Brown und Saibari waren vor der WM da, Palhinha und Goretzka sind längst weg. Was dem FC Bayern am Deadline Day bleibt, hat mit Zittern wenig zu tun: Kleinarbeit an der Abgangsliste, während der Rest der Liga rennt.
Die Bilanz: Zugänge fertig, Abgänge halb
Der Doublesieger hat seine beiden Wunschtransfers früh abgeschlossen – rund 50 Millionen Euro für Nathaniel Brown aus Frankfurt, rund 50 Millionen für Ismael Saibari aus Eindhoven. Über 100 Millionen investiert, bevor die Bundesliga überhaupt angepfiffen wurde. Seitdem arbeitet Max Eberl an der anderen Seite der Rechnung. Und die ist mühsamer.
Joao Palhinha ging für 14 Millionen plus fünf Millionen Boni zu Benfica – ein Spieler, der vor zwei Jahren rund 50 Millionen gekostet hatte. Bryan Zaragoza wurde erneut verliehen, diesmal an Espanyol. Leon Goretzka und Raphaël Guerreiro gingen ablösefrei, Goretzka zu Aston Villa. Dazu die Sammelposten: Aseko, Peretz, Nübel, Kusi-Asare, Wisdom Mike. Macht knapp 55 Millionen Einnahmen gegen mehr als 100 Millionen Ausgaben – eine Lücke, die Eberl bis 20 Uhr nur noch in kleinen Schritten verkleinern kann.
| Abgang | Ziel | Ablöse |
|---|---|---|
| Joao Palhinha | Benfica | 14 Mio. + 5 Mio. Boni |
| Noel Aseko | Eintracht Frankfurt | 12 Mio. |
| Daniel Peretz | FC Southampton | 8 Mio. |
| Alexander Nübel | Besiktas | 6,25 Mio. |
| Jonah Kusi-Asare | FC Fulham | 6 Mio. |
| Wisdom Mike | FC Brügge | 5 Mio. |
| Leon Goretzka | Aston Villa | ablösefrei |
| Raphaël Guerreiro | — | ablösefrei |
| Bryan Zaragoza | Espanyol (Leihe) | — |
Ibrahimovic: 500.000 Euro Leihgebühr, acht Millionen Option
Der greifbarste Deal des Tages ist der kleinste. Arijon Ibrahimovic, 20, wechselt per Leihe zum FC Augsburg – Leihgebühr 500.000 Euro, Kaufoption acht Millionen, dazu sichert sich Bayern laut Sky eine Weiterverkaufsbeteiligung, aber keine Rückkaufoption. Der Medizincheck war für Montag angesetzt. Für einen Spieler mit vier Profieinsätzen in München und zuletzt 34 Pflichtspielen in Heidenheim ist das ein sauberer Ausweg – und für Eberl der dritte Leihkandidat binnen einer Woche.
Ito: Ajax hat einen Tag länger
Hiroki Ito wurde laut übereinstimmenden Berichten von seinem Management bei Ajax Amsterdam angeboten. Bayern würde keinen Widerstand leisten – Eberl hatte den Japaner schon Ende Juli als Abgangskandidaten genannt: Wenn Ito einen Wechsel erwäge, „dann werden wir uns darum kümmern“. Ito ist hinter Upamecano, Tah und Kim Innenverteidiger Nummer vier, saß im Supercup und gegen Stuttgart je 90 Minuten draußen und hat sich in zwei Münchner Jahren mehrfach den Mittelfuß gebrochen. Sein Marktwert ist von 30 auf 18 Millionen gefallen, das Preisschild von einst 20 Millionen gilt als überholt. Der Clou: Das niederländische Fenster schließt erst am Mittwoch. Ein Ito-Deal kann also nach 20 Uhr noch laufen – als Verkauf, nicht als Zugang.
Boey: Der Ladenhüter bleibt wohl
Bleibt Sacha Boey. 30 Millionen kostete er 2024 von Galatasaray, seitdem war er selten mehr als Kaderfüller. Bayern will ihn abgeben, ein Abnehmer ist nicht in Sicht. Dass Vincent Kompany ihn als Backup rechts hinter Laimer und Stanisic schätzt, macht den Verbleib erträglich – die Abschreibung nicht kleiner.
Eberls Sommer: eine Frage der Abschreibungen
Zwei Verlängerungen bis 2029 – Eberl und Vorstandschef Dreesen – und eine fast fertige Kane-Verlängerung, bei der es laut Sportvorstand nur noch um Details geht: Die Führung hat ihre Personalien geklärt. Was um 20 Uhr offen bleiben wird, sind zwei Namen und ein Betrag. Boey und womöglich Ito stehen dann weiter auf der Gehaltsliste, und nahezu 100 Millionen an Investitionen in Palhinha, Boey und Zaragoza sind nur zum Teil zurückgeholt. Der FC Bayern zittert heute nicht. Er rechnet.

