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90PLUS » Frankfurt sucht neue Nummer 1: Ist Atubolu die Wunschlösung der SGE?
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Frankfurt sucht neue Nummer 1: Ist Atubolu die Wunschlösung der SGE?

Eve Kreisenberg
17.08.26, 11:22
Eve Kreisenberg
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Noah Atubolu
Foto: Getty Images

Zwei Wochen vor Ende des Transferfensters ist Noah Atubolu immer noch ohne neuen Verein – dabei ist der Freiburger so viel wert wie kein anderer deutscher Torhüter. Nun soll sich ausgerechnet Eintracht Frankfurt für ihn interessieren, und der Auslöser dafür lässt sich ziemlich genau datieren: ein 0:7-Debakel im Testspiel.

Ein Marktwert-Sprung ohne Verein

Noah Atubolu ist mit Abstand Deutschlands wertvollster Torhüter und zählt zu den 20 wertvollsten Schlussmännern der Welt – und weiß trotzdem nicht, für wen er in der Saison 2026/27 zwischen den Pfosten stehen wird. In der vergangenen Saison stieg sein Marktwert von 18 auf 25 Millionen Euro. Schon im April hatte das Freiburger Eigengewächs dem SC mitgeteilt, den nächsten Schritt gehen zu wollen. Bei nur noch einem Jahr Restvertrag legte ihm der Klub keine Steine in den Weg und verpflichtete mit Werder-Keeper Mio Backhaus für 15 Millionen Euro bereits Ende Mai einen Nachfolger. Fast drei Monate später trainiert Atubolu weiterhin abseits der Freiburger Mannschaft und wartet auf eine passende Offerte.

Der Auslöser: eine 0:7-Klatsche in England

Was sich nun laut „Kicker“ bei Eintracht Frankfurt anbahnt, wirkt wie eine späte Kurskorrektur. Sportvorstand Markus Krösche hatte noch im Sommertrainingslager betont, an der Torwart-Konstellation derzeit nichts ändern zu wollen. Dann kam die Generalprobe beim FC Brentford – und die SGE verlor sang- und klanglos mit 0:7, wobei auch Kapitän Robin Koch verletzt ausgewechselt werden musste. Torhüter Kauã Santos machte dabei erneut keine gute Figur. Genau dieses Spiel soll nach Kicker-Informationen für ein Umdenken gesorgt haben: Eine neue Nummer 1 soll her, und Atubolu gilt als Wunschlösung – auch wenn sich eine mögliche Verpflichtung nach Kicker-Angaben noch in einem „sehr frühen Stadium“ befindet.

Frankfurts Torwart-Dilemma reicht weiter zurück

Die Debatte um Frankfurts Schlussmann zieht sich schon durch die gesamte vergangene Saison. Nach dem Abschied von Kapitän und Langzeit-Nummer-1 Kevin Trapp sollte eigentlich der brasilianische Nachwuchskeeper Kauã Santos übernehmen. Eine Kombination aus Verletzungen und folgenschweren Fehlern verhinderte jedoch, dass sich der 23-Jährige festspielen konnte. Auch Michael Zetterer, im vergangenen Sommer von Werder Bremen geholt, konnte sich keinen dauerhaften Anspruch auf die Stammrolle erarbeiten. Sollte Atubolu tatsächlich kommen, hätte die Eintracht mit Santos, Zetterer und dem Neuzugang gleich drei Torhüter mit Stammplatzambitionen im Kader – das Torwart-Karussell würde sich also weiterdrehen.

Nicht jeder glaubt an den Wechsel

Ganz einheitlich ist die Berichtslage allerdings nicht: Während Kicker, SPOX, Goal.de und OneFootball übereinstimmend von echtem Frankfurter Interesse berichten, hält „Sport1“ mit einer Einordnung dagegen und schreibt, an den Atubolu-Gerüchten sei nichts dran. Wie sich diese unterschiedlichen Einschätzungen auflösen, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen – Kicker deutet an, dass sich die Lage schon im Laufe der kommenden Woche schnell entwickeln könnte, weil Frankfurt vor dem Pflichtspielauftakt eine der offensichtlichsten Schwachstellen aus dem Brentford-Spiel beheben will.

Der Onyedika-Präzedenzfall

Dass ein nur noch ein Jahr laufender Vertrag die Ablöse drücken kann, hat die Eintracht in diesem Sommer bereits selbst vorgeführt: Raphael Onyedika, nigerianischer Nationalspieler mit einem Marktwert von 23 Millionen Euro, wechselte wegen genau dieser Vertragskonstellation für nur neun Millionen Euro nach Frankfurt. Ob sich ein ähnliches Schnäppchen auch bei Atubolu wiederholen lässt, ist allerdings fraglich – schließlich hat sich Freiburg mit der Backhaus-Verpflichtung bereits gegen das Szenario abgesichert, seine wohl wertvollste Nummer 2 der Welt ein ganzes Jahr auf der Bank sitzen zu lassen. In den einschlägigen Fan-Foren werden entsprechend mehrere Szenarien diskutiert – von einer Vertragsverlängerung in Freiburg samt Leihe bis hin zu einer Ausstiegsklausel bei einem anderen Verein –, mit dem übereinstimmenden Tenor, dass ein Transfer für deutlich weniger als zehn Millionen Euro kaum vorstellbar sei.

Was noch offen bleibt

Sollte Atubolu tatsächlich zur Eintracht wechseln, müsste der Klub neben der Torwartfrage ohnehin an mehreren Stellen nachbessern: Sowohl in der Abwehr als auch im Angriff offenbaren sich nach dem Brentford-Debakel weitere Lücken, unter anderem hofft man in Frankfurt weiterhin auf eine erneute Leihe von Arnaud Kalimuendo. Bis zum Ende des Transferfensters am 1. September bleibt der SGE aber nicht mehr viel Zeit, all diese Baustellen zu schließen.

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