Bundesliga | SC Freiburg: Badische Gipfelstürmer

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Spotlight | 2:0 gewann der SC Freiburg am Samstagnachmittag in Wolfsburg, holte damit den nächsten Erfolg gegen ein Spitzenteam der Bundesliga. Dass sich die Breisgauer in dieser Spielzeit so stabil präsentieren, liegt einerseits an Christian Streich. Aber auch an einer geschickten Transferpolitik.

Freiburg ungeschlagen inmitten der Topteams

Schaut man nach den noch ungeschlagenen Mannschaften in den fünf europäischen Topligen, findet man dort Liverpool, Milan, Napoli und … Freiburg? Ja, Freiburg. Fünf Siege, vier Unentschieden, der Ligabestwert von gerade einmal sechs Gegentoren und 19 Punkte stehen bislang für die Breisgauer zu Buche – macht unterm Strich Platz drei. Oder um es mit den Worten von Christian Streich (56) zu sagen: „Es ist wunderbar, so etwas hatten wir nach neun Spieltagen noch nicht. Im Moment läuft alles in unsere Richtung.“

 



 

Am vergangenen Wochenende gewann Freiburg 2:0 in Wolfsburg, holte damit drei weitere Zähler, mit denen man vor der Saison nicht zwingend planen konnte. Selbiges trifft auch auf das 1:1 eine Woche zuvor gegen RB Leipzig oder den 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund zu. Damit hat der SC bereits gegen drei der vier deutschen Champions-League-Teilnehmer gepunktet.

Um diese Serie aufrechtzuerhalten, mahnt Streich vor Überheblichkeit: „Ich weiß, wie schnell es auch anders laufen kann. Wir müssen demütig bleiben und weiter arbeiten. Wir wissen, wieso es im Moment stabil ist. Wenn wir ein bisschen davon verlieren, gewinnen wir kein Bundesligaspiel mehr.“

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Freiburg: Leistungsträger bleiben – und Eigengewächse werden erfolgreich integriert

Christian Streich, sein Fachwissen und die väterliche Art sind ein großer Grund, weshalb der SC Freiburg dort steht, wo er steht. Aber auch die Tatsache, dass im Breisgau über die vergangenen Saisons eine Mannschaft zusammenwachsen konnte. Abgänge von Leistungsträgern gab es praktisch nicht. So waren – laut Berichten des kicker – Stuttgart und Leverkusen an U21-Europameister Nico Schlotterbeck (21) interessiert, allerdings nicht bereit, die geforderte Ablöse in Höhe von über zehn Millionen Euro zu bezahlen. Darüber hinaus konnte Freiburg den Kader punktuell mit vielversprechenden Talenten aus der eigenen Jugend, wie Kevin Schade (19), Noah Weißhaupt (20) oder Kiliann Sildillia (19), der jüngst gegen Leipzig sein Bundesligadebüt gab, verstärken.

Wolfsburg Freiburg

Photo by Stuart Franklin/Getty Images

So entsteht rund um den Breisgau ein Biotop, in dem die Mannschaft einerseits weiter wachsen kann – das allerdings nahezu ohne Druck oder Versagensängste tut. Schon allein das Wort „Enttäuschung“ beinhaltet, dass man getäuscht wurde. Allein, getäuscht zu werden ist schwer, wenn man sich zu jedem Zeitpunkt der eigenen Situation bewusst ist.

Am Dienstagabend reist der SC zum Pokalduell nach Osnabrück, bevor man Greuther Fürth empfängt und dann selbst nach München muss. Vor Weihnachten stehen unter anderem noch die Duelle mit Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach an.

Es ist davon auszugehen, dass auch die irgendwann unvermeidliche erste Saisonniederlage den SC Freiburg nicht aus der Bahn werfen wird. Die Mannschaft hat viel zu gewinnen und wenig zu verlieren. Als Ziel wurden vor der Saison 40 Punkte ausgegeben. Davon haben sie fast die Hälfte schon auf dem Konto. Ungeschlagen, am 9. Spieltag. „Das ist extrem geil“, fasst es Lucas Höler (27) zusammen. „Mal sehen, wie lange das noch so weitergeht.“

Fürs Erste gibt es wenig Anzeichen, dass der Freiburger Höhenflug bald gestoppt werden könnte.

Photo by Stuart Franklin/Getty Images

Victor Catalina

 

 

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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