Eintracht Frankfurt hat einen neuen Torhüter verpflichtet: Noah Atubolu wechselt vom SC Freiburg an den Main. Da der SGE das nötige Kapital für einen sofortigen Festtransfer fehlte, wird der Wechsel zunächst als Leihe vollzogen, ehe im kommenden Sommer eine Kaufpflicht greift. Beide Vereine bestätigten das Modell.
Ein Torwart-Beben löste die kurzfristige Suche aus
Ursprünglich hatte Trainer Adi Hütter geplant, mit Kaua Santos in die neue Saison zu gehen. Nach dessen Fehlern beim 0:7-Debakel im Testspiel gegen den Premier-League-Klub Brentford änderten sich die internen Pläne jedoch offenbar kurzfristig. Santos hatte bei zwei Gegentoren keine gute Figur gemacht, insgesamt bot die Frankfurter Defensive beim Härtetest in London ein wackliges Bild. Zusätzliche Bewegung bringt die Personalie Michael Zetterer in die Torwarthierarchie: Der 31-Jährige soll vor einem Wechsel zu Leeds United stehen, wodurch die Nummer eins bei der Eintracht in den vergangenen Tagen offenbar neu verhandelt wurde.
Die Ablösemodalitäten: unterschiedliche Angaben in den Medien
Zu den genauen Kosten des Transfers kursieren verschiedene Zahlen. Der „Kicker“ berichtet von einer Leihgebühr in Höhe von einer Million Euro, zu der im kommenden Sommer eine Kaufpflicht von 12,5 Millionen Euro hinzukommt – macht in Summe 13,5 Millionen Euro, die sich durch Bonuszahlungen auf bis zu 16 Millionen Euro erhöhen können. „Sky“ hingegen spricht von einer festen Kaufpflicht in Höhe von 13 Millionen Euro, ohne die Leihgebühr gesondert auszuweisen. Die „Bild“ wiederum beziffert die Ablöse auf rund 12 Millionen Euro bei einem Gesamtpaket von 15 Millionen Euro. Unabhängig von der genauen Summe dürfte Atubolu mit dem festen Wechsel unter die teuersten deutschen Torhüter aufsteigen und dabei auch seinen eigenen Nachfolger in Freiburg, Mio Backhaus, hinter sich lassen, der den SC im Mai für eine Ablöse von rund 12 Millionen Euro von Werder Bremen verpflichtet hatte.
Ein Vertragsdetail als Voraussetzung für die Leihe
Damit die Leihe überhaupt zustande kommen konnte, musste Atubolu zunächst seinen bis 2027 laufenden Vertrag in Freiburg verlängern – denn eine Leihe im letzten Vertragsjahr ist in Deutschland nicht zulässig. Im Zuge dessen soll er auf eine Transferbeteiligung verzichtet haben, die ihm sein vorheriges Arbeitspapier noch zugesichert hatte. Für Freiburg hat die Konstruktion einen weiteren Vorteil: Der Klub schließt damit aus, sein Eigengewächs am Ende doch noch ablösefrei zu verlieren.
Ein Sommer voller Umwege
Dass es überhaupt so weit kommen würde, war lange nicht abzusehen. Bereits Ende Mai hatte Freiburg mit der Verpflichtung von Backhaus auf den erwarteten Abgang Atubolus reagiert, nachdem dieser dem Verein seinen Wechselwunsch mitgeteilt hatte. Doch obwohl der 24-Jährige, 22-facher deutscher U21-Nationaltorhüter, monatelang von seiner damaligen Agentur Epic Sports mit angeblichem Interesse unter anderem von Borussia Dortmund, dem AC Mailand und Aston Villa bei Laune gehalten worden sein soll, wurde daraus zu keinem Zeitpunkt etwas Konkretes. Vor einigen Tagen zog Atubolu schließlich die Konsequenzen und trennte sich von der Agentur. Mit dem Wechsel zur Eintracht scheint sein Sommer nun doch noch ein versöhnliches Ende zu finden.

