Bundesliga-Brennpunkte: Bayer dominiert Bayern! Siewert vor dem Ende?

12. Februar 2024 | Spotlight | BY Jannek Ringen

Der 21. Spieltag in der Bundesliga stand im Zeichen des Gipfeltreffens zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern. Die Werkself deklassierte den Rekordmeister und untermalte auf eindrucksvolle Art und Weise ihre Meisterschaftsansprüche. Die Brennpunkte zur Bundesliga.

Bundesliga: Bayerns Dominanz bröckelt

Es war das Spiel, worauf eine ganze Nation hingefiebert hatte. Am 21. Spieltag in der Bundesliga kam es zum absoluten Gipfeltreffen zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen. Die Werkself konnte den direkten Konkurrenten mit 3:0 schlagen und damit einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft machen. Außerdem verschärfte sich die Krise des FSV Mainz 05 durch die Niederlage beim VfB Stuttgart einmal mehr. Die Brennpunkte zum 21. Spieltag in der Bundesliga.



Ansage im Meisterschaftskampf: Bayer deklassiert FC Bayern

Das Duell zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern am 21. Spieltag in der Bundesliga war ein historisches. Noch nie in der Geschichte hatten zwei Teams in einer Saison zu diesem Zeitpunkt 50 Punkte oder mehr. Im direkten Duell hätte der FC Bayern erstmals seit mehreren Monaten an der scheinbar unbesiegbaren Mannschaft von Xabi Alonso vorbeiziehen und die Tabellenführung erobern können. Doch es sollte anders kommen, den im Heimspiel war Leverkusen von Beginn an das bessere Team, deklassierte den Rekordmeister deutlich mit 3:0 und setzt ein Ausrufezeichen im Meisterschaftskampf.

Es war insbesondere die Art und Weise, wie es der Alonso-Elf gelang, den FC Bayern herzuspielen. Die so starke Offensive um Leroy Sané und Harry Kane kam am Samstagabend in der BayArena kaum zur Geltung, sodass nennenswerte Abschlüsse für die Münchner Mangelware waren. Am Ende hatte der Rekordmeister einen xG-Wert von unter 0,5 (die Zahlen variieren leicht), was nicht nur der schlechteste der Saison, sondern auch mit der schlechteste Wert für die Bayern in der Bundesliga seitdem diese Daten erfasst werden ist. Dass dies genau im wichtigsten Spiel des Jahres passiert, sorgt für viele Fragezeichen. Speziell die Personalwahl von Thomas Tuchel, der unter anderem Joshua Kimmich auf der Bank gelassen hatte, sorgt für Diskussionen.

Auf der anderen Seite war es Bayer Leverkusen, die einmal mehr ihre starke Spielzeit bestätigen und den Anspruch auf die Meisterschaft in einem starken Spiel unterstreichen konnten. Klare Prinzipien im Spiel mit dem Ball, ein funktionierendes Gegenpressing und gute aufeinander abgestimmte Mannschaftsteile sorgen dafür, dass Bayer Leverkusen aktuell die beste Mannschaft in Deutschland ist und auch zu den Top-Teams in Europa gehört. Zu den Qualitäten im Kollektiv kommt hinzu, dass Alonso auf individuell enorm starke Spieler wie Jeremie Frimpong, Florian Wirtz oder Alejandro Grimaldo zurückgreifen kann.

Spätestens seit dem direkten Duell mit dem FC Bayern ist klar, dass Bayer Leverkusen in diesem Jahr die Dominanz der Münchner durchbrechen und die Meisterschale erstmals seit 2012 wieder einen neuen Besitzer finden könnte. Zwar sind noch 13 Spieltage zu gehen, allerdings war der Sieg gegen den FC Bayern sowohl in der Tabelle als auch im Kopf ein großer Schritt in Richtung erster Meisterschaft für Bayer 04.

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Bundesliga: Der FC Bayern enttäuscht im Topspiel.

(Photo by Leon Kuegeler/Getty Images)

Heidenheim in der oberen Tabellenhälfte – es darf für das nächste Jahr Bundesliga geplant werden

Am Wochenende trafen im Bremer Weserstadion zwei der formstärksten Teams der Bundesliga aufeinander. Werder Bremen empfing den Aufsteiger 1. FC Heidenheim. Beide Mannschaften verloren letztmals Anfang Dezember des vergangenen Jahres und waren jeweils sieben Spiele ungeschlagen. Dadurch haben sich beide Teams ein veritables Polster auf die Konkurrenz erarbeitet und können — Stand jetzt – auf ein entspanntes Saisonende blicken. Und während Werder Bremen den 125. Geburtstag mit einem Sieg feiern wollte, spielte der Aufsteiger den Partychrasher und gewann an der mit 2:1.

Durch den Sieg steht Heidenheim nach 21 Spieltagen in der Bundesliga auf dem neunten Tabellenplatz und konnte bereits 27 Punkte sammeln. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt damit elf Punkte. Auf einen direkten Abstiegsplatz sind es sogar 15 Punkte. Sicherlich wird man an der Brenz erst dann vom Klassenerhalt sprechen, wenn dieser ihnen auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen sein wird, allerdings sieht derzeit alles danach aus, dass es im Sommer eine weitere Saison in der Bundesliga für den 1. FC Heidenheim geben wird.

Nach dem Sieg in Bremen wurde der 1. FC Heidenheim sogar erstmals mit dem Europapokal in Verbindung gebracht, da man lediglich einen Punkt hinter dem auf Platz sieben liegenden SC Freiburg in der Tabelle. Dies dürfte jedoch nur für die größten Optimisten im Umfeld des Vereins ein realer Gedanke sein. „Wir sind Aufsteiger, wir wollen die Klasse halten. Wir sollten den Blick fürs Wesentliche nicht verlieren“, mahnte Erfolgstrainer Frank Schmidt im Interview mit dem SWR nach der Partie.

Die Chancen stehen gut, dass die Bundesliga sich auch im kommenden Jahr über den 1. FC Heidenheim freuen darf. Der kleine Club von der Brenz spielt eine herausragende Saison und kann entgegen aller Erwartungen eine sorgenfreie Saison im ersten Bundesligajahr spielen.

Bundesliga: Heidenheim schlägt Werder.

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Game over für Siewert? Mainz 05 steht mit dem Rücken zur Wand

Mittlerweile sind 21 Spieltage in der Bundesliga absolviert und der 1. FSV Mainz 05 konnte nur eine Partie gewinnen. Die Mainzer stehen mit zwölf Punkten und Tabellenplatz 17 mit dem Rücken zur Wand. Der zweite Mainzer Abstieg aus der Bundesliga kommt immer näher, denn der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt 13 Spieltage vor dem Ende vier Punkte. Und es ist vor allem die schwache Form der Mannschaft, welche gegen die Rheinhessen und Trainer Jan Siewert spricht. Seit Anfang November sind die Nullfünfer ohne Sieg.

In den ersten Wochen unter Siewert zeigte sich die Mannschaft stark verbessert. Vor Weihnachten war man in vielen Spielen die bessere Mannschaft und erspielte sich zahlreiche gute Chancen. Das Problem war, dass die Offensive um den formschwachen Ludovic Ajorque viel zu viele dieser Gelegenheiten ausgelassen hatte, sodass wichtige Punkte, insbesondere in den direkten Duellen mit dem 1. FC Köln und Darmstadt 98 auf der Strecke blieben. Siewert steht bei neun Punkten aus zwölf Spielen und sein Trainerstuhl wackelt derzeit akut.

Auch gegen den VfB Stuttgart, als man sich 1:3 geschlagen geben musste, zeigte man eine engagierte Partie und erspielte sich einige gute Möglichkeiten. Am Ende war es abermals die Chancenverwertung, die dafür sorgte, dass die Schwaben einen relativ ungefährdeten Heimsieg einfahren konnten. Dadurch dass Union Berlin sein Spiel gegen den VfL Wolfsburg gewinnen konnte und der 1. FC Köln einen Punkt eingefahren hatte, wird die Situation der Mainzer immer gefährlicher. Siewert soll intern bereits zur Debatte stehen.

Ein erneuter Trainerwechsel wäre die letzte Patrone, welche die Nullfünfer im Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga ziehen können. In der kommenden Woche steht ein wichtiges Heimspiel gegen den FC Augsburg auf dem Plan. Ob Siewert in diesem noch eine Chance bekommt, ist derzeit ungewiss.

Bundesliga: Ist die Zeit von Jan Siewert vorbei?

(Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

(Photo by SASCHA SCHUERMANN/AFP via Getty Images)

Jannek Ringen

Sozialisiert durch die Raute von Thomas Schaaf, gebrochen durch den Abstieg unter Florian Kohfeldt. Fußball in Deutschland ist sein Fachgebiet, aber immer mit einem Blick in England und Italien.


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