2. Bundesliga | Irre Effizienz, irres 5:2! Schalke schlägt Darmstadt im Topspiel

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Im Topspiel der zweiten Bundesliga gastierte der FC Schalke 04 am Sonntagnachmittag beim SV Darmstadt 98. In einem irren Spiel gewannen die Königsblauen mit 5:2. Vor allem deswegen, weil sie in Tabellenführer-Manier mit fast jedem ihrer Schüsse ein Tor erzielten.

Die Ausgangslage vor den letzten Spielen der Saison der 2. Bundesliga ist packend wie lange nicht mehr. Fünf Teams fiebern auf die zwei direkten Aufstiegsplätze und den etwas unliebsamen Relegationsplatz. Zwischen diesen Teams stehen noch einige direkten Duelle bevor, von denen SV Darmstadt 98 gegen FC Schalke 04 nun den Beginn einer spannenden Zeit bildete. Der Tabellenvierte empfing den neuen, königsblauen Tabellenführer.

2. Bundesliga: Drückende Darmstädter, eiskalte Schalker

Den besseren Start in die Partie erwischten die von Thorsten Lieberknecht trainierten Hausherren. Nach wenigen Minuten köpfte Abwehrchef Lasse Sobiech den Ball nach einer Ecke knapp über die Latte. Wenige Minuten später tauchte Braydon Manu aus einer unübersichtlichen Situation heraus vor Schalkes Torhüter Martin Fraisl auf, umkurvte diesen, wurde aber soweit nach außen gedrängt, dass er den Ball aus spitzem Winkel nur auf die Latte heben konnte.

Die Lilien waren in den ersten zehn Minuten die spielbestimmende Mannschaft. Und konnten sich belohnen. Patric Pfeiffer fand Tim Skarke mit einem Diagonalball. Dieser ging auf dem linken Flügel ins Dribbling, umkurvte einen königsblauen Verteidiger und flankte zielgenau auf den Kopf des sich clever zwischen den beiden Schalker Innenverteidigern positionierenden Phillip Tietz. Sein Kopfball klatschte zunächst gegen den rechten Pfosten, bevor er den zurückspringenden Ball über die Linie drückte. (11.)

(Photo by Jörg Halisch/Getty Images)

Die heimische Euphorie sollten allerdings nicht lange anhalten. Rodrigo Zalazar bestrafte die einen Moment etwas unsortierten Hausherren und flankte von der rechten Seite auf den am kurzen Pfosten alleingelassenen Marius Bülter. Dieser verlängerte den Ball geschickt auf den zweiten Pfosten, wo Simon Terodde stand und den Ball ins Tor köpfte. Schalke schlug mit seiner ersten nennenswerten Torchance zu. (14.)

Es folgten zerfahrene Minuten unschöner Bilder. Danny Latza musste nach einem Pressschlag mit einer Trage abtransportiert werden. Eine übel aussehende Aktion. Victor Palsson kam für ihn in die Partie. Auf Seiten der Lilien musste Lasse Sobiech den Platz verletzungsbedingt verlassen. Er wurde von Thomas Isherwood ersetzt.

Nach diesem Wechsel-Wirrwarr flankte Rodrigo Zalazar den Ball aus dem linken Halbfeld im hohen Bogen in den Strafraum der Lilien. Die Abwehr der Hausherren wirkte geordnet, die Situation ungefährlich. Doch am zweiten Pfosten tauchte plötzlich Simon Terodde auf und setzte sich beeindruckend im Luftduell gegen den eingewechselten, 1,95 Meter großen Thomas Isherwood durch und nickte den Ball ins rechte Eck ein. Wieder aus dem Nichts, wieder Terodde. (29.)

Atempausen gab es bei diesem Spiel nicht. Die Antwort folgte umgehend. Diesmal schlugen die Lilien zurück. Braydon Manu hatte nach einer Spielverlagerung der Hausherren viel Zeit, hob seinen Blick und fand am langen Pfosten den freistehenden Phillip Tietz. Wieder positionierte sich der Darmstädter Stürmer geschickt zwischen den beiden Innenverteidigern der Königsblauen und nickte den Ball aus kurzer Distanz ein. Ein Spiel der Flanken, in dem alles wieder offen war. (34.)

Das Spiel war sehr temporeich und wurde von beiden Team forsch geführt. Beide Mannschaften suchten im Spiel nach vorne den direkten Weg. Dadurch griffen sie häufig über die Flügel an, da die Mitte von beiden Verteidigungen geschlossen wurde und lange, komplexe Passstafetten eher die Seltenheit waren.

Und seit Schalke seit der vergangenen Woche Tabellenführer ist, scheinen sie auch zu spielen wie einer. Marius Bülter dribbelte als letzte Station eines Konters auf der halbrechten Seite in den Strafraum, legte sich den Ball auf seinen schwächeren linken Fuß und zog ab. Glücklich, weil von einen Verteidiger der Lilien abgefälscht landete der Ball im Netz. Die Effizienz der Schalker war enorm. (43.)

Bülter, Bülter, Bülter

Nur eine Minuten nach der Halbzeitpause wurde in dem irren Spiel zwischen Darmstadt und Schalke wieder gejubelt. Phillip Tietz setzte sich im Laufduell gegen einen Schalker Verteidiger durch und schob den Ball ins Tor. Der Jubel der Hausherren war groß, wurde aber von einen Pfiff den Schiedsrichters unterbrochen. Abseits. Kein Tor. (47.)

Zumindest nicht auf Seiten der Darmstädter. Denn der aus der Abseitsposition resultierende Freistoß landete nach langer Flugzeit im Strafraum der Lilien. Verteidiger Patric Pfeiffer und Torhüter Morten Behrens gingen beiden nicht zum Ball. Gedankenschnell spritze Marius Bülter dazwischen und schob als Nutznießer dieses Missverständnis den erst vierten Torschuss der Schalker ins Tor. (48.)

(Photo by Jörg Halisch/Getty Images)

Zur Überraschung vieler: Auch Schalker Schüsse konnten am Sonntagnachmittag das Tor verfehlen. Rodrigo Zalazar zog aus circa 18 Metern aus halbrechter Position aufs lange Eck sehenswert ab. Einen Raunen begleitete seinen Schuss, der die Latte streifte und Schalkes Menschlichkeit wieder herstellten. (58.)

Ach, aber wie es ein Tabellenführer in Königsblau eigentlich machen sollte, zeigte Minuten später wieder Marius Bülter. Nach einer Kopfballverlängerung von Simon Terodde kam Blüter rechts am Strafraum an den Ball. Brachte im 1 gegen 1 Patric Pfeiffer, der ausrutschte, zu Fall und schoss den Ball flach ins linke Eck. Und sorgte in diesem irren Spiel für die Vorentscheidung. (62.)

Darmstadt machte in der letzten halben Stunden vermehrt Druck und war das aktivere Team. Zu Toren kam das Team von Lieberknecht allerdings nicht mehr und somit ist der FC Schalke 04 weiterhin der heißeste Favorit auf den Aufstieg in die Bundesliga.

Ob des 1:1 zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Nürnberg ist der FC Schalke 04 nun mit zwei Punkten Vorsprung vor der Konkurrenz von der Weser weiterhin Tabellenführer der 2. Bundesliga und baut verschafft sich ein kleines Polster. Drei Punkte hinter den Königlauen steht St. Pauli auf dem Relegationsplatz. Wiederum zwei Punkte dahinter die heute unterlegenen Darmstädter, einen Punkt vor den Nürnbergern.

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