Bundesliga | VfL Bochum: Aufsteiger der Extreme

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Spotlight | Nach elf Spieltagen steht der VfL Bochum mit 13 Punkten auf Platz zwölf der Bundesliga. Was auffällt, ist dass der amtierende Zweitligameister bisher selten den Mittelweg wählte. Ein Charakterzug, der sich bislang besonders in den Heimspielen als wertvoll erwies.

VfL Bochum: Statistische Grenzgänger

„Hätte mir einer gesagt, dass wir mit 13 Punkten in die dritte Länderspielpause gehen, dann hätte ich das sofort unterschrieben“, so Thomas Reis (48) nach dem Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim (2:0).

 

 

Es musste schon einiges zusammenkommen, damit die Bochumer Saison so verläuft, wie sie bislang verlaufen ist. Und es kam einiges zusammen. Elf Spielzeiten versuchte sich der VfL erfolglos am Aufstieg in die Bundesliga. Gleich in ihrer ersten Saison fingen sie allerdings wieder an, für Highlights zu sorgen. Ein unwiederstehlicher Sololauf von Gerrit Holtmann (26) gegen Mainz. Manuel Riemann (33), der zuletzt im DFB-Pokal keinen Elfmeter hielt, aber trotzdem den entscheidenden verwandelte und am vergangenen Wochenende vom Punkt vergab. Oder eben ein Tor aus gut 60 Metern.

Das alles ist symptomatisch für den VfL Bochum in der Saison 2021/22. Sie stehen im Tabellenmittelfeld, obwohl sie den Mittelweg bislang gekonnt vermieden haben. So blieben die Bochumer in dieser Spielzeit viermal ohne eigenen Treffer, spielten aber auch fünfmal zu Null – Ligabestwert. In München mussten sie ihre höchste Bundesliga-Niederlage einstecken (0:7), besiegten dafür Teams wie Frankfurt (2:0) oder Hoffenheim (2:0).

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Zehn aus fünf: Der Mythos Castroper Straße lebt

Gerade zuhause, anne Castroper, tritt der amtierende Zweitligameister äußerst leidenschaftlich auf, musste sich einzig Hertha BSC (1:3) geschlagen geben. Zehn der 13 Punkte holte Bochum aus den fünf Spielen vor eigenem Publikum.“Unsere Fans sind überragend, es ist einfach geil, solch eine Stimmung bei einem Spiel zu erleben“, meint Kapitän Anthony Losilla (35). Gegen Hoffenheim motivierten die Fans ihre Mannschaft zu einer Laufleistung von 118,3 Kilometern. Und das, obwohl Bochum mit 110,8 Kilometern so wenig Strecke abspult, wie sonst nur der VfL Wolfsburg in der Bundesliga.

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Photo by Stuart Franklin/Getty Images

Sportdirektor Sebastian Schindzielorz (42) begründete das bislang damit, dass die Fußballer eben nicht die Leichathletikabteilung repräsentieren würden. „Wir haben viel Kritik einstecken müssen, dass die Laufleistung nicht stimmt, dass die Sprintwerte nicht stimmen, dass die Abwehr nicht gut genug ist und dass wir zu wenig Tore schießen“, so Thomas Reis. „Jetzt sehen wir, dass die Trainingsintensität hoch ist und dass sich die Mannschaft entwickelt.“

Spiele wie gegen Hoffenheim gehören zu diesem Entwicklungsprozess dazu. Und damit auch der vergebene Elfmeter von Manuel Riemann. Dafür, dass der Keeper überhaupt antrat, übernahm Reis volle Verantwortung: „Das nehme ich auf meine Kappe, dass man da nicht noch klarer war, sich so ein bisschen von den Fans hat treiben lassen“. In Zukunft solle ebenjene Klarheit vom Elfmeterpunkt vorherrschen.

Bochumer Auswärtsbilanz ausbaufähig – aber nicht besorgniserregend

Wenn man dem VfL Bochum in dieser Spielzeit etwas vorhalten will, dann noch am ehesten die eigene Auswärtsbilanz. Drei Punkte aus sechs Spielen sind auf dem Papier eine sehr dünne Ausbeute. Wobei es sich hier lohnt, einen Blick hinter das reine Zahlenwerk zu werfen: Auswärts hat der VfL mit Wolfsburg (0:1), München und Leipzig (0:3) drei der vier Champions-League-Spielorte schon abgehakt, dazu kommen Reisen nach Köln (1:2) und Mönchengladbach (1:2). Das einzige Spiel auf Augenhöhe fand in Fürth statt – und das gewannen die Bochumer 1:0.

Nach der Länderspielpause wird es nicht zwingend einfacher, wenn der Trip in die BayArena ansteht. Erst danach beginnt der Schwierigkeitsgrad zwischen Heim- und Auswärtsspielen ein wenig zu wechseln: Vor Weihnachten geht es unter anderem noch nach Augsburg und Bielefeld, während die Bochumer zuhause gegen den SC Freiburg, Borussia Dortmund und Union Berlin antreten müssen. Wenn sie an die Performances der vergangenen Wochen anknüpfen können, ist nicht zwingend gesagt, dass das Abenteuer Bundesliga am Saisonende für den VfL Bochum schon wieder vorbei sein muss.

Photo by Lukas Schulze/Getty Images

Victor Catalina

 

 

 

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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