Der Transfer-Hammer des Bremer Sommers ist perfekt: Niclas Füllkrug kehrt zum SV Werder Bremen zurück. Der 33-jährige Mittelstürmer wechselt per Leihe für ein Jahr von West Ham United an die Weser. Das gab Peter Niemeyer, Leiter Profifußball beim SVW, am Dienstag bekannt.
Zuvor hatte sich der Deal binnen weniger Stunden überschlagen. Nach Informationen der DeichStube flog Füllkrug bereits am Montagabend von England nach Hannover, nachdem West Ham grünes Licht für das Leihmodell gegeben hatte. Am Dienstagvormittag absolvierte er den Medizincheck in Bremen, kurz darauf folgte die offizielle Mitteilung.
Keine Leihgebühr, keine Kaufoption
Der Deal beinhaltet laut DeichStube keine Kaufoption und kostet Werder auch keine Leihgebühr. Das Gehalt des Spielers muss der Bundesligist zwar übernehmen, Füllkrug verzichtet während seines Jahres in Bremen aber auf einen Großteil seiner Bezüge. Anders wäre der Transfer für die Grün-Weißen finanziell nicht darstellbar gewesen.
„Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass Werder für mich ein ganz besonderer Club ist. Daher war ich auch bereit, wirtschaftliche Abstriche zu machen, damit die Leihe zustande kommt“, wird Füllkrug in der Vereinsmitteilung zitiert. „Mir war es wichtig, wieder für Werder zu spielen. Ich habe richtig Lust auf Bremen und die Bundesliga.“
Lange Zeit schien genau das unrealistisch. West Ham hatte auf einer Ablösesumme bestanden – für Werder ein Ausschlusskriterium, wie die DeichStube berichtet. Erst nachdem ein Wechsel zum italienischen Erstligisten FC Venedig geplatzt war, nahmen die Gespräche wieder Fahrt auf. Sportchef Clemens Fritz vertiefte den Rückholplan bei einem persönlichen Treffen mit dem Stürmer.
Thioune: „Ein klassischer Torjäger“
Cheftrainer Daniel Thioune bekommt damit den Mittelstürmer, der seiner Offensive zuletzt fehlte. „Niclas ist ein klassischer Torjäger, ist körperlich stark, sehr gut im Kopfballspiel, technisch gut und kann Bälle fest machen“, sagt Thioune. „Zudem ist er ein absoluter Führungsspieler, der auf und neben dem Platz voran geht. Er kennt noch etliche Spieler aus seiner letzten Zeit bei Werder, gleiches gilt für den Staff, so dass er keine Eingewöhnungszeit brauchen wird.“
Niemeyer nennt den Rückkehrer „in jedem Fall eine Soforthilfe“ und räumt zugleich ein: „Wir wissen, dass die letzten beiden Jahre nicht ganz so verlaufen sind, wie er es sich vorgestellt hat.“
157 Bundesliga-Spiele, 56 Tore
Füllkrug kam aus der Werder-Jugend und wurde in Bremen Bundesliga-Profi. Nach Stationen in Fürth, Nürnberg und Hannover kehrte er 2019 an den Osterdeich zurück und wechselte vor drei Jahren als frischgebackener Bundesliga-Torschützenkönig zu Borussia Dortmund. Von dort ging es weiter zu West Ham United, im vergangenen Januar folgte eine Leihe zur AC Mailand.
Insgesamt steht der WM- und EM-Teilnehmer bei 157 Bundesliga-Spielen mit 56 Toren, in der 2. Liga kommt er auf 135 Partien und 47 Treffer. Für die Nationalmannschaft erzielte er in 24 Länderspielen 14 Tore.
Zuletzt lief es deutlich schlechter: Bei West Ham, das aus der Premier League abgestiegen ist, war Füllkrug aussortiert worden, eine Leihe nach Venedig zerschlug sich. Laut DeichStube soll er sich aktuell allerdings in körperlich topfitter Verfassung befinden.
Direkt auf dem Trainingsplatz
Zeit zum Ankommen bleibt kaum. Werder startete am Dienstag in die Trainingswoche vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal beim Lüneburger SK Hansa – Füllkrug stand nach Angaben des Vereins gemeinsam mit Neuzugang Ludovit Reis direkt auf dem Platz. Reis war am vergangenen Freitag fest von Club Brügge gekommen, am Montag hatte Werder zudem die Leihe von Eren Dinkci vom SC Freiburg verkündet.

