Bundesliga | Ein Derby, zwei Welten: Union jubelt, Hertha hadert – Die Stimmen zum Topspiel

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News | Nach dem 2:0-Derbysieg von Union Berlin gegen die Hertha im Topspiel des 12. Bundesliga-Spieltags sprachen die Verantwortlichen bei Sky. Während die einen über die „Stadtmeisterschaft“ jubelten, haderte man aufseiten der Hertha mit dem Spielverlauf und dem Abseitstreffer kurz vor der Pause.

Union jubelt und holt die Stadtmeisterschaft

Die Ouvertüre war schon eines Derbys würdig. Vor Anpfiff schmetterten die Union-Fans die Vereinshymne und tauchten die alte Försterei in rot. Der Auftritt, den Union im Anschluss lieferte, war nicht ganz so spektakulär, aber trotzdem effizient. „Ich glaube, man hat gesehen, zu was wir in der Lage sind, nicht nur spielerisch, sondern auch kämpferisch. Wir haben unser Herz auf dem Platz gelassen, wie sich das gehört für ein Derby und ich glaube, das haben wir die ganze Saison schon gezeigt“, fasste Max Kruse den Auftritt bei Sky zusammen. Man habe Hertha unter Druck gesetzt, auf Fehler gelauert – und dann von einem solchen profitiert, als Marton Dárdai einen langen Ball falsch einschätzte und dann sowohl diesen, als auch Taiwo Awoniyi passieren lassen musste.

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Photo by Martin Rose/Getty Images

So sei man zuhause, mit den eigenen Fans im Rücken eben nur schwer zu schlagen und an diesem Samstagabend in allen Belangen überlegen gewesen. Christopher Trimmel legte nach einer halben Stunde den zweiten Treffer nach. Ein Eckball landete an der rechten Strafraumkante bei Unions Kapitän, dessen Schuss durch Freund und Feind hindurch an den Innenpfosten und ins Tor ging. Beim 4:2-Sieg der Österreicher gegen Israel traf Trimmel bereits, wie auch in der Europa Conference League. Für ihn selbst seien es „überragende zwei bis drei Wochen“ gewesen. Union erlebt gerade eine überragende Saison. 20 Punkte nach zwölf Spieltagen, soviele waren es vorher noch nie. Und den ersten Titel hat man auch schon sicher, zumindest, wenn es nach den Fans geht. „Ich glaube, vorhin habe ich schon einmal ‚Stadtmeisterschaft‘ gehört. Das ist so eine eigene Meisterschaft, die wollen wir gewinnen. Die Hertha hat es auch nicht schlecht gemacht, die letzten Jahre gegen uns. Aber wir wollen, speziell in der Saison, die Nase vorne haben.“

Trotz des Derbysiegs ist aber noch nicht alles perfekt. 16:6 Torschüsse konnte Union vorweisen. Das 2:0 wirkt angesichts dessen fast schon zu knapp. „Am Schluss solltest du dich belohnen, für das, was du aufwendest. Wir kommen zu Möglichkeiten. Aber diese letzte Konsequenz, an der musst du arbeiten“, mahnte Urs Fischer nach dem Spiel. Das täten sie allerdings auch. Und so bleibt für Union Berlin nur eines übrig: Feiern. Platz 5 – und natürlich den Derbysieg.

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Dárdai und Bobic hadern mit Abseitstreffer – und dem Spielverlauf

Wenig zu jubeln gibt es auf der blau-weißen Seite Berlins. In den letzten Wochen gab es eine gute Phase mit Siegen in Frankfurt (2:1), gegen Gladbach (1:0) sowie einem Unentschieden gegen Leverkusen (1:1). Nun wieder der Rückschlag. „Ich glaube, wir haben gut angefangen und machen einen unnötigen technischen Fehler. Dann geht der Gegner in Führung. Das zweite Tor kommt auch fast aus dem Nichts, durch zehn Beine, an die Ecke, drin. Aber, leider, in der zweiten Halbzeit muss man ehrlich sagen, dass Union das Spiel verdient gewonnen hat“, so Pál Dárdai nach dem Spiel.

Vor allem, weil von der Hertha offensiv viel zu wenig kam. Erst in der 37. Minute konnte man den ersten Torschuss abgeben. In der letzten Woche hätte man explizit Umschaltelemente, Drei-gegen-Eins, Drei-gegen-Zwei geübt. Fürs Erste sei Dárdai zufrieden, dass seine Jungs gut trainieren würden und irgendwann müssten diese Chancen auch ins Spiel kommen. An diesem Samstagabend sei der Gegner besser, dynamischer und stärker gewesen.

 



 

Einen „ganz klaren und verdienten Sieg“ musste auch Fredi Bobic anerkennen. Marton Dárdai, der vor dem 1:0 patzte, nahm er jedoch in Schutz. „Das ist ein junger Spieler, aber das sind Basics, die darfst du natürlich nicht machen. Ich glaube, diesen Fehler wird er auch nie wieder machen. Daraus muss er lernen. Schade, dass es gerade in so einem Spiel ist, auch für ihn persönlich. Das ist ein sehr guter Junge.“

Am Ende habe „der Spielverlauf auch nicht zu uns gepasst“. Sekunden vor der Pause erzielte Peter Pekarik das vermeintliche 1:2, das Dr. Felix Brych in Zusammenarbeit mit Sven Jablonski in Köln aufgrund einer Abseitsposition von Krzysztof Piątek aberkannte. „Das sind drei neue Spielsituationen. Das habe ich schon lange nicht mehr gesehen, dass so ein Tor zurückgezogen wird“, wetterte Pál Dárdai. Bobic stimmte ihm zu: „Ich werde damit nie klarkommen. Das hat jetzt auch nichts mit Hertha BSC und dem Union-Spiel hier zu tun. Auch bei anderen Spielen, wenn ich sowas sehe, da soll mir mal einer sagen, wann da richtig angehalten wird. Wo ist dann noch ein bisschen die Schulter? Ich hab über 100 Bundesliga-Tore geschossen, aber nie eins mit der Schulter. Das ist für mich Wahnsinn, eigentlich.“ Trotzdem, musste auch Dárdai zugeben: „Deswegen haben wir nicht verloren“.

So bleibt der Hertha nur übrig, Wunden zu lecken, und kommenden Samstag gegen den FC Augsburg den Trend wieder umzukehren. Dass sie es können, haben sie bereits bewiesen.

Photo by Martin Rose/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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