Der 1. FC Union Berlin sucht einen zentralen Mittelfeldspieler – und hat seinen Wunschkandidaten offenbar überzeugt. Michel Aebischer ist sich mit den Köpenickern einig. Was fehlt, ist die Einigung zwischen den beiden Klubs.
Nach kicker-Informationen vom 15. August besteht bereits eine Einigung mit dem Schweizer Nationalspieler. Sky berichtete zuletzt von einer vollständigen mündlichen Einigung über die persönlichen Bedingungen; die Verhandlungen mit Pisa seien fortgeschritten. Unterschrieben ist bislang nichts.
3,5 Millionen Euro liegen auf dem Tisch
Der kicker meldet, Union habe sein Angebot von drei auf 3,5 Millionen Euro erhöht. Blick schreibt von einer aus Italien kolportierten Summe zwischen drei und vier Millionen Euro und bestätigt diese Größenordnung nach eigenen Informationen.
Zur Einordnung: Transfermarkt führt Aebischers Marktwert mit vier Millionen Euro, letzte Aktualisierung war der 29. Mai 2026. Union bewegt sich damit im marktüblichen Rahmen – ein Abschluss ist aber bis heute nicht vermeldet.
Die Serie B ist für Aebischer keine Option
Aebischer gehört seit dem 1. Juli 2026 fest zu Pisa, sein Vertrag läuft laut Transfermarkt bis zum 30. Juni 2029. Der Weg dorthin war verschlungen: Blick zufolge wechselte der Fribourger im Winter 2022 von den Young Boys nach Bologna und wurde im August 2025 innerhalb der Serie A an Pisa verliehen – inklusive einer Kaufpflicht ab 25 Einsätzen. Aebischer kam auf 35 Spiele und verpasste in jener Saison nur drei Partien. Die Klausel griff.
Nur: Pisa ist vergangene Saison abgestiegen und läuft nun in der Serie B auf. Für einen 29-Jährigen mit 44 Länderspielen und zwei Toren für die Schweiz (Transfermarkt) ist Italiens zweite Liga wenig verlockend. Genau darin liegt die Chance der Eisernen.
Ein Landsmann an der Seitenlinie
In Köpenick träfe Aebischer auf einen Trainer, der seine Sprache spricht. Mauro Lustrinelli steht laut Transfermarkt und bundesliga.com seit dem 1. Juli 2026 an der Union-Seitenlinie. Der 50-Jährige aus Bellinzona besitzt die Schweizer Staatsbürgerschaft und kam vom FC Thun, den er von Juli 2022 bis Juni 2026 betreute – 157 Pflichtspiele, ein Punkteschnitt von 1,83. Davor war er vier Jahre lang Trainer der Schweizer U21.
Aebischer ist zentraler Mittelfeldspieler, 1,83 Meter groß und rechtsfüßig. Lustrinellis bevorzugte Formation ist bei Transfermarkt mit einem 4-4-2 samt Doppelsechs hinterlegt. Der Schweizer Übungsleiter besitzt die UEFA-Pro-Lizenz.
Es ist Lustrinellis erste Station in der Bundesliga: Seine Trainer-Stationen führen ihn laut Transfermarkt bislang ausschließlich über Schweizer Vereine und Nachwuchs-Nationalteams. Öffentlich geäußert hat sich Union zu dem Transfervorgang bislang nicht.
Mainz und Köln beobachten mit
Union ist mit dem Interesse nicht allein. Nach Blick-Informationen haben sich unter anderem auch Mainz 05 und der 1. FC Köln mit dem Schweizer beschäftigt. Dass die Berliner dennoch als Hauptkandidat gelten, hat mit der persönlichen Einigung zu tun: Diesen Vorsprung müsste die Konkurrenz erst aufholen.
Unions Kader umfasst derzeit 31 Spieler bei einem Durchschnittsalter von 26,0 Jahren und einem Gesamtmarktwert von 119,88 Millionen Euro (Transfermarkt). Die Transferbilanz des laufenden Sommers steht bei plus 400.000 Euro. Für einen Klub, der seit acht Jahren im Oberhaus spielt, wäre Aebischer ein Zugang mit internationaler Erfahrung zu einem Preis, der das Budget nicht sprengt.
Bemerkenswert ist auch der Zeitpunkt: Aebischer wurde erst zum 1. Juli fest verpflichtet, könnte den Klub also nach wenigen Wochen schon wieder verlassen. Für Pisa wäre es ein schneller Weiterverkauf – für Union ein Mittelfeldspieler, der seit Anfang 2022 durchgehend in der Serie A gespielt hat und erst mit Pisas Abstieg in die Zweitklassigkeit gerutscht ist.
Solange sich Union und Pisa aber nicht über die Ablöse verständigt haben, bleibt der Wechsel ein Vorhaben – kein Vollzug.

