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90PLUS » Alonso muss 16 Profis loswerden – in drei Wochen
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Alonso muss 16 Profis loswerden – in drei Wochen

Fritz Pecker
11.08.26, 16:46
Fritz Pecker
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Xabi Alonso
Foto: Getty Images

3:0 gegen die AC Mailand in Jakarta. 24 Stunden später ein 3:3 in Johor, sieben Gelbe Karten, ein abgesagtes Elfmeterschießen und ein Trainer, der seinen eigenen Co-Trainer festhalten muss. Xabi Alonsos Asienreise endete im Durcheinander. Sein größeres Problem saß dabei auf der Bank – in doppelter Besetzung.

41 Profis, 25 Plätze, 21 Auswechselspieler

Chelsea geht mit 41 Profis in die Saison. Um auf die von Alonso angepeilte Arbeitsgröße von 25 zu kommen, müssten laut BBC-Auswertung mindestens 16 Spieler bis zum Ende des Transferfensters Anfang September gehen. Und das, obwohl Alejandro Garnacho, Andrey Santos, Marc Cucurella und Tyrique George den Klub bereits verlassen haben, während Filip Jørgensen nach Straßburg und Trevoh Chalobah nach Como unterwegs sind.

Wie grotesk die Zahlen sind, zeigte ein Nebensatz aus Hongkong: Beim 0:1 gegen Juventus saßen 21 Auswechselspieler auf der Bank. Fünf davon kamen aus der Akademie.

Das Registrierungsargument greift diesmal nicht

Formal ist die Lage entspannter, als sie klingt. Die Premier League begrenzt den Kader auf 25 Spieler, aber U21-Profis und Eigengewächse fallen aus dieser Zählung heraus – Chelsea könnte praktisch jeden registrieren. In der Conference-League-Saison 2024/25 war das anders, damals klemmte es bei der europäischen Meldeliste. In dieser Spielzeit spielt der Klub gar nicht international.

Genau darin liegt die Schärfe. Ohne Europapokal fallen rund ein Dutzend Pflichtspiele weg. Ein Kader dieser Größe bedeutet damit nicht Rotationstiefe, sondern eine große Zahl von Profis, die über Monate keine Minuten sehen. Die Frage ist also nicht, ob Chelsea 41 Spieler registrieren darf. Die Frage ist, was 16 unbeschäftigte Profis mit einer Kabine machen.

Der Notausgang ist zugemauert

Früher hätte der Klub das gelöst wie zuletzt bei Raheem Sterling und Axel Disasi: separate Trainingsgruppe, öffentlich „Bomb Squad“ genannt, warten bis jemand anruft. Die FIFA hat diese Praxis untersagt. Bleiben Verkäufe und Leihen – auf einem Markt, der drei Wochen vor Schluss ohnehin auf Käuferseite steht.

Die Baustellen sind entsprechend konkret: In der Innenverteidigung will Alonso aus neun Optionen vier oder fünf machen. Im Sturm sollen drei Profis bleiben, während João Pedro, Danny Welbeck, Emmanuel Emegha, Nicolas Jackson und Liam Delap um die Plätze konkurrieren. Dazu kommt die Rückkehr von Mykhailo Mudryk nach 20 Monaten Sperre – ein weiterer Name auf einer ohnehin zu langen Liste.

Malaysia war laut, aber nicht das Thema

Zum Testspiel-Eklat lohnt der genaue Blick. Alonso schickte in Johor eine Elf aus Verkaufskandidaten, Wackelkandidaten und Jugendspielern – gegen einen malaysischen Meister, der mit 108 Ligaspielen ohne Niederlage einen Weltrekord anpeilt. Es wurde ruppig, Standardtrainer Austin MacPhee geriet mit dem gegnerischen Betreuerstab aneinander, das vertraglich vereinbarte Elfmeterschießen fiel aus. Chelseas Verantwortliche protestierten bei den Offiziellen.

Eine Disziplinkrise im Kader lässt sich daraus nicht ableiten. Die Reibung entstand zwischen zwei Betreuerstäben und der Spielleitung, und es war Alonso selbst, der seinen Assistenten zurückhielt. Was der Abend zeigte, war etwas anderes: dass eine zusammengewürfelte Elf aus Spielern ohne Perspektive gegen einen eingespielten Gegner auf beiden Flügeln aufgerissen wird.

Die Frist läuft schneller als der Markt

Am 24. August beginnt die Saison bei Fulham, davor steht noch ein Test gegen Real Sociedad an der Stamford Bridge. Bis dahin wird sich am Kader wenig ändern, denn die großen Bewegungen kommen erfahrungsgemäß in der letzten Woche. Chelsea hat seit 2022 rund 1,8 Milliarden Pfund ausgegeben und etwa eine Milliarde wieder eingenommen – ein Modell, das darauf angewiesen ist, dass Verkäufe zuverlässig funktionieren. Diesmal muss es sechzehnmal funktionieren. Bei einem Klub, der zuletzt Zehnter wurde und vier Trainer in einer Saison verbraucht hat, ist das keine sportliche Frage mehr, sondern eine kaufmännische.

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