Rodri hat sich für den FC Barcelona entschieden. Real Madrid ist informiert. Manchester City auch. Nur haben sich die beiden Klubs, die den Transfer abwickeln müssten, bis Freitagmittag auf keinen einzigen Euro geeinigt.
Was vereinbart ist – und was nicht
Der persönliche Teil steht: vier Jahre, rund 30 Millionen Euro Bruttogehalt pro Saison, berichten Marca und Fabrizio Romano übereinstimmend. Rodri hat Barcelona die Freigabe erteilt, mit City zu verhandeln, und beiden Klubs seinen Wunsch mitgeteilt.
Der klubseitige Teil steht nicht. Romano meldete am Freitagmorgen offizielle Gespräche und eine Barça-Bereitschaft von etwas über 45 Millionen Euro. City verlangt laut Sport 65 Millionen und wies das erste Angebot – kolportiert 45 plus 15 Millionen Boni – zurück. Barcelonas Obergrenze liegt bei 50 Millionen fix, mit Variablen bis knapp 60. Dazwischen liegen fünf bis 20 Millionen, je nachdem, welcher Zeitung man glaubt.
Madrid verlor auf der Uhr, nicht im Duell
Ein Korb setzt voraus, dass jemand die Hand ausgestreckt hat. Real hatte sie ausgestreckt – nur zögerlich. Mit dem Spieler bestand vor Tagen bereits eine mündliche Einigung, doch bei City lag laut Sport lediglich ein Angebot über 40 Millionen auf dem Tisch. Rodris Lager las das als mangelndes Interesse. Sky Sports berichtete zuvor von einer Bereitschaft um 50 Millionen Pfund. Auch das ergibt kein Bild eines Klubs, der unbedingt will.
Madrid ging offenbar davon aus, keine Konkurrenz zu haben, und ließ den Vorgang laufen. Dann kam am Donnerstag ein Anruf von Hansi Flick, dazu die Stimmen von acht Weltmeistern aus dem Barça-Kader – Pedri, Gavi, Dani Olmo, Lamine Yamal, Ferran Torres, Cubarsí, Eric García, Joan García. Wer wochenlang nicht zugreift, verhandelt irgendwann gegen ein Telefonat.
Der eigentliche Auslöser trägt eine Knieschiene
Barcelona war bis vor wenigen Tagen gar nicht ernsthaft im Rennen. Was das änderte, war Frenkie de Jongs rechtes Knie: Laut Diario Sport ein Riss des Innenbands, zunächst konservativ behandelt, mit ernüchternden Zwischenergebnissen. Eine Operation gilt als wahrscheinlich, der Ausfall würde vier Monate oder länger dauern.
Aus einem Luxusgedanken wurde damit eine Notwendigkeit. Nur ist das eine schlechte Ausgangslage für Preisverhandlungen – und City weiß das genauso gut wie Deco.
30 Millionen brutto – und ein Neuner, der dann nicht mehr passt
Barcelona sucht seit Monaten eine Neun. Rodris Gehalt würde ihn nach Lewandowskis Abgang zum Topverdiener des Kaders machen, und der spanische Gehaltsdeckel ist keine Verhandlungsmasse. Mehrere spanische Berichte halten es für möglich, dass ein Rodri über 60 Millionen die Registrierung eines neuen Stürmers unmöglich macht. Im Mittelfeld stehen dagegen Pedri, Gavi, Olmo, Fermín López, Casadó und Bernal bereits unter Vertrag.
Dazu die medizinische Akte. Rodri riss sich 2024 das Kreuzband und verpasste fast eine komplette Saison. Ende Juli, direkt nach dem WM-Titel, folgte ein kleinerer Eingriff am Rücken. Ob er zum Ligastart einsatzfähig ist, weiß im Moment niemand.
Die Rechnung: 60 Millionen für elf Restmonate
Sportlich ist der Fall klar. Rodri ist Ballon-d’Or-Sieger, Weltmeister, Spielführer, der beste Sechser seiner Generation. Enzo Maresca sagte vor Kurzem sinngemäß, jeder Trainer der Welt wolle diesen Spieler, und er hat recht damit.
Finanziell ist der Fall komplizierter. Ein 30-Jähriger mit elf Monaten Restvertrag, zwei Eingriffen in zwei Jahren und einem Bruttogehalt von 30 Millionen – dafür verlangt City eine Ablöse, die Barcelona womöglich den Stürmer kostet. Deco hält 50 plus Variablen für angemessen. City hält 65 für angemessen. Einer von beiden wird sich bewegen müssen, und wer in dieser Konstellation den kürzeren Hebel hat, steht nicht in Manchester.
Wer im August eine Entscheidung meldet, meldet selten einen Vertrag.

