Bundesliga | Spektakel, Slapstick und späte Tore am Samstagnachmittag

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Der letzte Samstagnachmittag vor der ersten Länderspielpause der Saison hielt unter anderem das Duell von Bayer Leverkusen in Augsburg bereit. Eintracht Frankfurt musste in Bielefeld anreten – und der 1. FC Köln gegen Aufsteiger Bochum.

Slapstick in Augsburg, Spektakel in Stuttgart – Tore satt vor der Pause

Bereits am Freitagabend hatten sich Borussia Dortmund und die TSG Hoffenheim in einem turbulenten Spiel 3:2 getrennt. Und die zehn Mannschaften knüpften genau daran an. Tatort Mercedes-Benz-Arena, 3. Minute, SC-Kapitän Christian Günter flankte von links, in der Mitte ließ Stuttgarts Hintermannschft Woo-Yeong Jeong glockenfrei zum Kopfball kommen, den der Südkoreaner sicher im kurzen Eck zur Freiburger Führung versenkte.

Schon letzte Saision gewann der SC in Stuttgart 3:2. Mit Auswärtssiegen kennt sich auch Bayer Leverkusen aus, zumindest in Augsburg. In bisher zehn Jahren Bundesligazugehörigkeit konnte der FCA noch kein Spiel gegen die Werkself gewinnen. Diese Serie setzte sich zunächst fort. Auch hier lief die dritte Minute. Nach einem flachen Pass von links setzte Patrik Schick gegen Felix Uduokhai nach. Teamkollege Iago wollte helfen, chippte den Ball dabei ungewollt aber trotzdem äußerst sehenswert mit dem Außenrist über Torhüter Rafał Gikiewicz.

 



 

Auf diesen beiden Plätzen spielte sich der Großteil der Anfangsphase ab. Zurück nach Stuttgart mit einem Eckball des SC Freiburg. 9. Minute, Florian Müller faustete die Kugel weg – aber genau vor die Füße von Jeong, der staubtrocken per Dropkick unter die Latte vollendete. Doppelpack und 0:2.

Einen Doppelpack gab es auch in Augsburg – und zwar einen Eigentor-Doppelpack. Erneut war ein Eckball ausschlaggebend. 14. Minute, Kerem Demirbay führte kurz zu Charles Aranguiz aus. Der Chilene spielte zurück zu Demirbay. Leverkusens Nummer 10 visierte einfach mal das kurze Eck an. Wirklich unhaltbar wurde der Abschluss aber nur, weil Florian Niederlechner den Scheitel reinhielt und wuchtig ins kurze Eck einköpfte.

05-Doppelschlag, Hauge ansehnlich – Auch Frankfurt und Mainz mischen mit

Es war eine wilde Anfangsviertelstunde an diesem Samstagnachmittag. Auch, weil mittlerweile der 1. FSV Mainz 05 eincheckte. Neuzugang Anderson Lucoqui bekam ein Zuspiel von Ádam Szalai serviert und scheiterte im ersten Versuch freistehend an Sascha Burchert. Das Kleeblatt bekam den Ball nicht geklärt, so durfte Jean-Paul Boetius nachsetzen. Der Abschluss des Niederländers wurde zur unfreiwilligen Vorlage für Lucoqui, der diesmal versenkte.

Nahezu zeitlgeich klingelte es auch in Köln. Danilo Soares foulte Sebastian Andersson kurz vor dem Strafraum. Benjamin Cortus entschied jedoch auf Vorteil. Deshalb konnte sich Dejan Ljubicic die Kugel schnappen, sich gegen Armel Bella Kotchap durchsetzen, noch einmal gegen Vasilis Lampropoulos fintieren und – einschieben. Doch inmitten dieser Aktion nahm der Österreicher den Arm zuhilfe. Nach Rücksprache mit Köln nahm Benjamin Cortus den Treffer zurück.

Dafür gab es den Mainzer Doppelschlag. 18. Minute, Jonathan Burkardt schickte Silvan Widmer über die rechte Bahn. Die Flanke des Schweizers fand in der Mitte den einlaufenden Ádam Szalai, der sich vor Maximilian Bauer schlich und unter die Latte vollendete, 2:0.

22 Minuten brauchte Eintracht Frankfurt um auf der Bielefelder Alm den Weg auf die Anzeigetafel zu finden, weil sie es erstmals schnell und direkt spielten. Daichi Kamada legte nach rechts zu Erik Durm. Dessen Ball in den Rücken der Abwehr versenkte Jens Petter Hauge unten rechts zur Gästeführung.

Die hatte der SC Freiburg bereits sicher – und baute sie in Minute 28 weiter aus. Ein Abstoß von Mark Flekken landete rechts bei Roland Sallai, der ließ rechts Marc-Oliver Kempf stehen, flankte in die Mitte. Dort kam Lucas Höler angerauscht und köpfte in den rechten Winkel zum 0:3. Im Moment standen alle Zeichen auf Abreibung. Doch das letzte Wort war hier noch nicht gesprochen.

Genauso wenig wie in Augsburg. Bei einer Flanke von links unterlief Mitchel Bakker ein Stockfehler, womit er auch Lukáš Hrádecký irritierte. Niederlechner setzte nach und murmelte die Kugel irgendwie über die Linie zum zweieinhalbten Eigentor dieses Spiels und dem Augsburger Anschluss.

Mavropanos und Al Ghaddioui bringen VfB vor der Pause zurück

Zwei Minuten vor der Pause erhöhten die Leverkusener jedoch erneut. 43. Minute, Patrick Schick war links durchgebrochen, umkurvte Gikiewicz, kam allerdings nicht zum Abschluss, blieb in der Szene, schlug einen weiteren Haken gegen den Polen und legte mit viel Übersicht nach rechts zu Moussa Diaby, der direkt zum 1:3 vollendete. Doch da Charles Aranguiz diesen Treffer mit einem Handspiel einleitete, ließ Benjamin Brand ihn nach VAR-Rücksprache zurückgehen. Weiter 1:2.

In der 45. Minute gab es etwas Balsam auf die schwäbische Fußballseele. Konstantinos Mavropanos spielte am Strafraum einen Doppelpass mit Hamadi Al Ghaddioui, lief durch und vollendete hoch zum 1:3. Der VfB hatte nun Gefallen gefunden. Nur drei Minuten später sicherte sich Kapitän Wataru Endo die Kugel nahe der Eckfahne, flankte in den Strafraum. Dort stieg Al Ghaddioui hoch und köpfte zum Anschluss ein.

Und Pause. Einatmen, ausatmen. 45 Minuten, elf Tore – und zwei weitere, die aufgrund von Handspielsituationen aberkannt wurden.

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Wirtz sichert die Punkte für Leverkusen, Köln gewinnt spät

Es überrascht wenig, dass der zweite Durchgang erstmal genau daran anknüpfte. Bei einem Eckball für die Mainzer behakten sich Moussa Niakhaté und Dickson Abiama gegenseitig. Den anschließenden Kopfball von Stefan Bell klärte der Fürther mit der Faust zur Seite. Klare Sache – Elfmeter! Und eigentlich auch der Platzverweis für Abiama für das Verhindern einer klaren Torchance. Doch das Vereinsemblem der Spielvereinigung war diesmal auch als Glücksbinger tätig. Denn nach Rücksprache mit Robert Schröder in Köln nahm Tobias Reichel den Strafstoß zurück, Niakhaté stand abseits. Damit war die gesamte Situation hinfällig.

Bildquelle: imago

Im Anschluss verflachten die fünf Partien merklich. Eine Viertelstunde vor Schluss gab es wieder einen Treffer – und zwar in Augsburg. Der FCA versuchte alles, um nochmal zum Ausgleich zu kommen, doch lief sehenden Auges in einen Bayer-Konter. Der eingewechselte Neu-Nationalspieler Florian Wirtz trieb die Kugel über das halbe Feld, war im Begriff sie zu verlieren. Doch Patrik Schick übernahm, schüttelte noch Robert Gumny ab und vollendete gekonnt in den rechten Winkel.

Nur sechs Minuten später schlug Wirtz selbst zu. Kerem Demirbay schickte den Youngster einfach mal steil, bei Gikiewicz fielen sämtliche Navigationssysteme aus, so konnte Wirtz den FCA-Keeper umkurven und aus äußerst spitzem Winkel einschieben. 1:4, Entscheidung.

Köln macht spät alles klar, Wimmer rettet Bielefeld den Punkt

Wo hatte sich noch nichts getan? In Köln. In Minute 82 konnten die 25.000 in Müngersdorf dann doch noch jubeln. Florian Kainz, im letzten Heimspiel gegen Hertha BSC noch mit Doppelpack, flankte punktgenau in die Mitte zu Louis Schaub. Kölns Nummer 21 vollendete aus kurzer Distanz.

Auf der Bielefelder Alm führte die Eintracht weiterhin knapp, brachte diesen Vorsprung aber nicht über die Zeit. 86. Minute, Fabian Klos konnte einen langen Ball nicht richtig kontrolliert. So enstand jedoch die perfekte Vorlage für den eingewechselten Neuzugang Patrick Wimmer, dessen harter und platzierter Abschluss ins untere linke Eck zischte.

Währenddessen machten Köln und Mainz alles klar. In Müngersdorf gab es eine Coproduktion der Einwechselspieler. Tomas Ostrák flankte auf Tim Lemperle, der aus ähnlicher Position wie zuvor Schaub zum 2:0 vollendete. Nur wenig später legte Karim Onisiwo von rechts für Kevin Stöger auf, der in der Mitte auf 3:0 stellte. Zwar erzielte der Ex-Kölner Simon Zoller noch den Anschlusstreffer für den VfL Bochum. Doch zu einem Punkt reichte die Zeit nicht mehr. Die Ergebnisse.

FC Augsburg 1:4 Bayer 04 Leverkusen
Tore: 0:1 Iago (ET, 3′), 0:2 Niederlechner (ET, 14′), 1:2 Niederlechner (30′), 1:3 Schick (75′), 1:4 Wirtz (81′)

Arminia Bielefeld 1:1 Eintracht Frankfurt
Tore: 0:1 Hauge (22′), 1:1 P. Wimmer (86′)

1. FSV Mainz 05 3:0 SpVgg Greuther Fürth
Tore: 1:0 Lucoqui (15′), 2:0 Szalai (18′), 3:0 K. Stöger (90’+3)

1. FC Köln 2:1 VfL Bochum
Tore: 1:0 L. Schaub (82′), 2:0 T. Lemperle (90’+1), 2:1 Si. Zoller (90’+4)

VfB Stuttgart 2:3 SC Freiburg
Tore: 0:1 Jeong (3′), 0:2 Jeong (9′), 0:3 Höler (28′), 1:3 Mavropanos (45′), 2:3 Al Ghaddioui (45’+3)

Copyright: Eibner-Pressefoto/Gabriel Boiax EP_GBA/imago

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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