Bundesliga | Mit BVB-Neuzugang Schlotterbeck: Das Team der Saison 2021/22

Nico Schlotterbeck (vorne) wird der Bundesliga trotz seines Abganges vom SC Freiburg erhalten bleiben.
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Die Bundesliga-Saison ist vorbei und hält neben dem Deutschen Meister FC Bayern München auch einige Überraschungen parat. Etwa den SC Freiburg, der sensationell in die Europa League einzog. Hier kommt unsere Mannschaft der Saison.

Selbstverständlich ist es nicht einfach, eine „Topelf“ zu nominieren, die ausnahmslos jedem gefällt. Aus diesem Grund nominieren wir abgesehen von der Elf der Saison in der Bundesliga auch eine dazugehörige Bank, die weitere Topleistungen würdigt. 

Bundesliga: Das Team der Saison 2021/22

Tor – Manuel Riemann (VfL Bochum): Im Alter von 33 Jahren in der Bundesliga debütiert hat Manuel Riemann großen Anteil an der starken Saison seiner Mannschaft. Mit seinen Paraden sicherte er dem VfL so einige Punkte und hat ligaweit mit 118 die viertmeisten Torschüsse abgewehrt. Mit drei parierten Strafstößen ist er zudem der beste Elfmeterkiller der Liga. Riemann hat im Herbst seiner Karriere gezeigt, dass er einer der besten Keeper im Oberhaus ist.

Außenverteidiger – Christian Günter (SC Freiburg): Die Breisgauer werden in der kommenden Saison in der Europa League antreten. Großen Anteil daran hat Kapitän und Dauerbrenner Christian Günter. Das Eigengewächs hat in der Liga keine Spielminute verpasst und sorgt auf seiner linken Außenbahn immer für Betrieb. Sowohl defensiv, wo Freiburg eine der besten Abwehrreihen der Liga stellt, als auch offensiv. Günter gelangen neben zwei Treffern satte zehn Torvorlagen – ein überragender Wert für einen Verteidiger. Folgerichtig steigerte er seinen Marktwert auf einen Karriere-Höchstwert von zwölf Millionen Euro (Stand: Mai 2022). Auf der rechten Seite taucht er in der Grafik nur deswegen auf, weil er gemeinsam mit Raum auf der Außenverteidiger-Position derart herausstach, dass er deutlich der zweitbeste Außenverteidiger der Liga war.

Linker Innenverteidiger – Evan Ndicka (Eintracht Frankfurt): Obwohl die Hessen nur eine durchschnittliche Bundesliga-Saison spielen, hat Ndicka den Sprung in unsere Top-Elf geschafft. Vor allem, weil der 22-Jährige seine starke Vorsaison noch einmal überbieten konnte. Mittlerweile ist er unumstritten gesetzt und zählt in Sachen Zweikampf- und Passquote zu den besten Spielern der Liga. Insgesamt ist er einfach ein kompletter Innenverteidiger, der den Frankfurtern entweder durch eine hohe Ablöse oder weiter starke Leistungen noch viel Freude bereiten wird.

Rechter Innenverteidiger – Nico Schlotterbeck (SC Freiburg): Diesen Schritt ist Schlotterbeck bereits gegangen. Rund 20 Millionen Euro lässt sich Borussia Dortmund seine Dienste kosten. Der 22-Jährige hat eine steile Entwicklung hinter sich. Nach einjähriger Leihe zu Union Berlin spielte er sich in Freiburgs Abwehrzentrum fest. Schlotterbecks Stärken liegen in Zweikampf, Tempo, aber auch im Aufbauspiel. Zudem ist er mit seinen 1,91 Metern auch nach Standards sehr torgefährlich. In dieser Saison gelangen ihm vier Treffer.

Außenverteidiger – David Raum (TSG 1899 Hoffenheim): Von den vielen Fürther Sommerabgängen haben Raum und der Mainzer Anton Stach die steilsten Entwicklungen hingelegt. Beide spülte es bis in die Nationalmannschaft. Raum gelang es, die vakante Linksverteidigerposition bei der TSG auf Anhieb zu erobern. Drei Tore und vor allem 13 Torvorlagen sprechen für sich. Vom jüngsten Hoffenheimer Leistungstief war auch er nicht gefeit, dennoch war seine Saison extrem stark.

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Nicht nur Lewandowski überragt im Angriff

Defensives Mittelfeld – Joshua Kimmich (FC Bayern München): Kimmich und der FC Bayern München haben ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Sportlich reichte es „nur“ zur deutschen Meisterschaft. Persönlich sorgte der 27-Jährige für eine Debatte rund um seine Haltung zur Corona-Impfung. Zu allem Überfluss fing er sich das Virus dann auch noch selbst ein und fiel insgesamt rund zwei Monate aus. Zudem fehlte ihm lange auch sein ebenfalls verletzter Partner Leon Goretzka an seiner Seite. Auch wenn Kimmich nicht sein bestes Jahr im Bayern-Dress spielte, überzeugen 15 Torbeteiligungen und eine Passquote von fast 90 Prozent. Irgendwie war er dann doch der Denker und Lenker im Bayern-Mittelfeld.

Linkes Mittelfeld – Thomas Müller (FC Bayern München): In unserer Elf muss der Münchner auf den linken Flügel ausweichen. Der ewige Thomas Müller. Auch in dieser Saison ist er wieder einmal der beste Assistgeber der Liga. 21 Vorlagen wurden es am Ende, dazu kamen acht Tore. Müller war ein wichtiger Fixpunkt im Bayern-Spiel und hat zuletzt nach einigen Spekulationen seinen Vertrag auch nochmal offiziell bis zum Sommer 2024 verlängert.

Rechtes Mittelfeld – Moussa Diaby (Bayer Leverkusen): Der Franzose war einer der besten Spieler bei Bayer 04 Leverkusen und trieb vor allem zusammen mit Florian Wirtz die Offensive immer wieder an. Diaby ist schnell, umtriebig, für den Gegner kaum zu greifen und zeigte seine Qualitäten insbesondere, wenn Leverkusen Räume bekam. An der Effizienz gibt es auch wenig zu meckern, 13 Tore und zwölf Vorlagen sprechen eine deutliche Sprache!

Offensives Mittelfeld – Christopher Nkunku (RB Leipzig): Für RB lief der Leipziger vor allem im Sturmzentrum auf und erzielte unglaubliche 20 Tore und gab 15 Assists. Nkunku war der Dreh- und Angelpunkt in einer ansonsten immer wieder verändert aufgestellten RB-Offensive. Zu Beginn der Saison hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass Leipzig sich aus dem Formtief befreite und sich nun doch noch die Champions League qualifizieren konnte. Seinen Marktwert steigerte der 24-Jährige laut „transfermarkt.de“ auf 65 Millionen Euro. Für uns ist er der Spieler der Saison.

Bayern Bundesliga Müller

(Photo by Leonhard Simon/Getty Images)

Rechter Stürmer – Patrik Schick (Bayer 04 Leverkusen): Gleich vier Angreifer haben in der abgelaufenen Saison herausragende Leistungen gezeigt. Einer davon ist Patrik Schick. 26,5 Millionen Euro hatten die Leverkusener im Sommer 2020 für seine Dienste an AS Rom überwiesen. Eine Investition, die sich spätestens in dieser Spielzeit bezahlt gemacht hat. Mit unglaublichen 24 Toren in 27 Spielen hat der 26-Jährige großen Anteil an der starken Leverkusener Saison, die in der vorzeitigen Champions-League-Qualifikation gipfelte. Schick hat sich seit seiner Zeit in Leipzig zu einem eiskalten Knipser entwickelt und die beste Saison seines Lebens hinter sich. Auch ein Bänder- und ein Muskelfaserriss brachten ihn nicht aus dem Tritt. Gut für Bayer: Der Vertrag des Tschechen läuft noch bis zum Sommer 2025.

Linker Stürmer – Robert Lewandowski (FC Bayern München): Der Pole ist und bleibt das Maß aller Dinge unter den Bundesliga-Stürmern. Zum fünften Mal in Folge wurde er Torschützenkönig – diesmal mit 35 Saisontreffern. Lewandowski ist ein Vorzeigeathlet, performt seit Jahren auf höchstem Niveau und ist der kompletteste Stürmer, den die Liga zu bieten hat. Die Bayern profitieren davon gleichermaßen wie Lewandowski selbst, der eine Schar hochbegabter Zulieferer um sich herum weiß. Möglicherweise wird diese Konstellation aber im Sommer gesprengt. Seinen noch bis zum 30.06.2023 laufenden Vertrag will der Pole jedenfalls nicht verlängern.

Bundesliga Team der Saison

Bundesliga: Zwei Kölner auf der Bank, Streich ist unser Trainer der Saison

Torhüter – Mark Flekken (SC Freiburg): Hinter der in diesem Jahr so starken Freiburger Defensive steht mit Mark Flekken ein Torhüter, dem mit seinen starken Leistungen erstmals der Sprung in die niederländische Nationalmannschaft gelungen ist. Nachdem er sich im vergangenen Jahr noch verletzt hatte, startete er in dieser Saison endlich als Freiburgs Nummer eins und zahlte das Vertrauen allein mit zehn Zu-Null-Spielen zurück.

Verteidiger – Josko Gvardiol (RB Leipzig): Mit gerade einmal 19 Jahren erkämpfte sich der Kroate direkt einen Stammplatz bei RB Leipzig. Im Sommer gekommen bot ihn Jesse Marsch zunächst als Links- und später als Innenverteidiger auf. Dort schenkte ihm auch Nachfolger Domenico Tedesco das Vertrauen. Gvardiol ist schnell und zweikampfstark und hat großen Anteil daran, dass RB trotz des schwachen Saisonstarts nun eine der besten Abwehrreihen der Liga stellt. Mittlerweile ist er 20 Jahre alt und sein Marktwert ist mit rund 40 Millionen Euro bereits mehr als doppelt so hoch wie die 18,8 Millionen Euro Ablöse (via „transfermarkt.de“).

Verteidiger – Jeremie Frimpong (Bayer 04 Leverkusen): Bis zu seinem Syndesmosebandriss im März war der 22-Jährige der wohl beste Rechtsverteidiger der Liga. Gemeinsam mit Diaby bildete er eine brandgefährliche Flügelzange auf Rechtsaußen. In 25 Spielen gelangen ihm ein Tor und sechs Vorlagen. Frimpong ist mit seinem Tempo und seiner starken Technik prädestiniert, um in Leverkusens Fünferkette die Position des rechten Schienenspielers zu bekleiden. Im Saisonfinale kehrte er immerhin einmal in den Kader zurück.

Mittelfeld – Salih Özcan (1. FC Köln): Auch die Kölner spielen unter Steffen Baumgart eine herausragende Saison und haben sich als Vorjahres-Relegationsteilnehmer für den Europapokal qualifiziert. Ein Gesicht des Aufschwungs unter dem 50-Jährigen ist Özcan, der im vergangenen Sommer eigentlich ein Verkaufskandidat war. Stattdessen etablierte er sich im defensiven Mittelfeld neben Ellyes Shkiri und entwickelte sich zu einem der Top-Zweikämpfer im Team. Mittlerweile ist er aus der Startelf nicht mehr wegzudenken.

Mittelfeld – Florian Wirtz (Bayer 04 Leverkusen): Genau wie Frimpong verletzte sich auch Wirtz Ende März schwer. Durch seinen Kreuzbandriss war die so vielversprechende Saison des 19-Jährigen vorzeitig gelaufen. Bis dahin war Wirtz das Herzstück des Leverkusener Angriffsspiels. Auf der Zehn brillierte er durch seine Übersicht, Spielwitz und überragende Pässe. Insgesamt kommt er in seinen 24 Saisoneinsätzen auf sieben Tore und zehn Vorlagen.

Angriff – Erling Haaland (Borussia Dortmund): Auch der Norweger darf in diesem Kader natürlich nicht fehlen. In dieser Saison wurde er zwar immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen, kommt in 23 Spielen aber dennoch auf 22 Tore und acht Vorlagen. Haalands enorme Physis gepaart mit hohem Tempo und Abschlussstärke begeisterten auch in dieser Saison nicht nur die BVB-Fans. Sein Wechsel zu Manchester City ist für die Bundesliga ein herber Verlust. Insgesamt kommt Haaland in Dortmund auf die unglaubliche Bilanz von 86 Toren und 23 Assists in 89 Pflichtspielen.

Angriff – Anthony Modeste (1. FC Köln): Kaum ein Kölner hätte gedacht, dass Modeste noch einmal an die starke Saison 2016/17 herankommt. Nach einer Odyssee durch China und über den französischen Erstligisten AS Saint-Etienne hat es der mittlerweile 34-Jährige dann aber doch nochmal in der Rheinmetropole geschafft. Im Sturmzentrum ist er unverzichtbar, was seine 20 Saisontore eindrucksvoll nachweisen. Modeste hat den Spaß an der Arbeit wiedergefunden und auch die Fans der Geißböcke haben ihm seinen damals überraschenden Abgang nach China verziehen. Da Modestes Vertrag aber nur noch bis zum Sommer 2023 läuft, dürfte es auch in diesem Sommer wieder Gerüchte geben.

Trainer – Christian Streich (SC Freiburg): In dem so schnelllebigen Fußballgeschäft ist Christian Streich als Trainer des SC Freiburg seit nunmehr knapp zehneinhalb Jahren eine Konstante. Von der Europa League bis zum Zweitliga-Ab- und dem direkten Wiederaufstieg hat der 56-Jährige mit seinem Klub schon alles durchgemacht. Nun kommen ein weiteres Jahr auf internationaler Bühne und das erste DFB-Pokal-Finale der Vereinsgeschichte dazu. Möglich machen das etwa mutiger und erfrischender Offensivfußball. Vincenzo Grifo füllt seine Führungsrolle stark aus, daneben verteilen sich die 58 Saisontore gleichmäßig auf viele Schultern. Der SCF hat keine echte Lebensversicherung, was das Angriffsspiel umso unberechenbarer macht. Defensiv bilden Philipp Lienhart und Nico Schlotterbeck eines der besten Innenverteidigerduos der Liga, dahinter steht mit Mark Flekken ebenfalls einer der besten seines Fachs.

 

Daten und Statistiken via „transfermarkt.de“ und „bundesliga.com“

 

Photo by ROBERTO PFEIL/AFP via Getty Images

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