Der AC Mailand greift auf dem Flügel überraschend tief in die Kasse: Diego Moreira ist am Dienstagmittag am Mailänder Flughafen Linate gelandet, um den Medizincheck bei den Rossoneri zu absolvieren. Übereinstimmend berichten Sky Sport Italia, Fabrizio Romano und Football Italia, dass Milan mindestens 50 Millionen Euro an Racing Straßburg überweist.
Die Verhandlungen liefen weitgehend im Verborgenen – erst am Montagnachmittag wurde eine Einigung bekannt, am Abend gab Straßburg dem 22-Jährigen die Reisefreigabe. Laut Football Italia schwanken die kolportierten Zahlen zwischen 45 und 50 Millionen Euro Fixablöse plus kleinere Boni und eine Beteiligung an einem künftigen Weiterverkauf. Der Vertrag in Mailand soll bis Juni 2031 datiert sein. Auf der offiziellen Klub-Website des AC Mailand war der Transfer am Dienstagnachmittag noch nicht bestätigt.
Ein Linksfuß mit Rückkaufoption
Moreira wurde am 6. August 2004 in Lüttich geboren, besitzt die belgische und die portugiesische Staatsbürgerschaft und spielt laut Transfermarkt hauptsächlich im linken Mittelfeld, kann aber auch als Links- und Rechtsaußen eingesetzt werden. Sein starker Fuß ist der linke. Ausgebildet wurde er bei Standard Lüttich und zwischen 2020 und 2022 bei Benfica.
Seit dem 16. August 2024 und damit seit gut zwei Jahren steht Moreira bei Racing Straßburg unter Vertrag, wo er die Nummer 7 trägt und bis 2029 gebunden war. Ein Detail, das den Deal begleitet: Der FC Chelsea besitzt laut Transfermarkt eine Rückkaufoption auf den Belgier. Sein Marktwert wurde zuletzt am 1. Juni 2026 auf 25 Millionen Euro taxiert. Milan zahlt also rund das Doppelte. Für Belgiens A-Nationalmannschaft kommt Moreira bislang auf vier Einsätze ohne Torerfolg.
Mendes als Türöffner
Dass der Transfer so schnell zustande kam, führt Football Italia auf die Rolle von Berater Jorge Mendes zurück, dessen Agentur Gestifute Moreira betreut und die traditionell enge Verbindungen nach Mailand pflegt. Zuvor war der Offensivspieler unter anderem mit der AS Rom, RB Leipzig und Galatasaray in Verbindung gebracht worden.
Laut Fabrizio Romano wollte Moreira unbedingt in die Serie A wechseln. Einen Hinweis lieferte er offenbar schon vor zwei Wochen: Damals veröffentlichte er ein Video von einer Trainingseinheit – im Milan-Trikot seines belgischen Nationalmannschaftskollegen Alexis Saelemaekers.
Amorims teurer Sommer
Für Trainer Rúben Amorim, der laut kicker seit 2026 in Mailand arbeitet, ist Moreira der dritte namhafte Neuzugang dieses Sommers. Zuvor hatte Milan bereits Stürmer Gonçalo Ramos für 74 Millionen Euro von Paris Saint-Germain und Innenverteidiger Mario Gila für 30 Millionen Euro von Lazio Rom verpflichtet, dazu kam Sankhoun Diawara für zwei Millionen Euro aus Troyes.
Transfermarkt beziffert die bisherigen Sommerausgaben der Rossoneri auf 107,35 Millionen Euro bei Einnahmen von 44,50 Millionen. Mit dem Moreira-Deal klettern die Ausgaben deutlich über die 150-Millionen-Marke. Konkurrenz erwartet den Belgier in der Offensive reichlich: Im Kader stehen laut kicker unter anderem Rafael Leão, Saelemaekers und Samuel Chukwueze.
Gegenfinanziert wurde das bislang vor allem über Verkäufe von Rotationsspielern: Álex Jiménez brachte 18,5 Millionen Euro vom AFC Bournemouth ein, Álvaro Morata zwölf Millionen von Como, Lorenzo Colombo und Tommaso Pobega jeweils sieben Millionen. Unterm Strich weist Transfermarkt für Mailand aktuell eine negative Transferbilanz von 62,85 Millionen Euro aus – noch ohne den Moreira-Deal.

