Yann Bisseck steht offenbar vor seiner Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft. Der Innenverteidiger gehörte in der vergangenen Saison zum erfolgreichen Inter-Team und gewann mit den Nerazzurri die italienische Meisterschaft und den Pokal. Nun soll er unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp wieder eine Rolle im DFB-Team spielen: Nach Informationen von „Ran“ wird Bisseck im ersten Aufgebot des 59-Jährigen stehen.
Ein bislang einziges Länderspiel
Der gebürtige Kölner, der über den 1. FC Köln und Aarhus GF in Dänemark 2023 zu Inter Mailand wechselte, war bereits im März 2025 unter Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann bei den Nations-League-Finals dabei.
Beim 3:3 im Viertelfinal-Rückspiel gegen Italien absolvierte Bisseck schließlich sein bislang einziges Länderspiel. In der 77. Minute wurde er für Antonio Rüdiger eingewechselt. Deutschland schied nach dem 5:4-Gesamtergebnis nach Hin- und Rückspiel aus.
Danach blieb der 25-Jährige trotz seiner Entwicklung bei Inter zunächst außen vor und verpasste auch den WM-Kader.
Zuletzt wieder mit starken Argumenten
Dass Bisseck nun zurückkehren soll, kommt angesichts seiner aktuellen Rolle bei Inter nicht völlig überraschend. In den ersten vier Serie-A-Spielen der neuen Saison stand er zweimal in der Startelf und kam zudem als Einwechselspieler zum Einsatz. Noch wichtiger: Beim Champions-League-Auftakt gegen Real Madrid am 8. September begann Bisseck ebenfalls von Beginn an und spielte die kompletten 90 Minuten.
Auch beim jüngsten 5:3 gegen Udinese stand Bisseck im Kader, wurde allerdings nicht eingesetzt. Inter ist mit vier Siegen aus vier Ligaspielen perfekt in die neue Saison gestartet.
Damit liefert Bisseck aktuell durchaus Argumente für eine Rückkehr. Seine Entwicklung bei Inter ist schließlich nicht neu – nun scheint sie auch für Klopp wieder interessant zu sein.
Konkurrenz für Anton
Eine mögliche Rückkehr Bissecks würde die Konkurrenzsituation in der deutschen Innenverteidigung weiter verschärfen. Neben Jonathan Tah und Waldemar Anton gibt es mehrere Kandidaten für die Position.
Auch Nico Schlotterbeck darf dabei nicht vorschnell abgeschrieben werden. Der Dortmunder hat seine schwere Verletzung schneller als erwartet überwunden und stand zuletzt wieder fast 80 Minuten auf dem Platz. Laut Berichten hat es zudem bereits Gespräche zwischen Klopp und dem BVB über den Innenverteidiger gegeben. Ob Schlotterbeck tatsächlich für die erste Klopp-Nominierung berücksichtigt wird, war vor der offiziellen Bekanntgabe allerdings noch offen.
Auch Stuttgarts Nachwuchstalent Finn Jeltsch, der 2023 mit der deutschen U17 sowohl Europa- als auch Weltmeister wurde, wird als möglicher Neuling in Klopps erstem Aufgebot gehandelt.
Eine besondere Vorgeschichte
Bissecks Verhältnis zum DFB war zwischenzeitlich nicht ganz reibungslos: 2023 sorgte eine gefälschte E-Mail, die einen angeblichen Wechsel zum kamerunischen Verband vortäuschte, für Verwirrung.
Bisseck, der neben der deutschen auch die kamerunische Staatsbürgerschaft besitzt, stellte damals klar, der DFB sei seine „absolute Priorität“. Mit der nun möglichen Rückkehr könnte sich diese Priorität nach seiner langen Wartezeit wieder in der Kaderrealität widerspiegeln.
Offizielle Bestätigung steht noch aus
Offiziell gibt Klopp seinen ersten Kader an diesem Donnerstag um 10 Uhr am DFB-Campus in Frankfurt bekannt. Sollte sich die Nominierung Bissecks bestätigen, wäre sie ein weiteres Beispiel dafür, dass der neue Bundestrainer bei seiner Kaderplanung auch Spieler berücksichtigt, die zuletzt nicht zum festen DFB-Kreis gehörten.
Bisseck hat bei Inter weiterhin hochkarätige Konkurrenz, spielt aber regelmäßig auf internationalem Niveau. Beim Champions-League-Auftakt gegen Real Madrid stand er zuletzt sogar über die volle Distanz auf dem Platz.

