2. Bundesliga: Die Toptransfers des Sommers vor Saisonstart

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Spotlight: Wenn am morgigen Freitag der 1. FC Kaiserslautern gegen Hannover 96 die 49. Zweitligasaison eröffnet, wird in den Aufstellungen beider Mannschaften auch der eine oder andere neue Name auftauchen. In diesem Artikel stellen wir euch die interessantesten Neuzugänge der zweiten Bundesliga vor.

Sebastien Thill (28, Offensives Mittelfeld, Hansa Rostock)

Nach dem Klassenerhalt im letzten Jahr besitzt die „Kogge“ in der oft so schwierigen zweiten Saison das Ziel der Etablierung in der 2. Bundesliga. Um die Mannschaft qualitativ zu verstärken, schaute man sich im direkten Umfeld um und verpflichtete unter anderem den erfahrenen Zweit- und Erstligaprofi Kai Pröger vom SC Paderborn oder den rechten Schienenspieler John-Patrick Strauß vom Absteiger aus Aue.

Für mächtig Furore sorgte allerdings die Bekanntgabe des Wechsels von Sebastien Thill (28). Der Offensivspieler wechselt von Progress Niederkorn in den Norden der Bundesrepublik. Während er in der letzten Spielzeit noch in der Champions League für den FC Sheriff auf Leihbasis auflief und Real Madrid sowie Inter jeweils ein Tor einschenkte, heißen seine Gegner in der kommenden Saison unter anderem Sandhausen und Jahn Regensburg.

Die Ablöse für den Spieler ist nicht bekannt. Sein Vertrag ist bis 2024 datiert. In der letzten Spielzeit schaffte er 27 Torbeteiligungen in 40 Spiele, was Hoffnung macht, dass er zu einem Volltreffer avanciert. Seine Vorfreude auf die Fans und den Verein kann man einem Interview von ihm entnehmen. „Hansa ist einfach ein geiler Verein mit großer Tradition in Deutschland und einer unglaublichen Fanbase.“ Die Fans des Aufsteigers aus der letzten Spielzeit können sich auf einen technisch starken Linksfuß freuen.

Sebastien Thill 2. Bundesliga

(Photo by Cathrin Mueller/Getty Images)

Louis Schaub (27, offensives Mittelfeld, Hannover 96)

Mit einem runderneuerten Kader startet Hannover 96 in die neue Saison. Mit Havard Nielsen (Greuther Fürth), Max Besuschkow (Jahn Regensburg) oder Fabian Kunze (Arminia Bielefeld) wechselten viele etablierte Profis in die Landeshauptstadt Niedersachsens. Als Königstransfer darf jedoch die Verpflichtung von Louis Schaub (27) angesehen werden. Der 27-Jährige wechselt ablösefrei vom 1. FC Köln in die 2. Liga und soll beim Projekt Aufstieg mithelfen.

Der Österreicher ist auf der Spielmacherposition beheimatet. Er verfügt über einen hervorragenden linken Fuß, ist kreativ und hat im letzten Drittel clevere Lösungen parat, vor allem in der 2. Bundesliga könnte er zum absoluten Schlüsselspieler avancieren. Nachdem sein Vertrag beim „Effzeh“, für den er in der letzten Spielzeit 28-mal in der Bundesliga agierte, auslief, gingen Experten von einem Wechsel zu einem vermeintlich größeren Verein aus. Überraschenderweise nutzte Hannover 96 die Gunst der Stunde und darf sich auf einen erfahrenen Profi freuen.

Bei seinen vorherigen Stationen in Österreich und der Schweiz stellte Schaub auch seine Torgefahr unter Beweis und kommt auf gute bis sehr gute Statistiken. In Kombination mit Neu-Trainer Leitl, der ein Fabel für spielintelligente und technisch versierte Akteure hat, könnte Schaub der zweiten Bundesliga seinen Stempel aufdrücken.

Louis Schaub

(Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

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Kwadwo Duah (25, Stürmer, 1. FC Nürnberg)

Rund 700.000 Euro nahm der 1. FC Nürnberg in die Hand, um Kwadwo Duah (25) vom FC St. Gallen zu verpflichten. Nachdem das anvisierte Transferziel Guido Burgstaller nicht realisiert werden konnte, nahm Sportvorstand Dieter Hecking die Verpflichtung des bulligen Stürmers ins Visier – mit Erfolg.

Mit 15 Toren in 33 Partien landete Duah zuletzt auf Platz drei der Torschützenliste in der Schweizer Super League. Der 25-Jährige kommt primär über seine Schnelligkeit, kombiniert diese Eigenschaft mit dem klassischen Stürmer-Gen. Da sein Vertrag bei St. Gallen 2023 ausgelaufen wäre, konnte der FCN den Stürmer für eine vergleichbar geringe Summe verpflichten.

Da Christoph Daferner (Dynamo Dresden) und Manuel Wintzheimer (Hamburger SV) zusätzlich ins Frankenland wechselten, verstärkte sich der „Glubb“ mit insgesamt drei neuen Zielspielern. Zusammen mit Erik Shuranov, Manuel Schäffler, Pascal Köpke und Felix Lohkemper dürfte sich ein brennender Konkurrenzkampf entwickeln.

Marcel Hoffmeier (22, Innenverteidiger, SC Paderborn)

Etwas überraschend sicherte sich der SC Paderborn die Dienste des von mehreren Klubs umworbenen Marcel Hoffmeier (22) vom SC Preußen Münster aus der Regionalliga West. Nachdem die „Adler“ den Aufstieg in die 3. Liga am letzten Spieltag verpassten, stand der Wechsel des talentierten Innenverteidigers endgültig fest. Durch starke Leistungen in der höchsten Amateur-Liga erweckte der 22-Jährige das Interesse vieler NRW-Vereine. Auch der VfL Bochum visierte eine Verpflichtung an, zog gegen die „Ostwestfalen“ aber den Kürzeren. Wohl, weil der Spieler hier mehr Chancen auf einen Platz hat.

Der gebürtige Geseker ist ein moderner Innenverteidiger. Er ist stark im Spielaufbau, bringt ein sehr gutes Tempo mit und zeigt sich im Zweikampfverhalten stabil. Mit seinen 1,82 Metern ist der Verteidiger, der auch im defensiven Mittelfeld agieren kann, relativ klein, dennoch weiß er seine Vorteile in Sachen Antritt und Beweglichkeit zu nutzen. Trainer Lukas Kwasniok ist von seinem Neuzugang begeistert und schwärmt insbesondere von seiner „Spielfreude und Spielintelligenz“.

In den Vorbereitungsspielen spielte sich der 22-Jährige in den Fokus, ein Startelfplatz gegen den Karlsruher SC am kommenden Samstag dürfte ihm sicher sein.

Marcel Hoffmeier

(Photo by Thomas F. Starke/Getty Images)

Laszlo Benes (24, zentrales Mittelfeld, Hamburger SV)

Es ist das Jahr der spielintelligenten Linksfüßer. Auch der Hamburger SV verpflichtete einen Spieler dieser Kategorie und sicherte sich die Dienste von Laszlo Benes (24). Der 24-Jährige kommt für eine Ablöse von 1,5 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach und soll beim endgültigen Aufstieg in die Bundesliga mithelfen.

Ähnlich wie Schaub und Thill ist der Slowake mit Kreativität und einer fabelhaften Übersicht gesegnet. Schnittstellenpässe beherrscht er aus dem Effeff, einzig in puncto Torgefahr besitzt der Zentrumspieler noch erhebliches Verbesserungspotenzial. Außerdem war die Konstanz während seiner Zeit bei den Fohlen ein Faktor, aufgrund von fehlendem Spielrhythmus war das aber auch nicht wirklich überraschend.

In der Spielzeit 2018/19 lief Benes bereits leihweise bei Holstein Kiel in der 2. Bundesliga auf und konnte seine Qualitäten gleich auf den Platz bringen. Die Qualität des HSV im Zentrum wird durch den 24-Jährigen noch einmal erhöht, was das Vorhaben Aufstieg noch einmal realistischer erscheinen lässt.

Laszlo Benes

(Photo by Lukas Schulze/Getty Images)

Minos Gouras (24, Linksaußen, Jahn Regensburg)

Einen interessanten Spieler angelte sich der SSV Jahn Regensburg in dieser Transferperiode. Der Jahn sicherte sich die Dienste von Minos Gouras (24), der ablösefrei vom 1. FC Saarbrücken in die zweite Bundesliga wechselt. Der 24-Jährige ist auf dem linken Flügel beheimatet und erzielte in der abgelaufenen Spielzeit sechs Tore und vier Vorlagen.

Der Deutsch-Grieche ist fußballerisch sehr gut ausgebildet. Er besitzt ein hohes Tempo und ist stark im 1 vs. 1, einzig seine ausbaufähige Entscheidungsfindung im letzten Drittel verbaute ihm die ein oder andere weitere Torbeteiligung. Der 24-Jährige wird außerdem als sehr ehrgeizig beschrieben. Ihm gelang der Durchbruch über den Regionalligisten Astoria Walldorf. Zur kommenden Saison standen mehrere Zweitligisten Schlange für Gouras, der sich für einen Wechsel ins ruhige Regensburg entschied.

Auch wenn dem Jahn eine schwere Saison prognostiziert wird, kann der Flügelspieler reifen und in der zweiten Liga Fuß fassen.

Minos Gouras

(Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

Honorable Mentions:

  • Andreas Luthe (1. FC Kaiserslautern)
  • Leo Scienza (1. FC Magdeburg)
  • Johannes Eggestein (FC St. Pauli)
  • Sidney Raebiger (Greuther Fürth)
  • Frederik Jäkel (Arminia Bielefeld)
  • Oscar Vilhelmsson (SV Darmstadt 98)
  • David Nemeth (FC St. Pauli)

(Photo by JAVIER SORIANO/AFP via Getty Images)

Hendrik Wiese

Aufgewachsen mit dem Spielstil von Bastian Schweinsteiger bevorzugt Hendrik spielerische Dominanz und technisch ansehnlichen Fußball. Seit Dezember 2019 ist er für 90PLUS unterwegs, bevorzugt im deutschen Oberhaus.

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