Images

Der WM-Kader von Portugal ist besser besetzt als jemals zuvor. Dennoch bleiben vor dem Duell mit Spanien einige Fragen offen.

Eigentlich müsste Paris Saint-Germain sich persönlich bei den Jugendtrainern von Sporting, Porto und Benfica bedanken. In den Akademien der portugiesischen Topklubs reiften mit Nuno Mendes (Sporting), Vitinha (Porto) und Joao Neves (Benfica) drei außergewöhnliche Talente zu Profis, die inzwischen beim zweifachen Champions-League-Sieger das Gerüst der Mannschaft bilden und auf ihren Positionen derzeit das Nonplusultra sind.

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Linksverteidiger Mendes sowie das kongeniale Mittelfelduo aus Neves und Vitinha nehmen auch bei der portugiesischen Nationalmannschaft zentrale Rollen ein, umgeben sind sie bei der Selecao von weiteren Superstars wie Bruno Fernandes (ManUnited), Ruben Dias (ManCity), Joao Cancelo (zuletzt von Al-Hilal an Barca verliehen), Bernardo Silva (Real Madrid) und natürlich Altmeister Cristiano Ronaldo (Al-Nassr).

Martinez‘ Mannschaft fehlt die klare Spielidee

Das Aufgebot von Trainer Roberto Martinez lässt gar keine andere Schlussfolgerung zu, als dass diese portugiesische Mannschaft zu den heißesten Titelkandidaten zählen muss. Und doch wird Portugal im Gegensatz zu Frankreich, England und dem kommenden Gegner Spanien nur selten als Top-Favorit genannt. Doch woran liegt das?

Roberto Martinez
Foto: Getty Images

Auch nach vier Turnierspielen wird man nicht so recht schlau aus der Selecao. Dem biederen Auftritt beim 1:11 gegen die DR Kongo folgte ein deutlicher Sieg gegen überforderte Usbeken (5:0) sowie ein 0:0 gegen Gruppensieger Kolumbien. Im Viertelfinale setzte man sich verdient, aber glücklich mit 2:1 gegen Kroatien durch.

Trainer Martinez hat es allerdings bisher nicht geschafft, der Mannschaft eine klare Spielidee an die Hand zu geben und verlässt sich oft die individuelle Qualität seiner Akteure. Das erinnert an seine Zeit als belgischer Nationaltrainer, auch damals überstrahlten Eden Hazard, Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku so manches taktisches Defizit.

Defensiv steht Portugal meist solide, in der Offensive wirken die Abläufe jedoch zu selten einstudiert, echte Druckphasen kann die Mannschaft zu selten erzeugen.  Neves und Vitinha diktieren auf der Doppelsechs zwar das Tempo, eine Reihe weiter vorne hängt Fernandes allerdings zu oft in der Luft. Der Spielmacher von ManUnited muss oft Räume schließen, die die Flügelspieler – egal ob Pedro Neto, Joao Felix oder Rafael Leao – offen lassen.

Die Konsequenz: Fernandes taucht zu selten dort auf, wo er den entscheidenden letzten Pass setzen kann und wird dadurch seiner größten Qualität beraubt. Die Flügelspieler an seiner Seite sind zwar schnell und technisch nahezu perfekt, verrennen sich aber zu oft in Dribblings und haben Schwächen in der Entscheidungsfindung.

Rodri freut sich auf Portugal: „Jetzt kommen die großen Spiele“

Und dann ist da ja noch Cristiano Ronaldo. Der 41-Jährige jagt weiter verbissen seinem Traum hinterher, endlich mit dem WM-Pokal seine irre Laufbahn final zu krönen. Allerdings hat er längst nicht mehr den Einfluss auf das Spiel seiner Mannschaft, den er in jüngeren Jahren hatte. CR7 nimmt sich oft raus, läuft wenig und scheint an manchen Spielen gar nicht teilzunehmen. In letzter Kette fehlt so oft eine Anspielstation, die Tiefe attackiert der Routinier ohnehin nur noch selten. Dennoch bringt Ronaldo weiterhin enorme Abschlussqualitäten mit und bindet alleine durch seine Präsenz meistens einen oder zwei Gegenspieler.

Cristiano Ronaldo
Foto: Getty Images

Wie gut Portugal wirklich ist, wie sehr sich die Selecao mit ihrem Ronaldo-Fokus selbst einschränkt und wie weit es im Turnier gehen kann, lässt sich nach dem Achtelfinale am Montag (21 Uhr MESZ, ZDF/Magenta) wohl erstmals realistisch einschätzen. Mit Spanien wartet der erste richtige Härtetest auf den Europameister von 2016. Die Furia Roja steigerte sich seit dem 0:0 gegen Kap Verde kontinuierlich und ließ den unangenehmen Österreichern im Sechzehntelfinale keine Chance.

„Beim ersten Spiel versucht man sich an die andere Umgebung anzupassen, an den anderen Platz, die verschiedenen Arten von Teams, auf die man trifft, aus unterschiedlichen Kontinenten“, erklärte Anführer Rodri die Startschwierigkeiten des amtierenden Europameisters. Wir haben uns schrittweise gesteigert, wachsen immer weiter und wissen, dass die großen Spiele jetzt erst kommen.“ Das erste davon gegen die portugiesische Wundertüte.

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