Bundesliga | Musiala führt Bayern zum Kantersieg in Leipzig

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Topspiel – und eines das seinen Namen regelrecht verdient hat! RB Leipzig empfing den FC Bayern München. Während der amtierende Vizemeister den Negativtrend stoppen wollte, ging es für die Münchener darum, den jüngsten Formanstieg unter Julian Nagelsmann zu bestätigen. Das gelang, die Münchener gewannen nach 94 intensiven Minuten 4:1

Lewandowski macht vom Punkt den Unterschied

RB drohte vor dem Spiel ein amtlicher Fehlstart. Aus den ersten drei Partien setzte es zwei 0:1-Niederlagen in Mainz und Wolfsburg, sodass die Wirkung des 4:0-Sieges gegen Stuttgart schon fast verflogen ist. Der FC Bayern hingegen kommt unter Ex-RB-Trainer Julian Nagelsmann immer mehr ins Rollen. Während die ersten beiden Partien in Mönchengladbach (1:1) sowie gegen den 1. FC Köln (3:2) ergebnistechnisch noch holprig waren, gab es vor der Länderspielpause ein glattes 5:0 gegen Hertha BSC.

 



 

Jesse Marsch brachte in diesem Topspiel Dani Olmo von Beginn. Zudem stand links der wiedergenesene Angeliño in der Startelf, sowie Dominik Szoboszlai anstelle von Emil Forsberg. Kevin Kampl und Konrad Laimer bildeten die Doppelsechs. Aufseiten des FC Bayern waren drei Viertel der Viererkette bis vor Kurzem noch lädiert. Benjamin Pavard gab sein Saisondebüt. Neben ihm spielten Dayot Upamecano, Lucas Hernández sowie Alphonso Davies. Der Rest der Mannschaft stellte sich eigentlich von allein auf. Joshua Kimmich und Leon Goretzka auf der Doppelsechs, Thomas Müller im Zentrum, links Leroy Sané, rechts Serge Gnabry und Robert Lewandowski in der Spitze.

Die ersten zehn Minuten spielten sich relativ ausgeglichen ab. In der 9. Minute jedoch kam es im Leipziger Strafraum zu einem Zweikampf zwischen Kevin Kampl und Leon Goretzka. Dabei streichelte sich der Leipziger die Kugel minimal mit dem Oberarm zurecht. Deniz Aytekin entschied nach Rücksprache mit Benjamin Brand und Ansicht der Videobilder auf Elfmeter. Robert Lewandowski trat an und verwandelte in der 12. Minute wuchtig wie platziert unten rechts zum 0:1.

Kampfspiel zwischen Leipzig und Bayern, Gnabry verletzt raus

Ansonsten spielte sich die Partie nahezu gänzlich zwischen den Strafräumen ab. RB Leipzig war bemüht, konnte die Defensive des FC Bayern aber nicht so ausspielen, dass es zu klaren Chancen kommen konnte. Die Münchener hingegen taten nicht mehr, als zwingend nötig und lauerten auf Gegenstöße. So kam es kaum zu klaren Abschlüssen. In der 32. Minute gab es eine gute Umschaltaktion für den Rekordmeister: Leroy Sané steckte links für Robert Lewandowski durch. Von der Grundlinie legte Bayerns Nummer 9 in die Mitte zu Serge Gnabry, Mohamed Simakan klärte im allerletzten Moment.

In den nächsten Minuten hatte jedoch auch RB einige Gelegenheiten auf den Ausgleich. 35. Minute, Dayot Upamecano legte unfreiwillig für Angeliño auf, dessen Abschluss knapp über den Querbalken ging. Zwei Minuten später kam Konrad Laimer zum Kopfball, Neuer parierte. Genauso wie den Abschluss Dani Olmos in der 45. Minute. In der Nachspielzeit musste der Rekordmeister dann nochmal verletzungebedingt wechseln. Ohne gegnerische Einwirkung zog sich der Nationalspieler wohl eine Muskelverletzung zu. Jamal Musiala kam für ihn. Es blieb letztlich beim knappen 1:0 für die Münchener. RB Leipzig macht bis hierhin nicht allzu viel falsch, beschwor jedoch diese eine Situation in der 9. Minute herauf, die Robert Lewandowski zum einzigen Treffer dieser Partie nutzte. Es ist auffällig, dass der Rekordmeister offensiv vergleichsweise unauffällig agiert. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese Partie nach der Pause entwickelt,

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Musiala kam, sah- und machte alles klar

Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine. Aber es dauerte gerade einmal 67 Sekunden, bis die Partie wieder Reiseflughöhe aufnahm. Wieder einmal bot sich den Münchenern eine Kontergelegenheit – und die saß. Leroy Sané nahm links Alphonso Davies mit. Der Linksverteidiger gab scharf in die Mitte. Dort war Jamal Musiala im genau richtigen Moment eingelaufen, nahm den Ball mit rechts an und vollendete in einer fließenden Bewegung mit links zum 0:2.

Doch nur vier Minuten später kam RB. Dani Olmo steckte für André Silva durch, der flach vollendete. Doch die Leipziger Freude war nur von kurzer Dauer. Der portugiesische Nationalspieler stand abseits. Im direkten Gegenzug machte der FC Bayern kurzen Prozess. Robert Lewandowski chippte nach rechts zu Musiala. Der Youngster behielt die Übersicht und servierte perfekt für Leroy Sané, der nur noch einschieben musste. 53. Minute, 0:3, und Feierabend.

Bildquelle: imago

Oder doch nicht. 58. Minute, Konrad Laimer wurde gut 25 Meter vor dem Tor nicht angegriffen und feuerte die Kugel in den rechten Winkel. Kann man so machen – und Leipzig war auf der Anzeigetafel. Kurz danach begann die große Wechselorgie. Zweimal bei Leipzig: Joško Gvardiol und und Emil Forsberg kamen für Angeliño sowie Dani Olmo. Und auch zweimal beim FC Bayern: Marcel Sabitzer gab sein Debüt und wurde – wenig überraschend – kernig ausgepfiffen. Der Österreicher ersetzte Leon Goretzka. Zudem wurde Robert Lewandowski für das Spiel in Barcelona geschont. Eric Maxim Choupo-Moting war nun in der Partie,

André Silva verpasst – und Choupo-Moting macht alles klar

RB blieb trotz des Ergebnisses, das klar gegen sie sprach, dran: Christopher Nkunku dribbelte sich über rechts durch und spielte einen brandgefährlichen Pass in den Strafraum, den André Silva denkbar knapp verpasste. Gut 20 Minuten vor Schluss bekam der Leipziger Angriff neue Bereifung: Yussuf Poulsen kam für André Silva.

In der 88. Minute wäre es fast zum „Ausgerechnet“ des Tages gekommen. Alphonso Davies überlief Amadou Haidara mit Leichtigkeit und servierte perfekt für Marcel Sabitzer, Péter Gulacsi pariere zweimal herausragend. Dann machte es eben Choupo-Moting. Nach einem Steckpass von Joshua Kimmich durch die RB-Abwehr stand er frei vor Gulacsi und traf zum 1:4-Endstand.

Am Ende ist es ein verdienter Sieg für den FC Bayern in Leipzig, weil sich der Rekordmeister vor allem nach der Pause abgezockter zeigte und die Schwächephase der Gastgeber optimal ausnutzte. Danach warf der Vizemeister nochmal alles nach vorne, belohnte sich mit einem sehenswerten Treffer durch Konrad Laimer und schnupperte einige Male am 2:3. Doch wenngleich die Münchener diesmal wesentlich zurückhaltender als sonst agierten, gaben sie die Partie nie aus der Hand und legten in der Nachspielzeit sogar noch einen drauf. Das 4:1 ist vielleicht ein Tor zu hoch. Aber es unterstreicht die Formkurven beider Mannschaften. Der FC Bayern springt durch die 3:4-Niederlage Leverkusens auf Platz 2, während RB zurück auf Platz 13 fällt und mittlerweile sieben Punkte hinter den Münchenern steht.

Für die Mannschaft von Julian Nagelsmann geht es am Dienstag in der Champions League nach Barcelona, während Leipzig die Niederlage schnell verdauen muss. Der 1. Königsklassenspieltag hält für sie ein Duell im Etihad bereit.

Der Endstand eines umkämpften wie unterhaltsamen Topspiels: RB Leipzig 1, FC Bayern 4.

Copyright: Sebastian Räppold/Matthias Koch/imago

Victor Catalina

 

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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