Der FC Schalke 04 hat einen seiner eigenen Nachwuchsspieler langfristig an sich gebunden: Linksverteidiger Vitalie Becker unterschreibt bis 2030 – vorzeitig, denn sein alter Vertrag wäre eigentlich 2027 ausgelaufen. Zusätzlich soll im neuen Arbeitspapier eine gestaffelte Ausstiegsklausel verankert sein, die bei einer Maximalablöse von 15 Millionen Euro greift.
Vom Nachwuchs in die Bundesliga
Becker ist ein echtes Eigengewächs der Königsblauen: Bereits im Alter von acht Jahren kam er 2013 zu Schalke und durchlief seitdem sämtliche Stationen der „Knappenschmiede“. Sein Profidebüt feierte der mittlerweile 21-Jährige im August vergangenen Jahres. Seither hat er es auf 22 Pflichtspieleinsätze gebracht, in denen ihm zwei Tore und eine Vorlage gelangen.
Besonders in der Hinrunde der abgelaufenen Aufstiegssaison war der gebürtige Bottroper gesetzt und avancierte zum festen Bestandteil der Mannschaft – ein Umstand, der seinen Marktwert auf mittlerweile 3 Millionen Euro steigen ließ. Eine schwere Verletzung im Januar warf ihn anschließend für mehrere Monate zurück, in der Folge musste er sich zunächst hinter dem im Winter leihweise von RSC Anderlecht geholten Moussa Ndiaye anstellen.
Klub setzt auf Beckers Entwicklung
Schalkes Direktor Profifußball, Youri Mulder, betonte die Bedeutung des Schrittes für die künftige Kaderplanung. Ihm sei es wichtig gewesen, bei dem auslaufenden Vertrag frühzeitig gemeinsam mit Becker die Weichen für dessen Zukunft zu stellen. Mulder hob hervor, dass der Verteidiger in der Aufstiegssaison einen großen Entwicklungssprung gemacht und mit fußballerischer Qualität sowie Fleiß, Mut und Leidenschaft überzeugt habe. Seine Entwicklung sei aus Vereinssicht noch nicht abgeschlossen, weshalb Becker fest in die strategische Kaderplanung eingebunden bleibe.
Auch Becker selbst äußerte sich zufrieden über die Verlängerung. Er habe seine Chance im vergangenen Jahr genutzt und empfinde es als etwas Besonderes, mit seinem Verein nun auch in der Bundesliga aufzulaufen. Gleichzeitig sei ihm bewusst, dass er weiter hart an sich arbeiten müsse. Der Aufstieg vom Nachwuchs über die Knappenschmiede bis in die Profimannschaft sei für ihn ein Privileg.
Gosens als Konkurrenz auf der linken Abwehrseite
Auf seiner Position trifft Becker künftig auf einiges an Konkurrenz. Neben Anton Donkor, der bei Schalke als Verkaufskandidat gilt, hat sich der Klub mit Robin Gosens prominent verstärkt. Der 24-fache deutsche Nationalspieler dürfte zunächst gesetzt sein – Becker geht damit vorerst als Herausforderer in seine erste Bundesliga-Saison als Profi.

