Nach seinem im August erklärten Rücktritt aus der Nationalmannschaft wird Lionel Messi doch noch einmal für Argentinien auflaufen. Trainer Lionel Scaloni nominierte den 39-Jährigen für drei Freundschaftsspiele. Beim abschließenden Duell mit Benin am 6. Oktober in Buenos Aires soll der Superstar offiziell verabschiedet werden. Verbandspräsident Claudio Tapia kündigte bereits einen besonderen Rahmen für den letzten Auftritt des Weltmeisters von 2022 an.
Ein offizielles Abschiedsspiel statt stillem Karriereende
Viele Fans in Argentinien waren bislang davon ausgegangen, dass Messis letzter Auftritt im Nationaltrikot das verlorene WM-Finale gegen Spanien in diesem Sommer gewesen sei. Nun erhält seine Nationalmannschaftskarriere stattdessen einen geplanten Schlusspunkt vor heimischem Publikum.
Tapia erklärte, Messi solle „den Abschied bekommen, den er wirklich verdient“ – am 6. Oktober im Estadio Monumental in Buenos Aires. Der AFA-Präsident lud zudem alle Weltmeister von 2022 und deren Familien zu der Partie ein. Tapia bezeichnete die Veranstaltung als „letzten Tango des besten Spielers der Welt“.
Der Zeitplan: Drei Spiele binnen einer Woche
Vor dem eigentlichen Abschiedsspiel bestreitet Argentinien am 30. September in Córdoba zunächst ein Testspiel gegen Bolivien. Am 3. Oktober folgt in Buenos Aires die Partie gegen Burkina Faso. Den Abschluss bildet am 6. Oktober das Duell mit Benin im Monumental.
Messi, Rodrigo De Paul und Giovani Lo Celso sind dabei speziell für die Partie gegen Benin vorgesehen. Für Messi wird es damit voraussichtlich der 208. Einsatz für die argentinische Nationalmannschaft.
Nicht nur Messi nimmt Abschied
Messi ist bei diesem letzten Kapitel nicht allein: Auch Giovani Lo Celso und Messis Vereinskollege bei Inter Miami, Rodrigo De Paul, sollen beim Spiel gegen Benin ihren letzten Auftritt im Nationaltrikot erhalten.
Damit wird der Abend zu einer größeren Abschiedszeremonie für mehrere Spieler der erfolgreichen Scaloni-Ära. Gleichzeitig soll die Partie vor allem Messi und seine außergewöhnliche Nationalmannschaftskarriere würdigen.
Rückblick: Nicht Messis erster „Rücktritt“
Dass ein erklärter Rücktritt bei Messi nicht zwingend das letzte Wort sein muss, zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Bereits 2016 hatte er nach der im Elfmeterschießen verlorenen Copa-América-Finalniederlage gegen Chile seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt, kehrte aber wenige Wochen später zurück.
Sein Debüt für Argentinien gab Messi 2005. Der Einstand war denkbar kurz: Sekunden nach seiner Einwechslung gegen Ungarn wurde er vom Platz gestellt.
Vor seinem nun angekündigten Abschied kommt Messi auf 207 Länderspiele und 125 Tore für Argentinien – beides sind nationale Rekordwerte.
Messis Abschied steht fest
Sportlich handelt es sich bei den drei Partien um Freundschaftsspiele ohne Titelrelevanz. Der eigentliche Wert liegt im symbolischen Rahmen: Der argentinische Verband will seinem größten Star einen geplanten Abschied vor heimischem Publikum ermöglichen, nachdem Messi seine internationale Karriere nach dem verlorenen WM-Finale zunächst beendet hatte.
Das Benin-Spiel am 6. Oktober soll deshalb weniger ein gewöhnliches Testspiel als vielmehr eine große Abschiedsveranstaltung werden. Alle Weltmeister von 2022 und ihre Familien sind eingeladen, während Messi im Monumental voraussichtlich zum letzten Mal das Trikot der argentinischen Nationalmannschaft tragen wird.

