Bundesliga | Süle, Ginter, Kramaric – Diese Verträge laufen im Sommer aus

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News | Die Bundesliga-Saison geht bereits in ihr zweites Drittel, in knapp zwei Monaten öffnet das Transferfenster wieder. Die Bundesligisten werden sich dann zum einen nach Verstärkungen umsehen, zum anderen aber auch auslaufende Verträge verlängern wollen. Im Sommer 2022 enden die Arbeitspapiere zahlreicher Leistungsträger von Bundesligisten – 90PLUS zeigt auf, welche.

139 Bundesliga-Verträge laufen im Sommer aus

Schaut man sich die Berichterstattung rund um die Bundesliga an, wird man merken, dass aktuell immer häufiger Wasserstandsmeldungen zu Vertragssituationen abgegeben werden. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ab dem 1. Januar dürften Profis, deren Verträge im Sommer 2022 auslaufen, auf eigene Faust mit anderen Vereinen über einen Wechsel nach der Saison verhandeln. Die Bundesligisten werden momentan also alles daran setzen, gewisse auslaufende Verträge spätestens noch im Dezember zu verlängern, um es nicht dazu kommen zu lassen. Addiert man die Leihen hinzu, laufen in der Bundesliga aktuell 139 Verträge am Saisonende aus. 90PLUS gibt eine Übersicht mit den spannendsten Spielern, deren Arbeitspapiere 2022 auslaufen.

RB Leipzig hat beispielsweise gut vorgearbeitet: aktuell laufen nur zwei Spielerverträge am Saisonende aus. Einer davon: Marcel Halstenberg (30). Der neunfache deutsche Nationalspieler hätte bereits vor dieser Saison den Verein verlassen können, Bundesliga-Konkurrent Borussia Dortmund hatte großes Interesse an einer Verpflichtung. Halstenberg hatte dem Sportbuzzer den Kontakt bestätigt, „aber das Ganze war vor allem wegen meiner Verletzung nicht umsetzbar.“ Eine Zukunft scheint der 30-Jährige in Leipzig nicht zu haben, ein ablösefreier Wechsel zu 2022 scheint die wahrscheinlichste Lösung zu sein.

Süle und Tolisso bei Bayern auf Bewährung, Gladbach will Ginter und Zakaria halten

Auch beim FC Bayern München wird sich die Zukunft mehrerer Spieler noch entscheiden. Die spannendsten Personalien: Niklas Süle (26) und Corentin Tolisso (27). Süle hat eine enttäuschende Vorsaison hinter sich, in der es ganz danach aussah, als würde er den Verein baldigst verlassen. Unter seinem alten Förderer Julian Nagelsmann hat der deutsche Nationalverteidiger aber wieder zu alter Stärke gefunden. Laut Süles Berater Volker Struth ist momentan „alles offen“, die Gespräche zwischen dem 26-Jährigen und den Bayern-Verantwortlichen sollen aber „bald“ beginnen.

Auch die Zukunft von Tolisso erscheint unsicher. Der Franzose hatte in dieser Saison mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, zuletzt setzte Nagelsmann als Rotationsspieler auf ihn – ob das für eine Vertragsverlängerung reicht, ist äußerst fraglich. Tolisso hat seit Jahren große Verletzungsprobleme, die geringe Planbarkeit wird den FC Bayern wohl eher von einer weiteren Zusammenarbeit abhalten.

Max Eberl (48), Manager von Borussia Mönchengladbach, hat momentan alle Hände voll zu tun. Gleich vier Verträge, von Spielern, die Gladbach unbedingt halten, laufen im Sommer aus. Allen voran die Zukunft von Matthias Ginter (27) und Denis Zakaria (24) beschäftigt die „Fohlen“. „Es ist vieles offen“, berichtete Ginter zuletzt im KMD-Podcast. Klar ist: Der nächste Vertrag wird wohl der letzte richtig große für Ginter – finanziell muss es daher stimmen. Gladbach ist aufgrund der Corona-Pandemie aber wohl nicht in der Lage, solch ein Mega-Angebot vorzulegen. Die Lage ist laut Ginter „wahnsinnig verzwickt“ – momentan sieht es aber nach einer Trennung nach fünf Jahren aus.

Auch Zakaria könnte Gladbach verlassen, der Schweizer will den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen und regelmäßig Champions League spielen. Zuletzt wurde berichtet, der BVB um Ex-Coach Marco Rose soll den Mittelfeldmotor auf dem Zettel haben – finanziell könnte Gladbach hier nicht konkurrieren. Womöglich will Zakaria zunächst die sportliche Entwicklung unter Trainer Adi Hütter abwarten, bevor er eine Entscheidung trifft. Sollte Gladbach in die Spur kommen, sich international qualifizieren, könnte der 24-Jährige womöglich noch einmal verlängern.

Hoffenheim könnte Kramaric, Grillitsch und Vogt verlieren

Borussia Dortmund steht ebenfalls vor zukunftsträchtigen Entscheidungen. Die Verträge von u.a. Axel Witsel (32) und Dan-Axel Zagadou (22) laufen 2022 aus. Zuletzt berichtete Bild, dass Juventus ein Auge auf Witsel geworfen haben und an einem Wintertransfer interessiert sein soll.  Laut dem Sport1-Podcast „Die Dortmund-Woche“ sei der Mittelfeldspieler „offen“ für einen Wechsel. In der laufenden Bundesliga-Saison kam Witsel in jedem Spiel zum Einsatz, neun Mal von Beginn an – Trainer Rose setzt also auf ihn. Sportlich weiß der Belgier aber schon seit längerer Zeit nicht mehr wirklich zu überzeugen, seine starke Anfangsphase beim BVB konnte er nie wieder bestätigen. Gut möglich also, dass sich die Wege trennen werden – eine Vertragsverlängerung mit einem bald 33-Jährigen passt ohnehin nicht die Philosophie der Schwarz-Gelben. Ob Witsel den Verein bereits im Winter verlässt, erscheint aufgrund des so dünnen Kaders aber unrealistisch.

Anders sieht es bei Zagadou aus. Der Innenverteidiger hat zwar seit Jahren mit immensen Verletzungsproblemen zu kämpfen, dennoch scheint er eine Zukunft in Dortmund zu haben. Verein und Spieler schätzen sich, das Talent Zagadous ist unbestritten. Zuletzt konnte der 22-Jährige sein Comeback in der Bundesliga feiern, er wird behutsam aufgebaut. Zagadou selbst hatte zuletzt immer wieder beteuert, beim BVB bleiben zu wollen. Gut möglich, dass er einen neuen Vertrag bekommt, dieser aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit sehr leistungsbezogen ausfällt.

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Die TSG Hoffenheim steht ebenso vor entscheidenden Wochen. Allen voran der auslaufende Vertrag von Andrej Kramaric (30) ist ein großes Thema in Sinsheim. Der kroatische Stürmer ist der absolute Superstar bei der TSG, jede Transferperiode ranken sich zig Gerüchte um einen möglichen Abgang. Bislang blieb Kramaric Hoffenheim stets treu – auch dieses Mal? Der 30-Jährige geht erstmals in sein letztes Vertragsjahr bei der TSG – der nächste Kontrakt wird der letzte „große“ sein. In Hoffenheim weiß der 63-fache Nationalspieler, was er hat. Womöglich sucht Kramaric aber doch nochmal eine letzte neue Herausforderung – momentan halten sich alle Parteien zu seiner Zukunft bedeckt.

Auch Florian Grillitsch (26) könnte Hoffenheim am Saisonende ablösefrei verlassen momentan sieht alles danach aus. Grillitsch stellte im September klar: „Ich werde meinen Vertrag erfüllen und denke, dass ich im Sommer den nächsten Schritt machen werde.“ Mehrere Vereine aus der Serie A sollen im Sommer angeklopft haben, die Forderungen seitens Hoffenheim waren aber wohl zu hoch. Der Österreicher blieb und ist weiterhin absoluter Leistungsträger – im Sommer werden sich die Wege aber sehr sicher trennen.

Stark und Boateng bei Hertha, Kruse und Friedrich bei Union – Aderlass in Berlin?

Auch die beiden Hauptstadtvereine, die am kommenden Spieltag das Stadtderby austragen werden, haben neben dem Sportlichen auch personelle Fragen zu klären. Bei Hertha BSC drohen die Abgänge von u.a. Niklas Stark (26) und Kevin-Prince Boateng (34). Zuletzt meldete die Sport Bild, dass Hertha und Stark die Zukunftsgespräche auf Eis gelegt hätten. Beide Parteien wollen sich die jeweilige Entwicklung noch genauer anschauen. Hertha erwartet, dass Stark den letzten Schritt zum Führungsspieler geht und die gewünschte Konstanz in sein Spiel bekommt. Der Innenverteidiger hingegen will sehen, dass die sportliche Entwicklung der „alten Dame“ endlich in die richtige Richtung zeigt. Hier kann also alles passieren, auch wenn sich aktuell sowohl Hertha als auch Stark zu stabilisieren scheinen.

Die Saison 2021/22 könnte hingegen die letzte in Boatengs langer Karriere werden. Der 34-Jährige kehrte im Sommer nach vielen Jahren zu seinem Ausbildungsverein zurück – mit all seiner Erfahrung sollte er dem teils jungen und insgesamt neu aufgestellten Kader Stabilität verleihen. In den ersten Spielen setzte Trainer Pal Dardai noch auf Boateng, doch mit der Zeit wurden die Einsätze immer seltener und kürzer. Aktuell wirkt Boateng vor allem neben dem Feld, ist Ansprechpartner, Förderer und zweiter Co-Trainer auf der Bank. Zwar beteuern Spieler und Verein, dass Boateng auch noch auf dem Feld helfen kann, doch sein Körper ist trotz aller fußballerischen Fähigkeiten von den vielen Profijahren gezeichnet. Gut möglich also, dass im Sommer 2022 Schluss ist.

Mit Max Kruse (33) hat der 1. FC Union Berlin ebenfalls einen alternden Spielmacher in seinen Reihen, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Kruses Zeit bei den „Eisernen“ ist bislang äußerst erfolgreich gewesen, in 34 Pflichtspielen war der 33-Jährige an 23 Toren direkt beteiligt. Zusammen erreichte man letzte Saison die UEFA Conference League. Nach zwei Jahren könnte die gemeinsame Reise aber zu Ende gehen. „Wenn Max auf die Idee kommt, zu sagen: ‚Ich habe jetzt eine andere Planung, ich will noch mal woanders spielen, im Ausland, in Amerika oder sonstwo…‘ So ist Max, das wissen wir, und wir schauen einfach von Spiel zu Spiel“, erklärte Union-Manager Oliver Ruhnert zuletzt im Doppelpass. Hier ist also alles offen.

Weitere Verträge, die kommenden Sommer auslaufen:

John Anthony Brooks (28) – VfL Wolfsburg

Julian Baumgartlinger (33) – Bayer Leverkusen

Marc Oliver Kempf (26) – VfB Stuttgart

Nils Petersen (32), Janik Haberer (27), Keven Schlotterbeck (24) – SC Freiburg

Amos Pieper (23), Stefan Ortega (29), Joakim Nilsson (27) – Arminia Bielefeld

Jean-Paul Boetius (27) – 1. FSV Mainz 05

Florian Niederlechner (31) – FC Augsburg

Florian Kainz (29) – 1. FC Köln

Makoto Hasebe (37), Danny da Costa (28) – Eintracht Frankfurt

Maximilian Bauer (21), Paul Seguin (26), Julian Green (26) – Greuter Fürth

(Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Marc Schwitzky

Erst entfachte Marcelinho die Liebe zum Spiel, dann lieferte Jürgen Klopp die taktische Offenbarung nach. Freund des intensiven schnellen Spiels und der Talentförderung. Bundesliga-Experte und Wortspielakrobat. Seit 2020 im 90PLUS-Team.

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