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90PLUS » Diese Lehren lassen sich aus dem 2. Bundesliga-Spieltag ziehen
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Diese Lehren lassen sich aus dem 2. Bundesliga-Spieltag ziehen

Eve Kreisenberg
07.09.26, 09:07
Eve Kreisenberg
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(Photo by Lars Baron/Getty Images)

Der zweite Spieltag der Bundesliga-Saison 2026/27 hat einige Trends bestätigt und gleichzeitig neue Fragen aufgeworfen. Von Bayerns erstem Dämpfer über Dortmunds Comeback-Qualitäten bis hin zum furiosen Start des Aufsteigers Elversberg und den ersten Krisensignalen beim HSV – ein Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse des Wochenendes.

Bayern bleibt ungeschlagen, verliert aber erstmals Punkte

Der FC Bayern kam beim Aufsteiger Schalke 04 nicht über ein 0:0 hinaus – und musste damit erstmals in dieser Saison Punkte abgeben. Die Münchner hatten zwar mehr Ballbesitz und die besseren Spielanteile, fanden gegen eine kompakte Schalker Defensive aber kaum Lösungen. Torhüter Loris Karius erwischte einen starken Abend und bewahrte seine Mannschaft mehrfach vor einem Gegentreffer.

Trainer Vincent Kompany begann zudem ohne Harry Kane und Michael Olise. Beide kamen im zweiten Durchgang ins Spiel, doch auch mit den beiden Offensivstars gelang dem Rekordmeister kein Treffer. Jamal Musiala feierte nach seiner Verletzungspause derweil sein Comeback und wurde in der 57. Minute eingewechselt.

Der Punktverlust ist für Bayern vor allem deshalb bemerkenswert, weil die Münchner zuvor zehn Bundesliga-Spiele in Folge gegen Schalke gewonnen hatten. Gleichzeitig bleibt der Rekordmeister nach zwei Spieltagen ungeschlagen.

Schalke zeigt: Einsatz und defensive Disziplin können einen Favoriten stoppen

Für Schalke ist das 0:0 gegen Bayern ein wichtiger Schritt nach der 0:3-Auftaktniederlage in Augsburg. Gegen den Rekordmeister zeigte die Mannschaft von Miron Muslić eine deutlich bessere defensive Organisation und verteidigte über weite Strecken leidenschaftlich.

Karius avancierte dabei zum entscheidenden Rückhalt. Dass Schalke gegen Bayern einen Punkt holte, ist angesichts der Kräfteverhältnisse zweifellos ein Achtungserfolg. Die Partie zeigte allerdings auch, dass der Aufsteiger nicht allein mit Laufbereitschaft erfolgreich war: Entscheidend waren vor allem die kompakte Defensive, die Disziplin gegen den Ball und die starken Paraden des Torhüters. (welt.de)

Dortmunds Comeback-Qualitäten werden zum ersten Markenzeichen

Beim BVB fällt nach zwei Spieltagen vor allem die Widerstandsfähigkeit auf. Nach dem 2:0 zum Bundesliga-Auftakt gegen Hamburg und dem 5:0 im DFB-Pokal gegen den HEBC Hamburg drehte Dortmund am Samstag bei der TSG Hoffenheim einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg.

Hoffenheim führte durch Leon Avdullahu und Tim Lemperle, ehe Serhou Guirassy, Fábio Silva und ein Eigentor von Albian Hajdari die Partie zugunsten des BVB drehten. Besonders Neuzugang Ethan Nwaneri setzte dabei einen Akzent: Der erst kurz zuvor von Arsenal ausgeliehene Offensivspieler kam bereits in der ersten Halbzeit für den verletzten Filippo Mané und war an der entscheidenden Szene zum 3:2 beteiligt.

Allerdings sollte man aus zwei Spielen noch kein dauerhaftes Markenzeichen ableiten. Der BVB war in Hoffenheim lange die unterlegene Mannschaft und profitierte neben der eigenen Effizienz auch von der fehlenden Chancenverwertung der Gastgeber. Erst die Schlussphase zeigte die Qualitäten, die Dortmund letztlich zum Sieg führten.

Elversberg ist kein Zufallsprodukt

Wer den Auftaktsieg gegen Bayer Leverkusen noch für eine einmalige Überraschung hielt, wurde am zweiten Spieltag eines Besseren belehrt.

Bei Borussia Mönchengladbach lag der Aufsteiger bereits mit 1:3 zurück, drehte die Partie aber noch und gewann durch zwei Treffer von Maurice Krattenmacher mit 4:3. Nach zwei Spieltagen steht Elversberg damit bei sechs Punkten und hat sowohl Leverkusen als auch Gladbach geschlagen.

Noch ist das selbstverständlich keine Garantie für den Klassenerhalt. Aber der Start zeigt, dass Elversberg nicht ausschließlich von einer einzelnen Überraschung lebt. Besonders bemerkenswert ist die unterschiedliche Art der beiden Siege: Gegen Leverkusen dominierte der Aufsteiger große Teile der Partie und musste anschließend einen Vorsprung verteidigen; in Gladbach bewies er Comeback-Qualitäten.

Hamburg und Frankfurt erleben einen ernüchternden Start

Besonders hart erwischte es den Hamburger SV. Nach dem 0:2 zum Auftakt gegen Dortmund verlor der Aufsteiger am Sonntag mit 0:5 gegen Mainz 05. Damit steht Hamburg nach zwei Spieltagen noch ohne Punkt und ohne eigenen Treffer da. Mainz dagegen holte vier Punkte aus den ersten beiden Partien.

Auch Eintracht Frankfurt musste einen Rückschlag hinnehmen. Nach dem 1:1 zum Saisonauftakt gegen Union Berlin verlor die Eintracht zu Hause mit 1:4 gegen Augsburg. Besonders bitter: Frankfurt führte zunächst durch Jonathan Burkardt, verlor die Partie nach der Pause aber komplett. Augsburg steht nach zwei Siegen dagegen mit sechs Punkten an der Tabellenspitze.

Von einer echten Krise sollte man bei Frankfurt nach zwei Spieltagen allerdings noch nicht sprechen. Beim HSV sind die Warnsignale nach zwei Niederlagen ohne eigenes Tor deutlich größer.

Freiburg zeigt früh bemerkenswerte Konstanz

Der SC Freiburg gehört zu den Gewinnern des Saisonstarts. Beim Aufsteiger SC Paderborn gewann die Mannschaft von Julian Schuster mit 1:0 durch Maximilian Eggesteins Treffer in der 26. Minute. Damit blieb Freiburg nicht nur in der Bundesliga makellos, sondern steht nach fünf Pflichtspielen in drei Wettbewerben sogar bei fünf Siegen.

Bemerkenswert ist dabei weniger spektakulärer Fußball als die Konstanz. Freiburg setzt auf eingespielte Abläufe und Kontinuität und hat auch in Paderborn eine schwierige Phase nach der Pause überstanden. Der knappe Sieg passt damit durchaus zum bisherigen Saisonbild.

Fazit: Bayern verliert Punkte – die Konkurrenz wittert ihre Chance

Nach zwei Spieltagen ist die Saison natürlich noch völlig offen. Trotzdem zeichnen sich erste interessante Muster ab.

Bayern hat erstmals Punkte liegen gelassen, Dortmund steht nach zwei Siegen mit voller Ausbeute da, Augsburg hat ebenfalls sechs Punkte und Elversberg sorgt mit zwei spektakulären Siegen für die größte Überraschung des Saisonstarts. Freiburg punktet ebenfalls konstant.

Am anderen Ende der Tabelle stehen Hoffenheim und der HSV nach zwei Niederlagen noch ohne Zähler da. Während Hoffenheim gegen Dortmund zumindest spielerisch lange überzeugen konnte, ist Hamburg nach zwei Spielen noch ohne eigenen Treffer.

Der zweite Spieltag hat damit vor allem eines gezeigt: Die Bundesliga-Saison 2026/27 scheint deutlich weniger nach Papierform zu verlaufen, als es die Namen und Etats der Klubs vermuten lassen.

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