Bundesliga | Dortmund oder Schalke? Das Streitgespräch zum Revierderby!

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Spotlight | Am Samstagabend des 7. Bundesliga-Spieltags steht das erste Revierderby der Saison an. Im Streitgespräch beleuchten wir die Chancen beider Teams! 

Dortmund und Schalke gehen mit je zwei Niederlagen ins Derby

Borussia Dortmund erwischte einen eigentlich anständigen Saisonstart, gewann vier der ersten sechs Partien. Zuhause gegen Werder Bremen (2:3) sowie vor Wochenfrist in Leipzig (0:3) setzte es jedoch die ersten Saisonniederlagen. Zudem unterlag man am Mittwoch Manchester City spät 1:2.



Schalke feierte vergangenes Wochenende mit dem 3:1 über den VfL Bochum den ersten Saisonsieg. Gepaart mit drei Remis und ebenfalls zwei Niederlagen, in Köln (1:3) sowie gegen Union Berlin (1:6), geht Königsblau auf Rang 12 ins Derby.

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Trotz zweier Niederlagen zuletzt: Dortmund gewinnt das Revierderby

Das Spiel in Manchester war ein bitteres für Borussia Dortmund. Gegen die vielleicht stärkste Mannschaft der Welt hielt man lange Zeit nicht nur gut mit, sondern ging sogar in Führung. Vor allem gegen den Ball überzeugten die Männer von Edin Terzic (39). Am Ende drehte die individuelle (Welt-)Klasse des Gegners das Spiel. Leistungstechnisch war der Auftritt im Etihad dennoch eine Art Wiedergutmachung für die desolate Darbietung in Leipzig, bei der so gut wie gar nichts stimmte. Die 0:3-Klatsche in der Red-Bull-Arena ist aber eher der Kategorie Ausrutscher zuzuordnen, denn zuvor fuhren die Schwarz-Gelben drei souveräne Zu-Null-Siege am Stück ein.

Die zwei Niederlagen zuletzt sind also nicht Auswirkung eines grundsätzlichen Problems, das die Dortmunder mit sich schleppen. Man weiß um die eigenen Stärken und hat diese in vier der letzten fünf Spielen auch auf den Platz gebracht. Was man noch positiv aus dem Gastspiel in Manchester ziehen kann: Einstellung und Leidenschaft stimmten. Dass es daran ausgerechnet im ersten Revierderby seit anderthalb Jahren scheitern wird, ist folglich äußerst unwahrscheinlich.

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(Photo by Alex Pantling/Getty Images)

Einstellung und Leidenschaft sind Attribute, die in dieser Saison definitiv auch auf den FC Schalke 04 zutreffen. Unter Frank Kramer (50) stehen Lauf- und Einsatzbereitschaft ganz weit oben auf der Agenda, auf Schalke herrscht wieder das Malochertum vor. Eine stabile Defensive ist also die oberste Prämisse im Spiel der Königsblauen. Mit Ball gibt es zwar auch durchaus gute Ansätze, hier herrscht allerdings noch der größte Verbesserungsbedarf. So hat man streckenweise noch Probleme, die nötige offensive Wucht zu entfachen, dem Passspiel mangelt es teils noch an Tempo und Präzision. Der jüngste 3:1-Erfolg gegen den VfL Bochum zeigte dennoch, dass die Mannschaft auch hier ein gewisses Potenzial besitzt. Obendrein gab der Sieg im „kleinen Revierderby“ den „Knappen“ mächtig Rückenwind, denn es war der erste Dreier nach der Rückkehr in die Bundesliga. 

Beide Mannschaften gehen also durchaus mit Selbstvertrauen ins Spiel. Der BVB aufgrund einer positiven Leistung gegen Manchester City, Schalke wegen des ersten Saisonsiegs. Dass alle 22 Akteure auf dem Feld bis in die Haarspitzen motiviert sein werden, ist demnach mehr als eine logische Annahme. Am Ende wird vor allem die individuelle Klasse darüber entscheiden, wer gewinnen wird, und die ist bei den Dortmundern nun einmal um einiges höher. Schwarz-Gelb wird als Sieger aus dem Revierderby gehen.

Michael Bojkov

Schalke nutzt das Dortmunder Tief aus – und holt mindestens einen Punkt

„Wer nicht hüpft, der ist Borusse!“, hallte es vergangene Woche aus dem Schalker Fanblock. Die Erleichterung über den ersten Saisonsieg war groß. Genau vor dem Revierderby, dem ersten seit zwei Saisons, hätte er kaum zu einem besseren Zeitpunkt kommen können.

Schalke hat – in allen Partien, auch dem 1:6 gegen Union Berlin – bewiesen, dass sie in der Bundesliga konkurrenzfähig sind. Meistens fehlten Nuancen zum Sieg. In Köln war man über weite Strecken ein Mann weniger, gegen Borussia Mönchengladbach erlaubte man sich sechs unaufmerksame Minuten, was der Gegner postwendend zu zwei Treffern nutzte. In Stuttgart hatte man zwar die Chancen, wusste diese aber nicht in Tore umzumünzen.

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Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images

Nun also das Revierderby, mit dem Königsblau ohnehin noch eine offene Rechnung hat. Nach dem 0:0 in der Hinrunde 2019/20, als man sich Borussia Dortmund weitestgehend überlegen zeigte, musste Schalke drei klare Niederlagen in Folge hinnehmen (0:4, 0:3, 0:4). Die Motivation zu zeigen, dass man an die beiden Auftritte in Dortmund aus den Saisons 2017/18 (4:4, hier vor allem die zweite Halbzeit) und 2018/19 (4:2) anknüpfen kann, dürfte mehr als vorhanden sein.

Der BVB hingegen kommt mit zwei Niederlagen im Gepäck, einer deutlichen in Leipzig (0:3) und einer äußerst knappen wie unglücklichen im Etihad (1:2). Im Interview nach dem Spiel betonte Edin Terzic, dass man zum dritten Mal eine sehr gute Leistung gegen Manchester City gezeigt habe, zum dritten Mal jedoch leer ausgegangen ist. Wenn es jemals einen psychologisch günstigen Zeitpunkt gegeben hat, um den Rivalen zu ärgern, dann ist es dieser. Dortmund braucht eine Antwort, für das eigene Selbstvertrauen. Aber auch, um an der Spitzengruppe dran zu bleiben. Schalke hingegen kann sich voll und ganz darauf konzentrieren, unangenehm zu sein. Sie haben einen Marius Bülter, der bei drei Saisontoren steht. Simon Terodde erzielte in Stuttgart seinen ersten Bundesligatreffer für Schalke. Dazu können Thomas Ouwejan und Tobias Mohr per Standard immer wieder gefährliche Situationen heraufbeschwören. Wenn Schalke all das am Samstagabend mitbringt und dieselbe Einstellung zeigt, spricht nicht viel gegen mindestens einen weiteren Punkt.

Victor Catalina

Photo by Lars Baron/Getty Images

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