Bundesliga | „Fahren voller Vorfreude nach Dortmund – Die Stimmen zu Bayerns Sieg gegen Bielefeld

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News | 1:0 gewann der FC Bayern das Topspiel des 13. Bundesliga-Spieltags gegen Arminia Bielefeld. Nach der Partie sprachen die Verantwortlichen bei Sky.

COVID, Katar und knappe Siege – FC Bayern vor dem Gipfel an allen Enden gefordert

Dass die Glut an der Säbener Straße immer ein bisschen lodert, ist der Allgemeinzustand. Dieser Tage scheint aus der Glut wieder eine Flamme zu werden. Die Impfthematik läuft im Hintergrund weiter. Laut Berichten soll es nun einige Spieler geben, die sich doch zur Impfung haben überreden lassen. In den vergangenen Tagen gab der Verein bekannt, dass Joshua Kimmich und Eric Maxim Choupo-Moting positiv getestet wurden. Niklas Süle, Josip Stanišić, Serge Gnabry sowie Jamal Musiala durften die Quarantäne derweil verlassen.

 



 

Thema zwei, dass den Verein in Atem hält, ist die Jahreshauptversammlung vom Donnerstag. Klubmitglied Michael Ott brachte einen Antrag hervor, „dass Sponsoringverträge mit Qatar Airways oder anderen, mehrheitlichen Eigentum des Emirats Katar stehenden Unternehmen zum nächstmöglichen Zeitpunkt auslaufen gelassen werden und nicht verlängert oder neu abgeschlossen werden.“

Das Ende ist bekannt. Der Antrag lief ins Leere. Trotzdem sorgte vor allem der Schlussakkord der Jahreshauptversammlung für Unruhe, als Präsident Herbert Hainer die Veranstaltung vorzeitig beendete und gnadenlos niedergepfiffen wurde. Zudem gab es „Wir sind Bayern – und ihr nicht!“ sowie „Hainer raus!“-Rufe. Ein Mitglied verschaffte sich Gehör, indem er seine Rede auf einem Stuhl stehend hielt.

Müller positiv und um Ruhe bemüht – „Wir haben die richtigen Leute dazu“

„Es gibt ja viele Begleitumstände, gerade auch um diese Veranstaltung, die das vielleicht zu dem hat werden lassen“, sagte Thomas Müller nach dem 1:0 gegen Bielefeld. Die sportliche Lage des Vereins darf man hier dazuzählen. Nachdem es schien, als könnte der Rekordmeister nicht weniger, als vier Tore pro Spiel erzielen, waren die vergangenen Tage und Wochen eher minimalistisch. 2:1 gegen Freiburg, 1:2 in Augsburg, 2:1 in Kiev und nun ein 1:0 gegen die Arminia. Der Druck von Borussia Dortmund im Titelrennen ist da. Das lässt die Lage um den Verein auch angespannter werden.

Die Außenwirkung der Jahreshauptversammlung sei nicht gut, so Müller. „Aber ich bin jemand, der in die Zukunft schaut und schaut, was kann man da beeinflussen? Ich als Spieler kann beeinflussen, dass wir nächsten Samstag in Dortmund ein sehr gutes Spiel machen und was das andere betrifft, da bin ich trotzdem auch positiv, dass dieser Verein, der ja schon viele Probleme oder Dinge gelöst hat, immer auch im Sinne seiner Fans und seiner Mitglieder handelt. Wir sind ja kein Verein, der die Mitglieder links liegenlässt, sondern wir sind der größte Sportverein der Welt. Und dementsprechend glaube ich, dass wir das hinbekommen werden. Wir haben die richtigen Leute dazu.“

 

 

Am Samstagmittag kündigte auch Michael Ott via Twitter an, dass er sich mit Herbert Hainer zu einem Gespräch bezüglich Katar und der Jahreshauptversammlung zusammensetzen werde und der Konflikt gelöst werden müsse.

Bleibt noch das Sportliche. Ein Punktverlust, der zur Folge gehabt hätte, dass der FC Bayern auf Platz 2 stehend nach Dortmund reist, verhinderte Leroy Sané mit seinem Traumtor. Nach der Partie sprach Kapitän Manuel Neuer von einem „maximalen Minimalsieg“. Ein schlechtes Spiel kann man den Münchenern nicht vorwerfen. Im vorletzten und letzten Pass fehlte zu oft die Zielstrebigkeit. So traf man nur einmal das Tor, aber vor ihm zu oft die falschen Entscheidungen. Der leidenschaftliche Bielefelder Defensivauftritt in Tateinheit mit einem starken Stefan Ortega tat sein Übriges „Wir kennen ja Bielefeld. Es ist nicht so leicht, auch gegen eine vielbeinige Abwehr anzulaufen, zu versuchen, Tore zu erzielen. Da tut man sich schon etwas schwer. Wir haben lange warten müssen, auf das erste Tor und dann hat Leroy ihn auch super reingemacht.“

Neuer mit Ansage – zu Null in Dortmund müsse man sich als Ziel setzen

Wenngleich den Münchenern vorne wenige Tore gelungen sind, so konnte man sie hinten diesmal vermeiden. Erst zum vierten Mal in der aktuellen Bundesliga-Saison hielt der FC Bayern die Null. „Das war sehr wichtig. Wir haben auch ein bisschen drauf gewartet. Es wurde auch Zeit und wir freuen uns in der Defensive gerade sehr darüber“, so Neuer. Es sei klar, dass sie es auch draufhaben, in Dortmund zu Null zu spielen. Das müsse man unter Beweis stellen und sich als Ziel setzen.

Um seine Mannschaft in der Rückwärtsbewegung zu motivieren, griff Julian Nagelsmann in die Trickkiste: „Wir haben eine ganz interessante Statistik nach Augsburg mal ausgegraben. Wir haben geguckt, es gibt meistens so 60 Minuten Nettospielzeit. Von diesen 60 Minuten müssen wir zwischen 10 und 15 Minuten verteidigen. Und wenn man die einfach mit voller Konzentration macht, wie heute, dann ist das das beste Anschauungsbeispiel, dass auch ein 1:0 mal reicht und wir nicht immer zwei, drei, vier, fünf Tore machen müssen.“

Die Meisterschaft, so Nagelsmann werde sowohl über solche Spiele, als auch über die Topspiele, wie gegen Borussia Dortmund entschieden. „Du musst immer eine Kombination aus beidem machen. Wir haben jetzt 31 Punkte, wenn ich das richtig gelesen habe. Das ist gut, wir stehen gut da und fahren voller Vorfreude jetzt nach Dortmund und jetzt als Tabellenführer, das war wichtig, heute.“

Borussia Dortmund hat vorgelegt, der FC Bayern die Flamme rund um den eigenen Verein wieder auf die Glut zurückreduziert. Damit ist der Tisch gedeckt für das Topspiel am 4. Dezember.

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„Dann hätte ich lieber gewonnen“ – Bielefeld hadert mit dem Ergebnis

Diesmal nicht. Nachdem Arminia Bielefeld vergangenen Februar den FC Bayern düpierte und ihm in Form einer 2:0- und 3:1-Führung eine Aufholjagd im eigenen Stadion abverlangte, musste man sich am Samstagabend 0:1 geschlagen geben. Damit „darf man nie zufrieden sein“, betonte Frank Kramer nach dem Spiel, nur um kurz darauf zu präzisieren: „Mit der Leistung muss man einverstanden sein. Wir haben unheimlich viel reingelegt. Aber halt so der letzte oder vorletzte Ball, der war oft einfach nicht präzise oder ein bisschen überhastet. Wenn du irgendwann mal diesen Punch setzen willst, dann musst du die Bälle an den Mann bringen.“

Arminia Bielefeld geht damit die fußballerische Tonleiter herunter. Auf den 1:0-Sieg in Stuttgart folgte ein Unentschieden gegen Wolfsburg (2:2) und nun die Niederlage in München. Man bleibt bei 9 Punkten stecken. Durch das späte Remis des FC Augsburg in Berlin (1:1) hat man nunmehr vier Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz. Daran konnte auch ein starker Stefan Ortega nichts ändern. „Am Ende spielen wir das Spiel um zu gewinnen. Deswegen ist auch gegen Bayern München eine Niederlage vielleicht irgendwie verkraftbar. Aber es tut genauso weh, als wenn man gegen eine andere Mannschaft verliert“, so der Arminen-Keeper.

Bundesliga FC Bayern Arminia Bielefeld

Photo by Sebastian Widmann/Getty Images

Mit seinem eigenen Auftritt wollte er sich nicht zu lange befassen. „Dann hätte ich doch lieber gewonnen. Klar freut es einen. Das ist aber am Ende des Tages mein Job. Wenn man hierhin kommt, weiß man, dass man als Torwart in der Regel auch ein bisschen was zu tun bekommt. Aber die Jungs haben auch einiges wegverteidigt. Deswegen ist es – glaube ich – für den Aufwand, den wir betrieben haben, einfach schade.“

Mit dem Sieg in Stuttgart hatte sich die Arminia auf einen Zähler an Augsburg herangepirscht. Nun wieder der Rückschlag. Die kommenden Wochen dürften nicht einfacher werden. Nächsten Samstag empfängt man den 1. FC Köln auf der Alm, dem es nach dem 4:1-Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach sicher nicht an Selbstvertrauen mangeln dürfte. Danach steht ein Abstiegsgipfel an. In Berlin hat man die Chance, die Hertha noch weiter in den Sog zu ziehen, bevor es zum Jahresabschluss noch gegen den VfL Bochum und nach Leipzig geht. Eine alte Fußballerweisheit besagt, dass die zweite Saison für Aufsteiger die schwerste ist. Noch hat Arminia Bielefeld die Chance, das zu wiederlegen. Dazu sollten sie aber schnellstmöglich wieder die fußballerische Tonleiter wieder heraufgehen.

Photo by Sebastian Widmann/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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