Borussia Dortmund hat sich am Transferdeadline-Dienstag doch noch die Verpflichtung von Ethan Nwaneri gesichert. Wie Transferexperte Fabrizio Romano am Morgen meldete, erzielten die Schwarz-Gelben mit dem FC Arsenal eine mündliche Einigung über eine einjährige Leihe des 19-jährigen Offensivspielers. Damit reagiert der BVB auf den Kreuzbandriss von Neuzugang Giannis Konstantelias.
Vom Regula-Poker zur Nwaneri-Verpflichtung
Der Deal kam kurzfristig zustande: Noch am Montag hatte es in mehreren Medien geheißen, eine mögliche Verpflichtung des polnischen Offensivtalents Marcel Regula (19) von Zaglebie Lubin könnte einen Nwaneri-Transfer überflüssig machen. Laut Romano stimmte der Engländer dem Wechsel zum BVB jedoch in der Nacht zum Dienstag noch zu. Dortmund soll dabei das komplette Gehalt des U21-Nationalspielers übernehmen; eine Kaufoption ist nach aktuellem Stand nicht Teil der Vereinbarung. Bemerkenswert an der Personalie: Bereits im vergangenen Sommer soll der BVB Interesse an einer festen Verpflichtung Nwaneris gehabt haben, als dessen Zukunft in London ebenfalls ungewiss war – der Offensivspieler entschied sich damals jedoch für eine Vertragsverlängerung bei den Gunners.
Ausgangspunkt: Konstantelias-Ausfall
Auslöser der kurzfristigen Verpflichtung ist die schwere Verletzung von Giannis Konstantelias. Der griechische Sommer-Neuzugang hatte sich beim 2:0-Sieg gegen den Hamburger SV einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen und fällt für mehrere Monate aus. Für die Offensive des BVB entstand dadurch kurz vor Ende der Transferperiode akuter Handlungsbedarf. Nwaneri selbst kommt in dieser Saison bislang auf keinen einzigen Pflichtspieleinsatz für Arsenal – Trainer Mikel Arteta hatte zuletzt öffentlich angedeutet, dass der Youngster wohl Spielpraxis außerhalb des Klubs sammeln müsse, auch wenn er ihn grundsätzlich gerne halten wolle.
Ein Name mit Premier-League-Geschichte
Nwaneri, der noch bis 2030 an Arsenal gebunden ist, absolvierte für die Gunners bislang 51 Pflichtspiele und erzielte zehn Tore. Der Linksfuß schrieb bereits im September 2022 Premier-League-Geschichte, als er mit 15 Jahren und 181 Tagen zum bis heute jüngsten Spieler der Ligahistorie wurde. Die vergangene Rückrunde verbrachte er per Leihe bei Olympique Marseille, wo er in neun Ligaeinsätzen drei Torbeteiligungen beisteuerte – ein Engagement, das laut Berichten nicht durchgehend überzeugte. In der Premier League kommt Nwaneri insgesamt auf 34 Partien mit sechs Torbeteiligungen; sein Marktwert sank binnen der vergangenen zwölf Monate von einem Höchststand von 55 Millionen Euro auf aktuell 35 Millionen Euro.
Für den BVB ist die Verpflichtung ein später, aber gezielter Schritt, um die durch Konstantelias‘ Ausfall entstandene Lücke im offensiven Mittelfeld zu schließen. Sportlich soll dabei auch die Dortmunder Erfolgshistorie bei der Entwicklung junger englischer Talente – etwa Jadon Sancho oder Jude Bellingham – eine Rolle bei Nwaneris Entscheidung gespielt haben, wie berichtet wird. Ob der 19-Jährige beim BVB tatsächlich zur erhofften Stammkraft heranreift, wird sich erst im Saisonverlauf zeigen; mit lediglich einem Pflichtspiel-Einsatz seit seiner Rückkehr von der Marseille-Leihe bringt er zuletzt kaum Spielpraxis mit.

