2. Bundesliga | Schalkes Titelchance, HSV und Darmstadt lauern auf Patzer: Die Aufstiegschanchen im Saisonfinale

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Spotlight | Der 34. und letzte Spieltag dieser Zweitligasaison steht an und Schalke als erster Aufsteiger bereits fest. Doch wer wird Königsblau in die Bundesliga folgen?

Die Ausgangslage

Von Schalke auf Platz 1 bis St. Pauli auf Platz 5 können – rein rechnerisch – noch alle Teams aktiv in den Aufstiegskampf eingreifen.

Platz

Verein

Spiele

Tore

Tordifferenz

Punkte

1

FC Schalke 04

33

70:43

+27

62

2

Werder Bremen

33

63:43

+20

60

3

Hamburger SV

33

64:33

+31

57

4

SV Darmstadt 98

33

68:46

+22

57

5

FC St. Pauli

33

59:46

+13

54

Die Schlüsselpartien

Wie gewohnt finden alle Partien am Sonntag um 15:30 parallel statt.

1. FC Nürnberg – Schalke 04 (Hinrunde: 1-1)
Werder Bremen – Jahn Regensburg (Hin: 3-2)
Hansa Rostock – Hamburger SV (Hin: 0-3)
Darmstadt 98 – SC Paderborn (Hin: 1-0)
FC St. Pauli – Fortuna Düsseldorf (Hin: 0-2)

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FC Schalke 04: Macht Königsblau in Nürnberg den Titel perfekt?

Die große Schalker Wiederaufstiegsparty nach dem 3:2-Sieg über St. Pauli ist inzwischen Geschichte. Zwar können sie nun nicht mehr von den ersten beiden Rängen verdrängt werden. Am letzten Spieltag geht es allerdings noch darum, sich mit Tafelsilber aus der 2. Bundesliga zu verabschieden. Nach der 2:3-Niederlage der Bremer gegen Kiel am 32. Spieltag hat Schalke mit einem 2:1 in Sandhausen die Tabellenführung übernommen und könnte nun seinen ersten Titel seit dem DFL-Supercup 2011 (4:3 i.E. gegen Dortmund) feiern. Bei den besten Freunden in Nürnberg würde – nach menschlichem Ermessen – bereits ein Zähler reichen.

 



 

Werder Bremen müsste in diesem Fall Regensburg mit mindestens sieben Toren Differenz besiegen. Das glückte zwar vor Wochenfrist den Bristol Rovers gegen Scunthorpe United in der viertklassigen League Two. Allerdings tritt Werder Bremen a) nicht gegen den Tabellenletzten an und b) wird Regensburg ob eines ohnehin sicheren Abstiegs auch nicht mit einer Jugendmannschaft spielen. Es liegt also an den Schalkern selbst. Unter Mike Büskens gab es nur eine einzige Niederlage – das 1:4 gegen Bremen. Die restlichen sieben Spiele gewann Königsblau allesamt. Es ist daher davon auszugehen, dass sie in Nürnberg das Kunstwerk vollenden und die Felge blau-weiß färben.

SV Werder Bremen: Sie dürfen alles, nur nicht verlieren

Mit Werder Bremen schickt sich auch der zweite Absteiger der Vorsaison an, direkt wieder aufzusteigen. Die Entwicklung, die die Mannschaft seit der Verpflichtung von Ole Werner genommen hat, beeindruckt in höchstem Maße. Bis auf eine Serie zwischen Mitte März und Mitte April, als man nur eines von fünf Spielen gewinnen konnte, ließ sich grün-weiß eigentlich kaum etwas zu Schulden kommen. Vor Wochenfrist gab es ein 3:0 in Aue. Nun geht es zum Saisonabschluss gegen Jahn Regensburg. Bereits das Hinspiel konnte man knapp 3:2 für sich entscheiden. Dass Bremen erneut gewinnt, wäre keine allzu große Überraschung. Auch ein Remis würde ihnen zum sicheren Aufstieg reichen. In diesem Fall hätten sie 61 Punkte. Der HSV könnte maximal noch auf 60 aufschließen.

Allein, verlieren darf Werder nicht. Die Hamburger wüssten in diesem Fall die deutlich bessere Tordifferenz aufzuweisen. Im Vergleich zu Bremen haben sie ein Tor mehr erzielt und zehn weniger kassiert. Auch Darmstadt könnte in diesem Fall noch vorbeiziehen und Werder lediglich der undankbare 4. Platz bleiben. Dennoch sollte vor allem der starke Start unter Ole Werner mit sieben Siegen aus den ersten sieben Spielen als Polster reichen, um als zweites Team hinter Schalke aufzusteigen. Sollte Königsblau in Nürnberg verlieren, wäre mit einem eigenen Erfolg auch die Zweitligameisterschaft noch drin. Das oberste Ziel sollte allerdings sein, selbst den Sieg einzufahren. Danach kann man noch immer schauen, ob man vom Fußballgott einen ausgegeben bekommt.

Hamburger SV & Darmstadt 98: Das Lauern auf den Patzer

Einst galten sie als unabsteigbar, die letzten Jahre als unaufsteigbar. Nach fruchtlosen Versuchen unter Hannes Wolf, Dieter Hecking und Daniel Thioune scheint es, als könne Tim Walter das Schwert aus dem Stein ziehen und den Hamburger SV erstmals seit dem Abstieg 2017/18 unter die ersten Drei führen. Noch vor nicht allzu langer Zeit, einem Monat um genau zu sein, schien es, als hätte der HSV den Aufstieg einmal mehr verspielt. In Kiel gab es am 29. Spieltag ein 0:1, sieben Punkte betrug der Rückstand auf den Relegationsplatz, den damals Stadtrivale St. Pauli innehatte.

Photo by Cathrin Mueller/Getty Images
Graphic: Victor Catalina

Seitdem gelang den Hamburgern ein Turnaround der besonderen Sorte, mit vier Siegen in Folge gegen Karlsruhe (3:0), in Regensburg (4:2), Ingolstadt (4:0) sowie gegen Hannover (2:1). Sinnbildlich dafür steht Robert Glatzel, der in diesen vier Partien viermal traf und damit sein Torekonto auf 21 aufstockte. Ligaweit hat nur ein Spieler mehr erzielt, deren 29. Es sollte eigentlich relativ selbstverständlich sein, um wen es sich handelt. Nach Bochum 2015/16 (25 Tore), Stuttgart 2016/17 (25), Köln 2018/19 (29) wird Simon Terodde nun mit dem vierten Verein Toptorjäger der 2. Bundesliga werden. Dazu kommen jeweils zwei zweite Plätze mit Bochum 2014/15 (19) sowie dem HSV 2020/21 (24).

Für die Hamburger steht ein Trip ins Ostseestadion, zum FC Hansa Rostock an. Im Volkspark gab es ein ungefährdetes 3:0. So etwas in der Art würde zumindest für die Paradedisziplin, die Relegation, reichen. Dort würden sie entweder auf Hertha BSC, den VfB Stuttgart oder Arminia Bielefeld treffen. Sollte Bremen gegen Regensburg verlieren, könnte der HSV auch noch direkt aufsteigen.

Auf einen Patzer hofft auch Darmstadt 98. Nicht zuletzt weil sie vor Wochenfrist auf Platz 2 stehend selbst 1:2 in Düsseldorf unterlagen. Gegentore von Emmanuel Iyoha (3′) und Matthias Zimmermann (10′) in den ersten zehn Minuten besiegelten die Niederlage. Tobias Kempes verwandelter Strafstoß nach einer Stunde reichte lediglich zum Anschlusstreffer. Daher gehen sie aus der letzten Reihe ins Aufstiegsrennen.

Für die Lilien, die unter Torsten Lieberknecht eine äußerst stabile Saison spielen und zwischenzeitlich immer mal wieder die Tabellenführung übernahmen, war es ein Rückschlag zur absoluten Unzeit. Nur eine Woche zuvor haben sie mit einem fulminanten 6:0 gegen Aue Platz 2 übernommen, nun müssen sie nicht nur ihre Hausaufgaben gegen Paderborn machen, die auf Platz 6 in Darmstadts unmittelbarer Nachbarschaft wohnen, sondern auch auf Schützenhilfe hoffen. Bei einem Remis des HSV in Rostock könnte Darmstadt mit drei eigenen Punkten den Relegationsplatz übernehmen. Der direkte Aufstieg ist nur noch möglich, wenn auch Werder Bremen gegen Regensburg verliert. Momentan sieht es also eher nach einer weiteren Zweitligasaison für die Südhessen aus.

FC St. Pauli: Braun-weißer Einbruch im Saisonendspurt

Bliebe noch ein Verein, der vor allem zu Beginn des Jahres für ordentlich Wirbel sorgte: der FC St. Pauli. 2:1-Sieg im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund, Tabellenführung in der 2. Bundesliga. Alles deutete darauf hin, dass es am Millerntor erstmals seit der Saison 2010/11 wieder Erstligafußball gibt. Nach einem 1:0 gegen Heidenheim am 27. Spieltag stand die Mannschaft von Timo Schultz noch immer an der Spitze, konnte seitdem allerdings keines der darauffolgenden sechs Spiele bei Hansa Rostock (0:1), gegen Werder Bremen (1:1), in Sandhausen (1:1), gegen Darmstadt (1:2), Nürnberg (1:1) sowie jüngst auf Schalke (2:3) gewinnen, wenngleich sie Igor Matanović per Doppelpack zwischenzeitlich auf Kurs brachte. So wurde aus Platz 1 Platz 5. Auch die Tordifferenz ist mit +13 im direkten Vergleich nicht besonders prickelnd. Die Top 4 stehen allesamt bei mindestens +20.

Ja, rein mathematisch ist der Relegationsplatz noch möglich. Dazu allerdings bräuchte es ein veritables, braun-weißes Fußballwunder. Sollten Darmstadt und der HSV 0:7 unterliegen und St. Pauli selbst Fortuna Düsseldorf ein Dutzend Tore einschenken, würden sie noch auf Rang 3 springen. Es steht jedem selbst offen, ob man daran glauben möchte.

Photo by Joosep Martinson/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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