Bundesliga | „Gut, dass du als Trainer hingehen darfst“ – Die Stimmen zu Kölns Derbysieg in Gladbach

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News | 3:1 gewann der 1. FC Köln das Derby bei Borussia Mönchengladbach am 30. Bundesliga-Spieltag. Im Anschluss an die Partie sammelte Sky Reaktionen.

Köln macht zur Pause alles klar – und stellt Derbyrekorde auf

Bereits zur Pause war die Partie entschieden. Anthony Modeste (5′), Florian Kainz (20′) sowie Dejan Ljubicic (34′) besiegelten in einer furiosen ersten Hälfte den Effzeh-Sieg. Breel Embolo gelang fünf Minuten vor Schluss lediglich der Ehrentreffer. Damit gewinnt Köln bereits das dritte Derby in Serie gegen Borussia Mönchengladbach. Vergangene Saison gab es an Ort und Stelle – damals noch unter Markus Gisdol – ein 2:1, in der Hinrunde ein 4:1. Erstmals seit 1989/90 gewann der Effzeh damit beide Derbies und erstmals überhaupt gelangen ihnen dabei sieben Tore gegen die Borussia. Sky sammelte im Anschluss an die Partie Reaktionen.

„Kriegen Gegentore, wo der Gegner überhaupt nichts machen muss“ – Hofmann nach Derbyniederlage angefressen

Am 11. März 2020 fand im Borussia-Park mit Kölner Beteiligung das erste Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte statt. Nun hatten die Gladbacher erstmals seit August 2017 – da spielt ein Kölner Abstieg noch mit rein – wieder ein Heimderby vor ausverkauftem Haus. Gerecht sind sie der Kulisse zu keinem Zeitpunkt geworden. „Man muss sich bei den Zuschauern, bei den Fans entschuldigen für unsere Leistung heute“, konstatierte Adi Hütter. „Wir wollten das ganz anders angehen. Wir wollten den Gegner unter Druck setzen, das ist uns heute in keiner Phase gelungen. Deswegen ist das ein sehr bitterer Tag für uns.“

 



 

 

„Es tut weh, dahinzugucken“, so Jonas Hofmann über die feiernden Kölner im Borussia Park. „In der Kabine habe ich gespürt, heute brennt’s richtig, hier. Wie wir ins Spiel gekommen sind, fand ich eigentlich auch. Und dann kriegen wir einfach Gegentore, wo der Gegner überhaupt nichts machen muss. Das ist viel zu einfach. Gegenwehr war dann wenig da. Wir haben zwar – glaube ich – mehr Torschüsse aufs Tor. Aber das ist dann auch nur noch so ein Trallala nebenbei. Wichtig ist das, was zählt. Wir kriegen einfach Tore, wo der Gegner nichts machen muss und dann tut’s weh. Weil das Spiel für den Verein etwas ganz Besonderes ist. Wir haben uns in der Kabine viel vorgenommen, aber wir haben es nicht umgesetzt bekommen.“

Das hat direkt zur Folge, dass Gladbach auf Platz 11 bleibt. Mit den Niederlagen der beiden VfLs, Wolfsburg unterlag 1:6 in Dortmund und Bochum 0:3 in Freiburg, hätte man sich absetzen, sogar die 40 Punkte vollmachen und bis auf drei Zähler an den rheinischen Rivalen springen können. Das alles bleibt nun Theorie. Dazu hat es auch das Restprogramm in sich, mit Freiburg (A), RB Leipzig (H), Eintracht Frankfurt (A) sowie der TSG Hoffenheim (H). Bis zu 19 Grad soll es in den kommenden Tagen in Mönchengladbach geben. Über diesem Frühlingswetter rund um den Borussia-Park hängt aber ein Schleier der Schwermut.

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„Haben in den vergangenen Wochen öfter darüber geredet“ – Uth bestätigt Kölns Europapokalambitionen

Ob man Barcelona schon vorwarnen sollte? Schließlich schickt sich mit dem 1. FC Köln der nächste – nicht minder euphorisch unterstützte und mit ähnlich nonchalanter Spielweise ausgestattete – Bundesligist an, den Europapokal zu erreichen. Unter den Fans erzählt man sich noch immer von 2017, als nach dem 2:0 gegen Mainz die Fans den Rasen stürmten, von Reisen nach Belgrad und den beiden Spielen im Lukas-Podolski-Derby gegen Arsenal.

Mit dem 3:1-Sieg im rheinischen Derby übernahm der Effzeh vorerst Platz 6 und macht nun den ersten Schritt, dem Kapitel aus der Saison 2017/18 ein weiteres folgen zu lassen. Unter der Woche gab Steffen Baumgart erstmals öffentlich das Ziel Europapokal aus, das er nach der Partie mit dem Hinweis versah, die Mannschaft plane dieses Unterfangen schon länger. „Ja klar! Wir haben in den vergangenen Wochen öfter mal darüber geredet“, bestätigte Mark Uth, „und ich glaube, wir sind mehr als mittendrin statt nur dabei. Wir wollen es unbedingt und ich glaube, das hat man heute wieder im Spiel gesehen.“

Die Stimmung in Köln und um den Effzeh könnte im Moment besser kaum sein. „So oft ist uns das nicht passiert, dass du die zwei Derbies gewinnst und dann so, wie wir sie gewonnen haben. Dann ist es gut, dass du als Trainer hingehen darfst. Ich glaube, es gibt genug Situationen, da möchtest du nicht unbedingt hin. Im Moment ist es in Köln schön, in die Kurve zu gehen“, frohlockte Steffen Baumgart.

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Photo by Martin Rose/Getty Images

Gleichzeitig legte er trotz dessen, dass seine Mannschaft erstmals in der Bundesliga über zwei Spiele sieben Tore gegen den Erzrivalen vom Niederrhein erzielte, auch den Finger in die Wunde: „Ich glaube, die zweite Halbzeit war nicht mehr so konsequent, obwohl wir da auch die Möglichkeit hatten, in die Tiefe zu gehen. Das hatten wir nicht mehr so gemacht. Die erste Halbzeit, auch wie sie gelaufen ist, die Konsequenz vor dem Tor, das war sehr, sehr gut gespielt. In der zweiten Halbzeit hatte ich das Gefühl, dass wir eher ein bisschen abgesichert haben, was mir nicht so gefallen hat. Wir hätten, so wie in den letzten zehn Minuten, drei, vier Aktionen mehr haben können. Da haben die Jungs dann auch im Gedankengang, dass du so eine erste Halbzeit nicht jedes Mal spielst, vor der eigenen Courage Respekt gehabt und deswegen haben wir nicht jedes Ding nach vorne durchgespielt. Aber am Ende muss man sagen, die Jungs sind mutig, die Jungs sind klar und wir haben vor dem Spiel schon gesprochen, wir machen Fehler, die haben wir auch heute gemacht und trotzdem war der ein oder andere immer wieder da und wir haben nicht unverdient gewonnen, würde ich sagen.“

Bielefeld (H), Augsburg (A), Wolfsburg (H) und Stuttgart (H) heißt das Kölner Restprogramm. Auf zwölf Punkte wollte sich Mark Uth jedoch nicht festnageln lassen: „Wenn es so einfach wäre, das wäre schön. Ich glaube gerade jetzt, Bielefeld zuhause, ein sehr, sehr, sehr, sehr schwieriges Spiel. Wir müssen genauso Gas geben wie heute gegen Gladbach, einfach die Intensität hochhalten. Dann können wir, glaube ich, gegen jeden gewinnen und dann schauen wir mal, wo wir am Ende stehen.“

Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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