Julian Brandt kommt im Trikot von Ajax Amsterdam immer besser in Fahrt. Der im Sommer ablösefrei von Borussia Dortmund gekommene Offensivspieler schickte mit seiner neuen Mannschaft am Dienstagabend Willem II Tilburg mit 5:1 (2:0) auf die Heimreise – für den 30-Jährigen bereits der fünfte Treffer im zehnten Pflichtspiel für die Niederländer.
Ein Treffer mit Signalwirkung
Brandt erzielte in der 45. Minute sehenswert das 2:0, nachdem zuvor Davy Klaassen die Führung markiert hatte. Nach der Pause bauten Viktor Tsygankov, Oscar Gloukh und Kasper Dolberg den Vorsprung weiter aus, ehe Alessandro Ciranni für Willem II nur noch verkürzen konnte. Auch fernab des eigenen Tors wusste Brandt zu gefallen: „Brandt spielt für diese offensive Spielweise eine entscheidende Rolle. Mit nicht weniger als neun herausgespielten Torchancen trug er maßgeblich zur Dominanz von Ajax bei“, schrieb „Voetbal International“ anerkennend.
Ein Sommer voller Traumtore
Die Partie gegen Willem II war ursprünglich zu einem früheren Zeitpunkt angesetzt, wurde aber wegen des Conference-League-Playoffs gegen den FC Sion auf den 15. September verschoben. Genau dort hatte Brandt erst wenige Tage zuvor mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 1:1 beim 4:2-Auswärtserfolg für Furore gesorgt und damit die Ajax-Fans zusätzlich für sich eingenommen. Auch in der Liga selbst lieferte er bereits ab: Beim 5:1-Erfolg in Sittard hatte er wenige Tage zuvor sein viertes Saisontor erzielt – einen Ball zunächst mit der Brust angenommen, ehe er ihn direkt mit links in den Winkel wuchtete.
Trainer Sánchez voll des Lobes
Der erst seit Kurzem amtierende Trainer Míchel Sánchez äußerte sich nach dem Willem-II-Spiel geradezu euphorisch über seinen Neuzugang: „Er ist ein unglaublicher Fußballer. Er denkt extrem schnell und findet auf dem Platz rasch Lösungen. Dadurch verschafft er seinen Mitspielern mehr Zeit. Zudem ist er ein hervorragender Abschlussspieler. Alles in allem hebt er das Niveau der Spieler um ihn herum an. Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass er sich für Ajax entschieden hat.“
Der Madrilene ergänzte: „Es ist sicherlich kein Zufall, dass die Spieler um ihn herum besser spielen. Er macht die gesamte Mannschaft besser und verleiht ihr eine neue Dynamik. Auch mental kann er einen Wandel in der Einstellung der Mannschaft bewirken.“
Tabellenlage: Ajax auf Kurs
Nach sechs Spieltagen belegt Ajax mit 16 Punkten Rang vier in der Eredivisie und liegt drei Zähler hinter Spitzenreiter PSV Eindhoven.
In der Conference League haben die Amsterdamer ihr Playoff gegen den FC Sion inzwischen erfolgreich überstanden und sich für die Ligaphase qualifiziert. Nach dem 4:2-Auswärtssieg im Hinspiel folgte im Rückspiel ein weiterer Erfolg.
Cruijffs frühe Werbung zahlt sich aus
Brandts Entscheidung für Amsterdam und damit gegen eine Rückkehr in eine Top-5-Liga hatte im Sommer für Überraschung gesorgt. Bereits im Mai hatte Technischer Direktor Jordi Cruijff, Sohn von Klublegende Johan Cruyff, persönlich Kontakt zum 48-fachen deutschen Nationalspieler gesucht.
„Er hat mir persönlich erzählt, dass Ajax Interesse hat. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut, denn ich halte Ajax für einen großen Verein mit Tradition“, erzählte Brandt später den Klubmedien. Für seine Entscheidung nahm er sich bewusst Zeit: „Ich habe mir Zeit genommen, um eine gute Entscheidung zu treffen und zu überlegen, welchem Projekt ich mich anschließen möchte, wo ich auch trotz meines Alters noch etwas lernen kann.“
Nach sieben Jahren bei Borussia Dortmund unterschrieb er im Juli einen Dreijahresvertrag in Amsterdam, trägt dort die Rückennummer 8 und gab sein Debüt bereits im August in der Conference-League-Qualifikation.

