Bundesliga | Kann ein gebeutelter BVB die Party des FC Bayern crashen?

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Der FC Bayern München kann am 31. Spieltag gegen Borussia Dortmund mit einem Sieg Deutscher Meister werden. Vor den heimischen Fans in der Allianz Arena und zum zehnten Mal in Folge. Der BVB will dies verhindern, muss allerdings auf etliche Leistungsträger verzichten. Ein Vorblick.

Es ist wieder soweit: Die beiden besten deutschen Mannschaften der vergangenen zehn Jahre treffen aufeinander. Borussia Dortmund wird am 31. Spieltag der Bundesliga in der Allianz Arena beim FC Bayern München gastieren. Weder gibt es in diesem Duell einen Gejagten noch einen Jäger. Die Deutsche Meisterschaft ist bereits so gut wie entschieden und auch dem BVB ist der zweite Tabellenplatz kaum noch zu nehmen. Allerdings: Mit einem Sieg kann der FC Bayern vorzeitig Deutscher Meister werden. Die Schwarz-gelben müssten ihrem Erzfeind dann beim Feiern zusehen. „Wir wollen versuchen, das zu verhindern“, kündigt Dortmunds Trainer Marco Rose an.



Die personelle Lage: Der BVB muss improvisieren

Die Voraussetzungen dafür könnten für den BVB kaum misslicher sein. Die Liste der verletzten Spieler scheint schier endlos: Donyell Malen (Sehnenverletzung), Mats Hummels (Muskelverletzung), Mahmoud Dahoud (Schulterverletzung), Axel Witsel (Infekt), Thorgan Hazard (Rückenverletzung), Giovani Reyna (Muskelverletzung), Thomas Meunier (Sehnenriss) und Steffen Tigges (Sprunggelenk) fallen aus. Die Langzeitabwesenden Mateu Morey (Kreuzbandriss) und Marcel Schmelzer (Knie) sowieso. Zudem hat sich die Nummer eins der Borussen im Training bei einem Zusammenprall mit Jude Bellingham an den Bändern verletzt und wird einige Wochen ausfallen. Dan-Axel Zagadou kann aufgrund einer Infektion ebenfalls nicht gegen die Bayern spielen.

Beim FC Bayern fallen mit Omar Richards (Erkältung), Bouna Sarr (Aufbautraining) und Corentin Tolisso (Muskelfaserriss) hingegen nur drei Spieler aus. Kingsley Coman, der in den letzten Wochen furios spielte aber immer wieder mit Sprunggelenkproblemen zu kämpfen hatte, wird aller Voraussicht spielen. Und in der Startelf stehen, wie Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz bereits anklingen ließ. Der zuletzt formschwache Leroy Sane wird wohl zunächst auf der Bank sitzen und der andere Flügel von Serge Gnabry bekleidet, der im letzten Bundesligaspiel gegen Bielefeld ein Tor erzielte. Auch Jamal Musiala ist eine Option.

FC Bayern München: Lasset die Konter ersticken

Lobend erwähnte Nagelsmann außerdem die Flexibilität der Dortmunder. „Dortmund ist mit ihrer enormen Flexibilität sehr schwer zu berechnen“, sagte der Bayern-Coach. „Sie variieren zum einen zwischen Dreier- und Fünferkette und auch vor Spiel ist es schwer vorauszusagen, ob sie mit zwei oder drei Spitzen anlaufen.“ Wie Marco Rose seine Mannschaft am Samstag auf den Rasen schicken wird? Auf der Pressekonferenz gab es keine Hinweise. Der Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch: Die Dortmunder haben gegen den FC Bayern zuletzt häufig tief verteidigt und auf schnelle Konter gesetzt.

Für die Ausrichtung Nagelsmanns bedeutet dies: Sein Team wird voraussichtlich viel Ballbesitz haben und muss den tiefen und sehr aggressiven schwarz-gelben Block mit einer sauberen Positionsstruktur mit Ball durchbrechen. Dafür müssen die Bayern im Angriffsdrittel immer wieder Überzahlsituationen herstellen und so viele Spieler wie möglich innerhalb des Dortmunder Blocks positionieren. Dies birgt allerdings Gefahren. Denn die Konter der Dortmunder sorgten in den vergangenen Duellen immer wieder für Gefahr. Und die Konterabsicherung der Bayern wurde in den letzten Wochen des Öfteren stiefmütterlich behandelt. Ein entscheidender Punkt wird sein, ob die Bayern die richtige Balance finden und eine Sicherung gegen die gefährlichen Tiefenläufe der Dortmunder finden werden. Personell wird im defensiven Mittelfeld sicherlich auf die physische Variante aus Joshua Kimmich und Leon Goretzka gesetzt werden.

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(Photo by ANDREAS GEBERT/POOL/AFP via Getty Images)

Weitere Schlüsselduelle werden auf den Flügeln stattfinden. Aufgrund des tiefen und kompakten Blocks der Dortmunder wich der FC Bayern in den vergangenen Duellen immer wieder auf die Außenbahnen aus, um zur Grundlinie durchzubrechen. Besonders über die linke Seite der Bayern gelang dies immer wieder durch Überladungen und der Unterstützung des hyperdynamischen Alphonso Davies. Auf der rechten Abwehrseite des BVB wird voraussichtlich entweder Felix Passlack oder Marius Wolf spielen. Beides Spieler die in dieser Saison bereits defensive Schwächen zeigten. Und auf der anderen Abwehrseite wird wohl Raphael Guerreiro spielen. Ein offensiv zwar genialer, defensiv aber oft schlampiger Feingeist.

Zum Greifen nahe: Die zehnte Meisterschaft in Folge und die erste für Julian Nagelsmann

Der FC Bayern geht als klarer Favorit in das Spiel. Auch der Blick nach hinten bestätigt dies. Die sieben letzten Spiele zwischen den beiden Teams gewann allesamt der FC Bayern München. In den letzten fünf Spielen erzielten die Bayern dabei jeweils mindestens drei Tore. Mit einer überzeugenden Leistung und einer anschließenden Meisterfeier könnte beim Rekordmeister wieder etwas Ruhe einkehren. Nach dem Champions-League-Aus rumorte es zuletzt mächtig an der Säbener Straße. Grenzenlose Euphorie würde die Meisterschaft zwar nicht auslösen. Denn Dinge, die sich zehnmal hintereinander wiederholen, verlieren irgendwann die Magie, obwohl diese Leistung schon jetzt ihren Platz in den Geschichtsbüchern hat. Besonders für Julian Nagelsmann wäre es nach der neuerlichen Kritik jedoch wichtig, wenn sein erster Meistertitel nicht strauchelnd, sondern überzeugend eingetütet wird. Die Gelegenheit dafür bietet sich am Samstagabend.

Mögliche Aufstellungen

FC Bayern München:

Neuer – Pavard, Upamecano, Hernandez, Davies (Süle) – Kimmich, Goretzka – Gnabry, Müller, Coman (Musiala) – Lewandowski

Borussia Dortmund:

Hitz – Akanji, Pongracic, Zagadou – Wolf, Can, Bellingham, Guerreiro – Brandt – Reus, Haaland

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