Stolpert der BVB erneut im eigenen Stadion gegen Mainz 05?

BVB-Trainer Marco Rose im Gespräch mit Manuel Akanji
Vorschau

Vorschau | Der BVB empfängt mit Mainz 05 einen Gegner, der die Schwarzgelben vor altbekannte Probleme stellen könnte. Können die Dortmunder endlich eine Entwicklung vorweisen?

  • Der BVB hat große Personalprobleme
  • Mainz unter Svensson weiter auf Kurs
  • Zwei Heimspiele in Folge konnte der BVB nicht gegen Mainz gewinnen

Das Spiel wird am Samstag um 15:30 Uhr stattfinden und auf Sky übertragen

BVB mit Personalproblemen

In der letzten Pressekonferenz vor der Länderspielpause wurde Marco Rose (44) gefragt, ob die Pause dieses Mal zu einer guten Zeit käme. Immerhin habe man gerade viele Verletzte im Kader und eine Woche mehr zur Regeneration könnte die Situation entspannen. Schon damals lächelte der Coach nur müde und verwies darauf, dass man sich auch bei der Nationalmannschaft verletzen könnte. Und er sollte recht behalten. Fast täglich schienen Infos über angeschlagene Spieler der Dortmunder die Länderspielpause zu begleiten.

Zu allem Ärger konnten dann eben auch die zuvor schon verletzten Spieler wenig für ihre schnelle Rückkehr tun. Gio Reyna (18) ist weiterhin nicht einsatzfähig und auch bei Superstar Erling Haaland (20) darf munter gezweifelt werden, ob es für das Spiel gegen Mainz reicht. „Erling will unbedingt aber wir müssen schauen“, hieß es dazu von Rose. Das klingt nicht nach einem sicheren Startelf-Einsatz und vor allem nicht nach hundertprozentiger Leistungsfähigkeit. Und gerade der Ausfall des Norwegers könnte für die Borussen ein wahrer Stolperstein in einem ohnehin schon schweren Spiel werden.

Der Klub beherrscht viele Aspekte des Spiels, was dem BVB in jüngerer Vergangenheit immer wieder zum Verhängnis wurde. Und auch unter Marco Rose scheint die Schwäche gegen diszipliniert und motiviert verteidigende Teams mit einer Vorliebe fürs Konterspiel noch nicht ausgemerzt. Vor allem gegen Freiburg wurde dies wieder einmal deutlich.

Neben Haaland und Reyna ist auch Thorgan Hazard (28) weiter fraglich und quält sich schon die ganze Saison mit Knöchelproblemen. Mahmoud Dahoud (25) wird ebenfalls nicht auflaufen können. Wo der BVB sich gerne schon einmal mit voller Kapelle die Zähne ausbiss, fehlt nun also auch noch eine Menge Qualität oder, sollte doch jemand der genannten Spieler auflaufen können, zumindest die Form.

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Mainz 05 mit toller Entwicklung unter Svensson

Zwei Niederlagen in Folge gab es zuletzt für die Mainzer in der Bundesliga vor der Länderspielpause zu beklagen. Eine ungewohnte Situation unter Trainer Bo Svensson, der seit seiner Amtsübernahme ein Team geformt hat, was eine historisch starke Rückrunde spielte und sich den Klassenerhalt sicherte. Und auch in dieser Saison gab es, trotz der letzten Ergebnisse, eigentlich nichts, was an Svensson und seinen Mainzern wirklich zweifeln lässt. Die Corona-Pandemie schlug direkt zu Saisonbeginn hart zu und mit einer absoluten Rumpftruppe mussten die Nullfünfer dann gegen RB Leipzig starten – und gewannen prompt.

Im Gegensatz zum BVB scheinen die Mainzer weniger von Einzelspielern abhängig zu sein, das System und der Einsatz stehen im Vordergrund. Ein guter Quervergleich wäre hier die Arbeit von Steffen Baumgart beim 1. FC Köln. Mainz ist für keine Mannschaft in der Liga ein angenehmer Gegner, arbeitet gemeinsam sowie mit voller Überzeugung gegen den Ball und verfügt über klare Mechanismen nach dem Ballgewinn. Zusätzlich scheint mit Marcus Ingvartsen (25) auch ein weiterer Goalgetter zum Team gestoßen zu sein. Dazu kommt, dass Mainz zuletzt in Dortmund stark aufspielte (1:1 und 1:0). Die letzte Niederlage beim BVB gab es im Frühjahr 2019.

Mit schon jetzt zehn gesammelten Punkten stehen die Mainzer zudem vor einem Spiel gegen Borussia Dortmund gänzlich ohne Druck da und können befreit aufspielen. Dass zum ersten Mal seit sehr langer Zeit zwischen 60.000 und 70.000 Zuschauer den Weg in Deutschlands größtes Fußballstadion finden könnten, ist allerdings ein unwägbarer Faktor. Klar ist, dass der BVB von seinen zurückkehrenden Zuschauern lautstark Unterstützung erfahren wird. Doch sollte Mainz der erwartet unangenehme Gegner werden, könnte die Stimmung schnell kippen.

Und auch die Mainzer selber dürften zumindest anteilig ein wenig Freude verspüren, in einem so gefüllten Stadion auflaufen zu können und das Spiel noch mehr als vermeintliches „Bonusspiel“ wahrnehmen. Eine Niederlage würde niemanden bei den Rheinhessen ins Unglück stürzen oder gar zum Zweifeln bringen. Doch Svenssons größter Verdienst ist ein anderer: Ein Punktgewinn wäre auch keine große Überraschung mehr.

Prognose

Der BVB ist personell geschwächt und nicht ohne Grund tat man sich schon in der letzten Saison mit den Mainzern sehr schwer. In der Spannweite der BVB-Spiele zwischen Spektakel und sehr harte Arbeit dürfte dieses Spiel definitiv in die zweite Kategorie fallen. Auch wenn der Hausherr Favorit ist, würde eine Punkteteilung nicht überraschen.

Mögliche Aufstellungen:

BVB: Kobel, Meunier, Akanji, Hummels, Schulz, Witsel, Brandt, Bellingham, Reus, Wolf, Malen

Mainz 05: Zentner, Nemeth, Bell, Niakhate, Widmer, Barreiro, Stach, Lucoqi, Ingvartsen, Burkardt, Onisiwo

Photo by Alex Grimm/Getty Images

Julius Eid

Seit 2018 bei 90PLUS, seit Riquelme Fußballfan. Gerade die emotionale Seite des Sports und Fan-Themen sind Julius‘ Steckenpferd. Alleine deshalb gilt: Klopp vor Guardiola.

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