Es war ein besonderer Abend in Dortmund. Niklas Süle und Julian Brandt absolvierten ihr letztes Heimspiel für den BVB. Süle beendet seine Karriere nach dieser Saison, Brandt wird am Saisonende ablösefrei wechseln, auch wenn nicht klar ist, wohin es geht.
Und auch der Abend ansich war sehr besonders. Der BVB gewann mit 3:2, das Ergebnis wurde aber eher zur Nebensache. Brandt startete und erntete viel Applaus bei seiner Auswechslung. Süle, zuletzt verletzt, kam in der Schlussphase noch einmal auf das Feld und konnte sich feiern lassen.
Beide wurden auch nach dem Spiel mit Sprechchören versehen, Trainer, auch Spieler des Gegners und sogar das Schiedsrichterteam verabschiedeten beide gebührend.
Brandt und Süle sprechen nach dem Spiel über den Abschied
Nach dem Spiel waren sowohl Brandt als auch Süle beim Interview bei Sky. Und beide waren sichtlich mitgenommen von der gesamten Situation. Brandt sprach unter anderem über das Karriereende seines Mitspielers.
„Wir haben lange zusammen gespielt, in vielen U-Nationalmannschaften. Wir begleiten uns lange gegenseitig, es ist jetzt ein besonderer Moment. Für uns beide. Ich habe den größten Respekt vor Niklas, es braucht einen großen Mut, diese Entscheidung zu treffen. Er hat seine Gründe benannt, die sind auch plausibel und nachvollziehbar“, so der Offensivspieler des BVB.
Dann kam Süle selbst zu Wort. „Ich bin sehr dankbar, dass die Message, die ich verbreiten wollte, rund um das Karriereende, dann auch verstanden wurde. Ich hatte nicht immer den besten Ruf, aber das ist jetzt gar nicht das Thema. Im Endeffekt bin ich über den Abschied hier sehr dankbar, das ist nicht selbstverständlich. Das macht mich sehr glücklich“, sagte der Verteidiger.

Komplett realisiert hatte er aber noch nicht alles. Zufrieden war er trotzdem. „Ich bin mega happy, hier mit meinem Kumpel zu stehen, werde jetzt in die Kabine gehen, mich von den Jungs verabschieden und das alles noch einmal genießen“, so Süle.
Bei Brandt war auch eine gewisse Wehmut spürbar. „Es ist besonders, wenn man jetzt sein letztes Heimspiel hier gehabt hat. Ich habe schon den ein oder anderen Mitarbeiter vielleicht das letzte Mal gesehen. Im Fußball geht alles schnell und man sieht sich sicher nochmal im Leben, aber es ist eine Wehmut, die jetzt schon eintritt“, so der Offensivspieler.

